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"Lehre und Matura": Eine Berufsqualifikation mit Zukunft

13.01.2005

Während die Zahl der Lehrstellensuchenden generell
steigt, herrscht im Tourismus weiterhin ein Überangebot an offenen
Lehrstellen. Die Tourismuswirtschaft hat daher einen neuen Anlauf
gestartet, um für die "Lehre im Tourismus" zu werben. Besonders
aufmerksam machen möchten die Verantwortlichen auf die vielleicht
noch zu wenig bekannte Qualifikation "Lehre und Matura".

Seit 1997 besteht die Möglichkeit, sich parallel zur
Lehrlingsausbildung auf die Berufsmatura vorzubereiten. Diese
Ausbildungskombination eröffnet eine Reihe von zusätzlichen
Qualifikationsvorteilen. "Der Ausbildungsweg Lehre und Matura ist als
Alternative zu einer berufsbildenden mittleren und höheren Schule
speziell für praxisorientiert Lernende interessant", stellte der
Regierungsbeauftragte für Jugendbeschäftigung und
Lehrlingsausbildung, Komm.Rat Egon Blum, Dienstag Abend im Rahmen der
traditionellen "Neujahrspressekonferenz" der Bundessparte Tourismus
und Freizeitwirtschaft fest. Bundesspartenobmann Komm.Rat Hans
Schenner und Spartengeschäftsführerin Dr. Petra Stolba legten dabei
einen Argumente-Katalog zur "Lehre im Tourismus" vor.

Wie Blum ankündigte, wird bis zum März eine bundesweite
Informationskampagne zur Propagierung der "Lehre und Matura"
anlaufen. Diese Kampagne - die in Vorarlberg bereits gestartet ist -
steht unter dem Motto "Lehre und Matura: Ja, das gibt es!". Die
Kosten für die Aktion bezifferte Blum auf Anfrage mit 150.000 bis
200.000 Euro.

Im Jahr 2003 (die Zahlen aus 2004 sind leider noch nicht
verfügbar) ließen sich 13.330 junge Menschen in einer Lehre im
Tourismus ausbilden. Gegenüber dem Jahr zuvor bedeutet dies ein Plus
von 3,2 Prozent (412 Lehrlinge), womit der Wirtschaftszweig Tourismus
die stärkste Zunahme innerhalb der Gesamtwirtschaft verzeichnete. Bei
den neu eingelangten Lehrverträgen erreichte der Tourismus mit 4.696
Neuabschlüssen neben dem Transportwesen den zweiten Platz.

Der absolute Renner ist mit einer Zunahme von zuletzt 14,2 Prozent
die Ausbildung zum Koch. "Dies bestätigt den hohen Stellenwert dieses
Berufes in der Gesellschaft und die guten Verdienstmöglichkeiten",
stellte Blum fest. Schenner erinnerte daran, dass bei den
Berufsweltmeisterschaften 2003 die österreichischen Lehrlinge
abermals sensationell abschnitten. Sie belegten nicht nur bei den
Köchen, sondern auch in der Nationenwertung den dritten Platz, "was
unseren Absolventen ein breites Spektrum an Berufsmöglichkeiten im
In- und Ausland eröffnet".

Bei den Mädchen rangieren Restaurantfachfrau und Köchin unter den
"Top 10" der am häufigsten gewählten Lehrberufe. Die
Tourismus-Lehrberufe liegen hinter dem Einzelhandel insgesamt auf
Platz zwei, noch vor dem "Klassiker" Friseurin. Bei den Burschen
liegt der Lehrberuf Koch auf Platz sieben. Und in den
Freizeitbetrieben bestätigt sich der Lehrberuf "Fitnessbetreuer". Mit
einem Plus von 6,1 Prozent brachte es dieser attraktive Lehrberuf im
Jahr 2003 bereits auf 157 Lehrlinge, Tendenz weiter kräftig steigend.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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