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Lehrstellenlücke müsste nicht so gravierend sein

20.08.2008

Mehr als 10.000 Jugendliche suchen derzeit eine Lehrstelle. Während Jugendliche in Branchen gedrängt werden, die Arbeitsplätze abbauen, nehmen Tourismusbetriebe sie mit offenen Armen auf, gibt die Österreichische Hoteliervereinigung zu bedenken.

Aktuellen AMS-Daten zufolge sollen in diesem Herbst mehr als 1.000 Jugendliche ohne Lehrstelle dastehen. "Das wäre nicht notwendig: Österreichs Tourismusbetriebe suchen Mitarbeiter und Lehrlinge. Engagierte Jugendliche, die einen sicheren Job mit den besten Perspektiven suchen, sind bei uns gerade richtig", erklärt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Die Zahl der gemeldeten offenen Lehrstellen im Tourismus lag im vergangenen Juni mit 2.517 um 6,5 % über dem Vorjahr. "Lehr-Absolventen aus Österreich stehen Top-Betriebe in aller Welt offen. Wer sich die schönsten Plätze der Welt ansehen und dabei noch Geld verdienen will, ist bei uns gerade richtig."

Jugendliche nicht in Berufe ohne Zukunft drängen

Neben dem für junge Menschen interessanten Lifestyle, der in den echten Hot-Spots einfach dazugehört, sei die Jobsicherheit ein ausschlaggebendes Argument für Tourismus-Jobs: Während andere Branchen Mitarbeiter und Lehrstellen abbauen und nach Fernost exportieren, wird der weltweite Tourismus-Boom auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten anhalten. Nicht nachvollziehbar seien deswegen die Bemühungen, Jugendliche und hier insbesondere Mädchen in Berufe zu drängen, die sie nicht ausüben wollen. Gleichzeitig wird über den Abbau von Lehrstellen und Arbeitsplätzen in Branchen geklagt, die en masse Arbeitsplätze in Billiglohnländer exportieren. "Im Tourismus passiert das nicht", hält Reisenzahn fest. "Tourismus ist eine Branche mit Zukunft für jeden einzelnen. Das zeigen auch die internationalen Vorzeige-Karrieren junger Star-Köche und Hoteldirektorinnen", so Reisenzahn.

Lehrlingsakademie: Wertvolle Zusatzausbildung für die eigene Karriere

Das Rüstzeug für eine internationale Karriere bieten Zusatzausbildungen, die von vielen Betrieben unterstützt werden. Das beste Beispiel dafür ist die Lehrlingsakademie von ÖHV und Gewerkschaft vida. Hier stehen aktuelle Trends aus Küche und Service, Hightech und Persönlichkeitstraining auf dem Programm. "Wir wissen, was die Hoteliers von ihren Spitzenkräften erwarten - und genau das bringen wir den Jugendlichen bei", erklärt Reisenzahn das Erfolgskonzept der Lehrlingsakademie. Wie gut der Plan aufgeht, zeigt das Interesse der Branche: Ein Spitzenbetrieb nach dem anderen schickt Lehrlinge zur Lehrlingsakademie. Das Engagement von Branchengrößen wie Roland Trettl vom Hangar-7 oder Thomas Walkensteiner, Executive Chef im Hotel Schloss Fuschl, ist für Nachwuchs-Fachkräfte und ihre Ausbilder Motivation und Qualitätsgarant zugleich:

Förderungen gefragter denn je

Das Feedback sowohl von den Lehrlingen selbst als auch von den Ausbildern fällt hervorragend aus: "Mein Lehrling war zuerst nicht entzückt, als er hörte, er ,dürfe' die Lehrlingsakademie besuchen. Nach dem Besuch war er begeistert. Er lernte andere Kollegen kennen, konnte sich austauschen, Karrierewege sehen und hat die Lehrlingsakademie mit Zertifikat abgeschlossen. Das gab ihm einen großen Schub an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Ich kann die Lehrlingsakademie nur weiterempfehlen", erklärt Renate Zitka, Inhaberin des Hotels Sonngastein in Bad Gastein. Timo René Staegemann, Lehrling im Romantikhotel Gersbergalm in Salzburg, hat die Lehrlingsakademie selbst absolviert und bezeichnet sie als "sehr gute und wichtige Erfahrung" für sich selbst: "Am besten haben mir die Gespräche mit den ‚Stars' der Szene gefallen. Auch das Verkaufstraining war sehr hilfreich. Es sollte noch mehr solche Förderungen für Lehrlinge geben!"

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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