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Lernen im Kaffeemuseum

13.03.2006

Rund 300 Lehrlinge der Berufsschule für Gastgewerbe Längenfeldgasse wurden in Kaffeezubereitung und Kaffeemaschinentechnik geschult.

Seit Jahrhunderten sucht der menschliche Erfindungsgeist nach der Perfektionierung des „Kaffeesiedens“. Eine Kooperation zwischen der Fachgruppe Wiener Kaffeehäuser, der Berufssschule für Gastgewerbe in der Längenfeldgasse und dem Kaffee-Erlebnismuseum im Wirtschaftsmuseum machte es möglich, dass rund 300 Lehrlinge, alle Schüler der zweiten und dritten Klassen, in die Geheimnisse der richtigen Kaffeezubereitung eingeführt werden konnten.
Kaffee in Theorie und Praxis
Edmund Mayr, der international anerkannte Experte in Sachen schwarzes Gold, , derr in den letzten 45 jahren rund 150.000 Gastronomen ausbildete, vermittelte den Jugendlichen im Rahmen des vierstündigen Seminars „Kaffee - in Theorie und Praxis“. Und bevor es in medias res ging, fragte Mayr: „Wer trinkt Kaffee und wer Energydrinks?.“ Und wie zu erwarten war, trinken zwei Drittel der Jugendlichen lieber einen Energydrink als den braunen Muntermacher.
„Wir wollen mit dieser Aktion das Berufsbild des Obers beziehungsweise der Kellnerin den Jugendlichen wieder mehr ins Bewusstsein rufen“, erklärt der Fachgruppenobmann der Wiener Kaffeehäuser Attila Kamarad. Er möchte auch wieder die Kaffeesieder als Lehrlingsausbildner gewinnen. „Mit einer Umstrukturierung in der Lehrlingsausbildung zum Restaurantfachmann wurde leider das Café als Ausbildungsort uninteressant, aber den perfekt geschulten, charmanten Kaffeehauskellner brauchen wir dringend, denn er trägt über die Grenzen Wiens und Österreichs wesentlich zum Ruf der Wiener Kaffeehauskultur bei“, weiß Kamarad. Derzeit bilden die Wiener Kaffeehäuser und Café-Restaurants rund 150 Lehrlinge aus. Die Berufsschule für Gastgewerbe in der Längenfeldgasse nützte das Kaffeeseminar-Angebot des Kaffee-Erlebnismuseums und schickt seit Schulbeginn alle zweiten und dritten Klassen in den von Edmund Mayr geleiteten Kurs. „Wir sehen dies als Ergänzung zum Unterricht. Alle Lehrlinge haben somit die Möglichkeit, sich zu orientieren, wie ein Kaffeehaus wirklich funktioniert und lernen das Berufsbild „Kaffeehaus-Ober“ besser kennen“, betont Berufsschuldirektor Prof. Johannes Schwantner.
Edmund Mayr referiert im Rahmen des Kurses über die Geschichte des Kaffees von der Ernte bis zur Zubereitung. Dabei lernen die Lehrlinge die unterschiedlichen Qualitäten der Kaffeebohnen-Mischungen kennen, können selber Kaffee mahlen und anschließend rösten. Ein weiterer praktischer Teil umfasst die Maschinenwartung und die täglich notwendige Reinigung von Automat und Mühle. Im Schulunterricht selbst lernen die Schüler, wie man drei Kaffeetabletts mit Wasser trägt und dem Gast die typischen Wiener Kaffeehaus-Schmankerln anbietet. Das erworbene Wissen aus dem Kaffeeseminar fließt in den regulären Unterricht ein und wird auch schriftlich geprüft. „Uns ist bei der Ausbildung der perfekte Kaffeehaus-Service mit seinem Mehlspeisenangebot genauso wichtig wie das Tranchieren und Flambieren. Im Rahmen der Kochausbildung lernen die Schüler auch die Zubereitung von kleinen Kaffeehausgerichten, und ein Drittel des Kochunterrichts wird der Patisserie gewidmet,“ so Johannes Schwantner und überlegt, den Freigegenstand „Kaffee“ für die zweiten Klassen anzubieten. Weiters wurde von den Lehrlingsbeauftragten Karl Klement und Helmut Lapatschka, dem Fachgruppenobmann Attila Kamarad und Direktor Johannes Schwantner laut angedacht, eine Kaffeeexperten-Ausbildung mit der Möglichkeit, sich zum Kaffeesommelier ausbilden zu lassen, in den Lehrplan zu integrieren.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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