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Leserbrief der ÖHV: Fatalreiseverordnung

05.07.2018

Liebes ÖGZ-Team,

genialerweise hat die Wirtschaftsministerin die ÖHV eingeladen, eine Stellungnahme zum Entwurf der Pauschalreiseverordnung abzugeben. Das ist auch gut so, weil sich darin die eine oder andere Passage findet, die – gelinde gesagt – Verbesserungspotenzial birgt. Etwas konkreter: Wenn das in der vorliegenden Fassung in Kraft tritt, tritt in einem ersten Schritt einmal Chaos ein, weil hier sehr willkürlich mit Begrifflichkeiten umgegangen wird: Da ist von Umsätzen die Rede, aber keiner sagt, von welchen: Die gesamten Umsätze eines Unternehmens oder doch nur, wie in der EU-VO festgehalten, die vorab geleisteten Anzahlungen für als Pauschalreise zu definierende Dienstleistungen. Aber es kommt noch dicker: Wer nämlich ein „Reiseleistungsausübungsberechtigte“ ist, weiß niemand: Ist das ein Gast, der für die Leistung bezahlt (hat?). Ist es ein Reiseführer oder ein Reisebüro oder oder oder? Das muss klar- und richtiggestellt werden.

Weiters geht es um überbordende Berichtspflichten (jetziger Entwurf verlangt laufende Nachmeldung, wenn Einnahmen die Pläne übersteigen!), um die Sharing Economy, die der Entwurf komplett außen vor lässt, darum, dass Vorab-Autorisierungen von Kreditkarten keine Anzahlung und daher nicht abzusichern sind, und um die unbegründete und überschießende Erhöhung der Mindestversicherungssumme durch die Novelle der Reisebürosicherungsverordnung.

Soweit ein kurzer Einblick in einen Entwurf, der so nicht in Kraft treten sollte …

Wir hoffen im Sinne der Branche, dass das BMDW die ÖHV-Stellungnahme einfließen lässt!

Liebe Grüße!

Martin Stanits

Leitung Public Affairs | Unternehmenssprecher

ÖSTERREICHISCHE HOTELIERVEREINIGUNG

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