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Lexikon der Nachhaltigkeit

12.05.2021

Sprechen Sie Nachhaltigkeit? Nein? Kein Problem, wir bringen es Ihnen bei. Von A wie Agrarpaket bis Z wie Zero-Waste – mit dem Buch „Nachhaltigkeit – Deutsch, Wörterbuch für die Hotellerie“.

„Nachhaltigkeit – Deutsch, Wörterbuch für die Hotellerie“ kann im www.greenline-shop.com um € 16,90 bestellt werden.

Agrarpaket

Das Agrarpaket beinhaltet Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz, wie beispielsweise der Umgang mit Pestiziden, das Düngerecht, der Einsatz von Fördergeldern für die Landwirtschaft und das Tierwohllabel.

Bio-Lebensmittel (Organic Food)

Der Begriff Bio ist ein geschützter Begriff der EG-Öko-Verordnung der Europäischen Union. Biolebensmittel sind Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, welche gentechnisch nicht verändert sowie nicht isonisierend bestrahlt sind und bei denen beim Anbau keine konventionellen Pestizide, Kunstdünger oder Abwasserschlamm verwendet wurden. Bei tierischen Bio-Produkten müssen die Tiere artgerecht und ohne Antibiotika und Wachstumshormone behandelt werden. Im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln enthalten Bio-Produkte weniger Lebensmittelzu­satzstoffe. Bio-Lebensmittel dürfen höchstens 5 % nicht ökologisch erzeugte Zutaten enthalten.

Buen Vivir

Das „Gute Leben“-Konzept beschreibt ein Gleichgewicht zwischen dem menschlichen Leben mit der Natur, einer solidarischen Wirtschaft, einer sozialen Gleichheit.

Cradle-to-Cradle (C2C)

Vision einer abfallfreien Wirtschaft durch das Denken in Kreisläufen. Die Produktion soll ein geschlossener Kreislauf sein, durch Wiederverwendung von Ressourcen nach der Nutzung. Das Müllaufkommen soll somit vermieden bzw. minimiert werden.

Corporate Social Responsibility (CSR)

CSR ist ein Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Es beschäftigt sich mit der freiwilligen Verantwortung eines Unternehmens für seine Handlungen und deren Auswirkungen im Bezug auf soziale, ökonomische und ökologische Aspekte. Dabei werden soziale und ökologische Ziele mit dem wirtschaftlichen Handeln vereint.

Dematerialisierung

Abschaffung greifbarer Dinge durch immaterielle Dinge, wie bspw. vom ausgedruckten Flugticket zum Onlineticket. Es ist ein Prozess der Neugestaltung der Wertschöpfungskette mithilfe der Digitalisierung.

EU Ecolabel

Das EU Ecolabel ist ein europaweit anerkanntes Gütesiegel für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Es wurde 1992 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und legt den Fokus stark auf ökologische Aspekte, wie beispielsweise einen geringen Einsatz von Chemikalien und einen niedrigen Energie-, Wasser- und Abfallverbrauch.

Fairtrade

Kontrollierte, nachverfolgbare Produktionsschritte und Handel. Das Fairtrade-Siegel steht für humane Arbeitsbedingungen, Abschaffung von Kinderarbeit, faire Preise und Entlohnung für Arbeiter auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern, sowie ökologischen Anbau.

Green Globe

1993 rief das World Travel & Tourism Council das Green-Globe-­Siegel ins Leben, welches Hotels, Veranstaltungszentren, Attraktionen und weitere Unternehmen auf Nachhaltigkeit prüft und diese auszeichnet. Die Green-Globe-Einhaltungsindikatoren orientieren sich an der Agenda 21 und an GSTC. Das Siegel unterscheidet sich in Gold und Platin und spiegelt nachhaltiges Engagement in allen drei ­Dimensionen der Nachhaltigkeit wider (Ökologie, Soziales, Ökonomie)

GreenSign 

Seit 2015 zertifiziert InfraCert, das Institut für Nachhaltige Entwicklung in der Hotellerie, Hotels und Hostels europaweit mit dem Nachhaltigkeitssiegel GreenSign. Das GreenSign-Zertifikat wird in fünf verschiedenen Levels vergeben, wodurch die nachhaltige Entwicklung des zertifizierten Hotelbetriebes angekurbelt wird. Der Katalog basiert auf der EMAS und der ISO 14001 und ist GSTC-konform.

Hans Carl von Carlowitz

Dieser gilt als Begründer der Nachhaltigkeit. In seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“, in welchem er zur nachhaltigen Forstwirtschaft auffordert, wurde der Begriff „nachhaltig“ zum ersten Mal erwähnt. Dies war im Jahr 1713.

Klimaneutrale Übernachtung

Ausgleich der CO2-Emissonen, welche durch die Übernachtung im Hotel entstehen bspw. durch die Unterstützung eines Klimaschutzprojektes.

LOHAS

Steht für „Lifestyle of Health and Sustainability“ und definiert eine Menschengruppe mit einem nachhaltigen Lebensstil. Diese legen besonderen Wert auf Gesundheit, Umwelt und Soziales und sind bereit, für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen mehr zu zahlen. Ein LOHA ist meist ein Mensch mit überdurchschnittlicher Bildung, sowie Einkommen.

Nose-to-Tail

Aus dem Englischen „Nose“ für Nase und „Tail“ für Schwanz, also „Von Nase zu Schwanz“. Dieser ­kulinarische Trend kämpft gegen die Verschwendung tierischer Produkte. Der Ansatz schlägt die Verwertung und den Verzehr des gesamten Tieres vor, um das Schlachten eines Tieres bestmöglich und auf dem fairsten Wege zu nutzen.

Ökotourismus

Ökotourismus, oder auch sanfter Tourismus genannt, beschreibt naturverträgliches Reisen in unberührte Gebiete, ohne dass die Umwelt oder lokale Bevölkerungen negativ belastet werden. ­Dabei spielen An- und Abreise eine weitaus geringere Rolle als das umweltfreundliche Verhalten am Urlaubsort. Bewusstes Reisen und die Wertschätzung regionaler Begebenheiten zeichnen den Ökotourismus aus.

Pescetarier

Menschen, die Fisch (italienisch: Pesce) konsumieren, aber auf den Verzehr von Fleisch völlig verzichten.

ReFood

ReFood widmet sich der akkuraten und umweltverträglichen Lebensmittelentsorgung aus der Gastronomie, Hotellerie, Lebensmittelproduktion und dem Einzelhandel. Ein flexibler Entsorgungsrhythmus tauscht Speiserestebehälter und verwertet organische Rückstände zu naturfreundlicher Energie. Auch bei der Fettentsorgung bietet ReFood eine transparente Rück­verfolgbarkeit.

Soziales Konsumbewusstsein

Durch dieses Bewusstsein werden umweltschonende Produkte, die unter fairen Arbeitsbedingungen und sozialer Gerechtigkeit produziert werden, bevorzugt konsumiert.

Upcycling

Ist eine Form von Müllverwertung. Wie beim „Recycling“ wird ein Abfallprodukt wiederverwertet, nur erfährt dieses Produkt beim Upcycling (up = „[nach] oben“) dabei eine klare Qualitätsaufwertung.

Zero Waste

Aus dem Englischen „null Müll“. ­Leben nach der Zero-Waste-Strategie bedeutet strikte Müllvermeidung und ein Ausbruch aus dem allgegenwärtigen Konsumwahn. Somit kann der öklogische Fußabdruck im Alltag stark verringert werden.

Autor/in:
Jasmin Kreulitsch
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