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Liegen in Wellnesshotels oft Mangelware

19.10.2010

Wien. Der Wellnesshotelführer Relax Guide hat bereits zum zwölften Mal die heimischen Wellnesshotels kritisch unter die Lupe genommen. Trotz kräftig gestiegener Preisen wurde die Qualität nicht überall gehalten

Für Christian Werner, Herausgeber des Relax Guide, sind eine ausreichende Anzahl von Liegen beziehungsweise Ruheplätze im Indoor-Bereich des Spas eine Grundanforderung an jedes Wellnesshotel

Vorr wenigen Tagen erschien bereits zum zwölften Mal der kritische Wellnesshotelfüher Relax Guide. Herausgeber Christian Werner und sein Team haben wieder allen österreichischen Hotels die mit Wellness und Gesundheit werben auf den Zahn gefühlt. Insgesamt 989 Betriebe, davon 43 neue Hotels, waren auf dem Prüfstand - doch nur 30 Prozent, das sind 294 Häuser wurden mit den begehrten Lilien ausgezeichnet. Unter den Top-Hotels 2011 des Landes finden sich beispielsweise das „Reiter´s Supereme“  in Bad Tatzmannsdorf, „Der Steirerhof“ in Bad Waltersdorf und die Schalber Wellness-Residenz in Serfaus.


Problem Massageausbildung

Insgesamt waren es nur acht Betriebe, die mit der maximalen Anzahl von vier Lilien und damit mit 19 bzw. 20 Punten bewertet wurden. Der Großteil der auszeichneten Hotels bekamen mit 13 bzw. 14 Punkten eine Lilie. Zu den Kriterien der Bewertung gehören unter anderem Lage, Ambiente, Küche und Dienstleistungsqualiät. Aber auch verkürzte Spa-Öffnungszeiten, geringe Pooltermperaturen und mangelhafte Behandlungen wirken sich auf die Bewertung aus. Zu den neuralgischen Bewertungspunkten zählen auch die Massageangebote. Hier wird das Problem der Ausbildung immer größer, denn die Ausbildung einer Kosmetikerin mittels Wochenendseminar zur Masseurin ist leider kein Einzelfall. Auch die Poolwasserhygiene ist von Bedeutung. Diesbezüglich hat das Rogner Bad Blumau mit bester Wasserqualität in zwölf verschiedenen Becken die Nase vorne.


Genügend Platz zum Relaxen

Ein wichtiger Qualitätsfaktor für die Gäste sind auch die Ruheliegen - und die sind leider bei vielen Betrieben Mangelware. „Durchschnittlich müssen sich acht Hotelgäste eine Liege im Spa tielen. Etwa zwei Drittel dieser Liegen befinden sich zudem im Hallenbad oder in Durchgangszonen, wo kaum Ruhe zu finden ist. Damit teilen sich genau genommen durchschnittlich 24 Gäste eine Ruheliege“, kritisiert Christian Werner. Eine ausreichende Anzahl an Liegen im Indoor-Bereich des Spas gehören für ihn eigentlich zur Grundausstattung jedes Wellnesshotels. Es ist daher besonders paradox, dass die Wellnesshotels trotz Absinken der Qualität ihre Preise kräftig angehoben haben. In den vergangenen zwölf Monaten registrierte der Relax Guide eine Preissteigerung von 5,1 Prozent. „Das ist die zweithöchste Steigerung der vergangenen zwölf Jahre und entspricht dem Zweieinhalbfachen der Inflationsrate“, sagt Christian Werner. Insgesamt liegt der durchschnittliche Zimmerpreis im Wellnessbereich derzeit bei 81.22 Euro - wobei Vorarlberg das teuerste Bundland ist (98,31 Euro), gefolgt vom Burgenland (84,67 Euro) Preisliches Schlusslicht ist die Steiermark (73,85 Euro).

Dass sich Qualität auf jeden Fall auszahlt beweisen alle Hotels die mit vier Lilien ausgezeichnet wurden. Kein einziges dieser acht Hotels hat Auslastungsprobleme. Der Steirerhof beispielsweise kann sich das ganze Jahr über eine durchschnittliche Auslastung von rund 90 Prozent freuen.          

A.Rienesl

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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