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LMIV – jetzt wird es ernst

11.12.2014

Diese Woche tritt die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV), im Volksmund Allergenverordnung genannt, in Kraft. Hilfe für die Gastronomen naht von allen Seiten TEIL 2.

Text: Thomas Askan Vierich

 

Vermutlich wissen Sie es schon und können es bald auch nicht mehr hören: Am 13. Dezember tritt jetzt die LMIV in Kraft. Immerhin: Hilfestellung aus allen Richtungen sind in Arbeit oder liegen bereits vor. Im letzten Heft haben wir berichtet, wie manche Großhändler zur LMIV stehen und welche Services sie ihren Kunden anbieten. Das wollen wir an dieser Stelle fortsetzen.
Die Wirtschaftskammer ist weiterhin aktiv und informiert unermüdlich Gastronomen und Hoteliers: „Wir wissen natürlich, dass die gesetzliche Informationspflicht eine enorme bürokratische Mehrbelastung für die heimischen Gastronomiebetriebe darstellt, warnen aber vor Panikmache“, betont der Obmann des Fachverbandes Gastronomie Herbert Hinterleitner. Schon als die Pläne der EU-Kommission bekannt wurden, habe der Fachverband das Problem ernst genommen und vor einer möglichen Bürokratielawine für die Betriebe gewarnt. Dank intensiver Verhandlungen und konstruktiver Zusammenarbeit mit dem für die Umsetzung zuständigen Bundesministeriums für Gesundheit, konnten die schlimmsten Nebenwirkungen der Allergen-Verordnung bei der nationalen Umsetzung abgeschwächt werden, sagt Hinterleitner. Er betont den ausgehandelten Vorteil, dass Informationen auch mündlich weitergegeben werden können. Auch wenn andere aus der Kammer davor warnen, sich auf mündliche Aussagen in einem eventuell anstehenden Prozess, wenn doch mal etwas passiert sein sollte, zu verlassen.

Online-Plattform
Als besondere Serviceleistung hat die Wirtschaftskammer eine österreichweite Online-Rezept-Plattform entwickelt: Als kostenloses Tool für Betriebe, mit dem die Erfassung der Zutaten und die Dokumentation der darin enthaltenen informationspflichtigen Allergene ganz einfach gemacht wird. Gastwirte und Köche können hier ihre Zutaten eingeben, und das Programm findet dazu die entsprechenden Allergen-Informationen. Die Zutatenlisten mit den entsprechenden Allergen-Informationen können gespeichert bzw. ausgedruckt werden und sind damit gleichzeitig eine geeignete Dokumentation im Sinne der Allergeninformationsverordnung. Dr. Thomas Wolf vom Fachverband der Gastronomie betont, dass die Kammer dieses Tool gratis zur Verfügung stellt, um die Mitgliedsbetriebe in dieser Sache „nicht dem freien Markt auszuliefern“.

Gleichbehandlung
Die Kammer hat auch eine Klarstellung des Gesundheitsministeriums erreicht, dass die Informationspflicht auch für Vereinsfeste, Zeltfestveranstaltungen etc. gilt – mit der Ausnahme des Verkaufs von selbstgemachten Lebensmitteln wie Mehlspeisen durch Privatpersonen auf Feuerwehrfesten. Hinterleitner fordert Rechtssicherheit und Unterstützung auch vonseiten der Behörden statt die Androhung existenzbedrohender Strafen. Der Strafrahmen solle sich auf maximal 1.000 Euro beschränken und nicht auf die Fantasiezahlen von 50.000 oder gar 100.000 Euro erstrecken.

Schulungen
Auch wenn für die Schulungen zur Allergenverordnung noch ein Jahr Frist besteht, spätestens 2015 sollten die Gastronomen sich auch damit befassen. Solche Schulungen können ganz unkompliziert ablaufen, etwa in Stehzeiten, mit einem Online-Kurs, der das Wissen wie bei einem Quiz in kleine Happen verpackt, zum Lernen auffordert und den Lernerfolg erst bestätigt, wenn jede Lernkarte mehrmals richtig beantwortet wurde.

 
So einen Kurs, den sie Mobiles MicroLearning nennt, bietet Margot Maaß von der MicroLearning Academy für Tourism (M. A. T.) an. Maaß hat sechs Jahre die Akademien der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) geleitet und ist seit über 25 Jahren in der Tourismuswirtschaft tätig. „Die Schulung der Mitarbeiter geschieht einfach zwischendurch, regelmäßig und in kleinen Schritten, sodass das Wissen tatsächlich im Langzeitgedächtnis gespeichert wird“, sagt die erfahrene Didaktikerin. „Es kann Präsenzschulungen sinnvoll ergänzen oder ersetzen und steigert die Servicequalität nachhaltig.“

Entwickelt wurde das System von der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft und ist in Unternehmen wie MPreis, Wein & Co oder ÖBB bereits im Einsatz. Über M. A. T steht es nun auch dem Tourismus und der Gastronomie zur Verfügung. Geboten werden zum einen standardisierte „MicroKurse“, wie die mit einer Ernährungsexpertin entwickelte Allergenschulung, zum anderen ganz individuelle, auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Lerninhalte. Die Kurse kann man sogar übers Handy oder das iPad „besuchen“.

www.gastronomieverband.at
www.microlearning-tourism.com

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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