Direkt zum Inhalt
Laut Urteil gebe es keine Beweise dafür, dass der Besuch von Gaststätten unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen für den Anstieg der Coronafälle nach Weihnachten verantwortlich sei.

Lockdown: Baskische Gastronomen feiern Justiz-Sieg

11.02.2021

Bars, Restaurants und Cafes dürfen auch in den von der Pandemie hart getroffenen Gebieten wieder Gäste empfangen. Wie ist das möglich?

Es ist ein erster Sieg der spanischen Gastronomie-Unternehmer gegen die Maßnahmen des Corona-Lockdowns: Dank eines umstrittenen Justizurteils dürfen Bars, Restaurants und Cafes seit Mittwoch im Baskenland auch in den von der Pandemie hart getroffenen Gebieten wieder Gäste empfangen.

"Gerechte Entscheidung"

Von den Zwangsschließungen war bisher neben Dutzenden Gemeinden auch die Küstenstadt San Sebastián mit ihren knapp 190.000 Einwohnern betroffen. Dort öffneten am Mittwoch die meisten Gaststätten wieder ihre Pforten. Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes der Provinz Bizkaia, Hector Sanchez, jubelte: "Das ist eine gute und gerechte Entscheidung."

Die Regionalregierung hatte im Rahmen der Bemühungen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen, dass in Corona-Hotspots mit mehr als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen alle Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben müssen. Diese Regelung hatte seit Jänner wochenlang gegolten. Am Dienstag wurde sie aber vom Oberlandesgericht des Baskenlandes gekippt. Es gebe keine Beweise dafür, dass der Besuch von Gaststätten unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen für den Anstieg der Coronafälle nach Weihnachten verantwortlich sei, hieß es im Urteil.

Einspruch

Die baskische Regionalregierung bezeichnete das Urteil als "sehr schlimm", weil es die Bemühungen zur Bekämpfung des Virus behindere. Sie kann bis Sonntag Einspruch einlegen. Das Urteil bleibt davon aber bis auf Weiteres unberührt. Die Gaststätten müssen jedoch gemäß Urteil die um 20 Uhr beginnende Sperrstunde sowie andere Auflagen beachten, darunter die Vorschrift einer maximalen Auslastung von 50 Prozent in den Innenräumen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Wann wird wieder Bier durch die Zapfhähne der heimischen Gastro-Betriebe rinnen?
Gastronomie
11.02.2021

"Wir hängen weiter in der Luft". Die Hilfen für Gastrozulieferer - vom kleinen Gemüsehändler bis zum Großhandel - lassen weiter auf sich warten. Dramatisch ist die Situation mittlerweile auch für ...

Der Gastro-Großhandel ist bereit für die Wiedereröffnung.
Gastronomie
03.02.2021

Sie sind versteckte Opfer der Gastro-Schließungen. Wie die Großhändler die Krise nehmen, zeigen die Beispiele der Familienunternehmen Wedl und Kastner.

Der Handel darf öffnen. Die allgemeine Gastronomie nicht.
Gastronomie
02.02.2021

Schulen, aber auch Handel und körpernahe Branchen sperren wieder auf. Wie erwartet, müssen Gastronomie und Hotellerie den Februar noch geschlossen halten. Schön langsam zermürbt dies die Branche ...

Nach dem Lockdown müssen bürokratische Hürden abgebaut werden.
Gastronomie
21.01.2021

Die Gastronomie wird aus der Corona-Krise auferstehen, meint der Wiener Fachgruppenobmann Peter Dobcak. Wie gut das gelingt hängt aber von den politischen Rahmenbedingungen ab

Aus Urlaubern werden Forscher: Skispaß in Vorarlberg.
Hotellerie
14.01.2021

Ob getarnte Geschäftsreise oder "Forschungsaufenthalt" auf der Skipiste: Schwarze Schafe erweisen der Branche keinen guten Dienst.

Werbung