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Vom Kaffeesud getrennte Aluminumkapseln...

Lokalaugenschein beim Kapsel-Recycler

24.05.2017

Nespresso treibt im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie „The Positive Cup“ die Wiederverwertung voran. Die Kapsel aus der Kapsel ist der nächste Schritt.

... aus der Hammermühle.
Harald Höpperger (links) und Richard  Paulus von Nespresso.

Die Kapsel, die Sie heute verwenden, ist der Energieträger für die nächste“, versucht Richard Paulus, Sustainability Manager Nespresso Österreich, die Wiederverwertung der berühmtesten Kaffeekapsel der Welt auf den Punkt zu bringen. Um einen Einblick in den Kreislauf der Kaffeekapseln von Nespresso zu bekommen, hatte das Unternehmen zum Lokalaugenschein beim Tiroler Entsorger Höpperger in Pfaffenhofen geladen. 

Wer sich dort Großes erwartet hatte, wurde zunächst enttäuscht. In der riesigen Bioabfallhalle wirkt die Wiederverwertungsanlage ziemlich klein. Bei näherer Betrachtung ist die Größe aber kein Faktor. Wichtig sei, wie Höpperger-Biologin Kathrin Embacher erklärt, dass das Aluminium der Kapseln und die Kaffeereste fachgerecht voneinander getrennt und wiederverwendet werden können. 

Wertvoller Abfall

Dazu werden die Kapseln per LKW nach Pfaffenhofen transportiert. „Ein LKW mit gebrauchten Kaffeekapseln entspricht dem energetischen Gegenwert von ca. 10.000 kWh oder 3.500 Litern Heizöl. Aus den Kaffeerückständen könnten umgerechnet 2,5 Einfamilienhäuser ganzjährig mit Strom versorgt werden“, erklärt Harald Höpperger. Die Kaffeerückstände werden dazu in der sogenannten „Hammermühle“ aus der Kapsel gespült. Der biogene Kaffeesud wird für die Biogas-Gewinnung in regionalen Kläranlagen verwendet und in Folge verstromt. 

Das Aluminiumgehäuse der Kapseln wird zerkleinert, eingeschmolzen und für neue Aluminiumprodukte wiederverwertet bzw. als Sekundärrohstoff weiterverkauft. Derzeit prüft Nespresso, ob aus gebrauchten Kapseln wieder neue gemacht werden können. Technisch ist das möglich, aber noch nicht ausgereift. „Es wird aber kommen“, stellt Richard Paulus klar. 

Nespresso stellt einstweilen „Second Life“-Produkte vor, wie zum Beispiel die Limited Edition von Victorinox. Die Aluminiumschalen des Taschenmessers bestehen aus recycelten Nespresso-Kapseln. 

Vom Aluminium selbst kann und will man sich bei Nespresso nicht verabschieden. „Wir testen laufend unterschiedliche Materialien. Bislang aber schützt kein anderes Material die Kaffeearomen besser vor äußeren Einflüssen“, so Richard Paulus. Der Nespresso-Grand-Cru-Kaffee werde aus den weltbesten Kaffeebohnen gewonnen. Lediglich ein bis zwei Prozent des global angebauten Kaffees würden den hohen Ansprüchen genügen. Daher brauche es hochwertiges Verpackungsmaterial. 

Schon 2009 hat Nespresso begonnen gemeinsam mit der ARES, einer Tochterfirma der ARA (Altstoff Recycling Austria), ein eigenständiges Sammel- und Recyclingsystem einzuführen. Seit 2012 wird Nespresso dabei von Höpperger unterstützt. Heute werden wöchentlich rund 25 Tonnen Nespresso-Kapseln in Tirol recycelt. 

Gastro-Kunden von Nespresso Business Solutions stehen eigene Sammelbehälter zur Verfügung, die auf Wunsch auch abgeholt werden. „Nespresso ist Vorreiter beim Recycling. Andere Hersteller sind deshalb gezwungen nachzuziehen. Da sind wir in Verhandlung, dass wir die Verträge bekommen“, so Höpperger. 

Autor/in:
Barbara Egger
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