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Der Trend zum Wandern geht in die Masse, neuerdings flanieren Urlauber auch gerne in den Berne.

Lust aufs Gehen

02.06.2021

Seit einigen Jahren erlebt Wanderurlaub einen stetigen Aufschwung. Die Pandemie hat den Outdoor-Boom noch weiter verstärkt. Neue touristische Produkte tragen dem Rechnung.

Mathias Schattleitner: "Die Almkulinarik by Richard Rauch ist unser wichtigstes Leitprojekt“.
Ulrich Andres: "Ein Großteil der Menschen, die von Fernreisen auf Urlaub vor der Haustür umgeschwenkt ist, wird wahrscheinlich bleiben“.

Vom Zeitvertreib für erfahrene Bergfexe hin zum gefragten Hobby für Millennials: Wandern liegt momentan voll im Trend. Noch nie haben so viele Menschen Freude und Erholung in den Bergen gesucht. Diese Entwicklung aus dem Alltag setzt sich auch in der Planung des diesjährigen Sommerurlaubs fort, wie eine aktuelle Studie der Österreich Werbung zeigt: Mit einem Plus von 16 % ist das Interesse der Österreicher am Thema Wandern im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. „Wandern in der Natur war immer schon etwas Magisches, aber viele Menschen erkannten ihre Sehnsucht nach der Weite und Schönheit der Berge erst während der Lockdowns“, sagt Ulrich Andres, Geschäftsführer des Vereins Österreichs Wanderdörfer, eine der größten touristischen Regionalkooperationen Österreichs. 

Wanderboom

Aktuell unterstützt der Verein 47 Mitgliedsregionen mit einer professionellen Marketingbetreuung. „Den Wanderboom beobachten wir schon seit gut zehn Jahren. Durch die Pandemie ist der Trend in die Masse gegangen. Neu sind beispielsweise Winterurlauber, die erstmals auch den Sommer in den Bergen verbringen“, beschreibt Andres. Waren vor 20 Jahren noch hauptsächlich sportlich motivierte Bergsteiger unterwegs, gibt es nun auch den Trend, in den Bergen flanieren zu gehen: „Diese Gruppe braucht etwa einen Berglift, um ohne große Anstrengung Panoramawanderungen im hochalpinen Raum zu unternehmen. Da hat es einen kompletten Wertewandel gegeben. Outdoor ist die neue Kirche“, meint Andres. Seiner Ansicht nach werde es nach der Lockerung der Reisebestimmungen zwar eine Abflachung des Trends geben, aber „ein Großteil der Menschen, die von Fernreisen auf Urlaub vor der Haustür umgeschwenkt ist, wird wahrscheinlich bleiben“, so Andres. 

Kulinarik auf Almen

Die neue Lust am Gehen wird auch in der Urlaubsregion Schladming-Dachstein beobachtet: „Wir spüren den Outdoor-Boom sehr deutlich. Mit unseren sieben Sommerseilbahnen können auch Einsteiger Gipfelerlebnisse mit hochalpinem Feeling erleben“, sagt Geschäftsführer Mathias Schattleitner und: „Wir waren schon vor Corona gut aufgestellt, was den Outdoor-Tourismus angeht. Inzwischen ist das Verhältnis zum Wintertourismus 50 zu 50“, so Schattleitner. Das Angebot an Themenwanderungen ist sehr umfassend und reicht von „Auf den Spuren der Bergretter“ über den „Gstanzlweg“ und das „Waldbaden“ bis zum „Ennstaler Almdiplom“. Die „Almkulinarik by Richard Rauch“ geht heuer bereits in die dritte Saison: „Wir wollen Schladming-Dachstein zu einer der führenden Kulinarik-Destinationen in Österreich entwickeln. Die Almkulinarik by Richard Rauch ist dabei unser wichtigstes Leitprojekt“, sagt Schattleitner. Im Frühling wurden die neuen, innovativen Almgerichte in Workshops gemeinsam erkocht und perfektioniert. Zutaten sind in erster Linie regionale Produkte, teilweise auch aus eigener Erzeugung. Alle 15 Almkulinarik-Hütten sind zu Fuß erreichbar, die Wanderungen dorthin unterschiedlich lang. Einen zusätzlichen Mehrwert schafft die kostenlose App „Summit Lynx“. Sie holt die klassische Wandernadel ins digitale Zeitalter und ermöglicht das Erwandern einer „Almkulinarik-Wandernadel“.

Neue Wanderwege

Entspanntes Wandern bietet auch der neue Etappenwanderweg „Via Paradiso” am Millstätter See in Kärnten. In vier Tagen führt die Wanderroute auf 55 Kilometern rund um den See – stets mit Blick auf Wasser und Berge. Der Wanderweg bietet von barocken Villen, üppigen Bauerngärten, historischen Orten und Burgruinen bis zum Sprung ins bis zu 27 Grad warme Wasser vielfältige Erlebnisse. 

Nicht nur in den Alpen, auch an der Donau wird seit dem Vorjahr ein wahrer Boom an Outdooraktivitäten erlebt: „Unsere Wanderkarten und auch die Wanderpackages für den Welterbesteig Wachau oder den Weitwanderweg Kremstal Donau waren so gefragt wie nie. Wir konnten mit unserem Angebot auch viele Gäste aus allen Teilen Österreichs, vor allem auch aus dem Westen, ansprechen. Ich bin überzeugt, dass wir dadurch auch langfristig neue Kundensegmente gewinnen konnten“, sagt Bernhard Schröder, Geschäftsführer des Donau Niederösterreich Tourismus.

Autor/in:
ute.fuith
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