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Aufsehenerregende Hotelarchitektur an der Hamburger Außenalster

Luxus auf den zweiten Blick: The Fontenay

12.04.2018

Seit dem Abriss des Hotels Intercontinental an der Hamburger Außenalster 2014 war Klaus-Michael Kühnes „The Fontenay" Stadtgespräch. Jetzt ist es endlich fertig. Die ÖGZ auf Lokalaugenschein im neuen 100 Mio-Euro-Haus.

Hingucker: das 27 Meter hohe Atrium
Bibliothek mit 1000 Büchern

Irgendwann nannte der milliarden-schwere Investor Klaus-Michael Kühne (Logistik unternehmen Kühne + Nagel) sein zweites Hotel „meine kleine Elbphilharmonie“. Denn Bauverzögerungen wie zuletzt ein großer Wasserschaden verschoben die Eröffnung des Fünf Sterne Superior-Hauses vom Sommer 2016 auf März diesen Jahres. Der Neubau sorgt aber auch optisch für Aufsehen, er besteht aus drei ringförmigen Gebäuden in bester Innenstadtlage. Die Architektur stammt von Jan Störmer, der in Hamburg bereits die Deutschlandzentrale von Kühne + Nagel, aber auch das Hotel „Side“ geplant hat. Highlight ist das 27 Meter hohe Atrium, die Herzkammer des Hotels.

Jedes Zimmer mit Balkon

Der ungewöhnliche Grundriss ermöglicht aber auch, dass jedes der 130 Zimmer einen Balkon aufweist. Der Name „The Fontenay“ spielt übrigens auf den historischen Schiffsmakler John Fontenay an, dessen Nachlass-Stiftung bis heute Filetstücke entlang der Alster besitzt. Der Holzboden der Zimmer wurde aus Eichen rund um die burgundische Abtei Fontenay gefertigt. Also ist das Ganze ein origineller „Namenswitz“, so man ihn auch erkennt.

„Der Pelz wird in Hamburg nach innen getragen“, charakterisiert PR-Managerin Claudia Bellmann derlei „Luxus auf den zweiten Blick“. So wird nicht jeder Gast die Tür zur Bibliothek als Makassar-Holz erkennen, dass es ein edles Material ist, allerdings schon. Dahinter warten dann rund um den Kamin 1.000 Bücher, die die renommierte Buchhandlung Felix Jud kuratiert hat. Auch der grüne Onyx im Frühstücksraum, der sich auf das park-artige 10.000 m² große Grundstück (und Hamburgs beliebteste Laufstrecke) öffnet, fällt in diese Kategorie.

Fischbrötchen und Alster-Blick

Ähnlich wie im Londoner Savoy sorgt eine kleine Boutique für Patisserie auch zum Mitnehmen. Exklusiver wurde das Restaurant „Lakeside“ gestaltet, das auf der siebenten Etage auch einen Private Dining-Salon umfasst. Den Rundblick teilt man sich mit der Bar einen Stock tiefer – und selbst von den Toiletten blickt man auf die Platzhirsche Le Meridién und Atlantic Kempinksi am anderen Alsterufer. Kühne selbst hat sich gegen einen Management-Vertrag entschieden: „Sie müssen immer investieren, dürfen aber nichts mehr entscheiden“, wird der Milliardär zitiert, „Sie sind dann nur Bauherr“. Somit werden die 130 Zimmer (DZ ab 355 Euro, ohne Frühstück) als Mitglied der Leading Hotels und auf Online-Plattformen vermarktet, so Claudia Bellmann. Mit 43 m² Standard-Größe weisen sie neben dem Balkon auch einen begehbaren Schrank auf. „Kleinere Zimmer mit 28 m² gibt es, allerdings nur für Nannys oder Begleitpersonal“, so Bellmann.

Medizinischer Service

Denn im Fontenay ist man auf längere Aufenthalte eingestellt; eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Eppendorf ermöglicht sogar die Nachsorge im Hotel nach herz- oder gefäßchirurgischen Eingriffen. Im Haus selbst steht im 1.000 m² großen Spa auch ein Außenpool – eine Seltenheit in Hamburgs Hotels – mit Alsterblick zur Verfügung. Bespielt wird Hamburgs neues Luxushaus von einem „All Star“-Team: General Manager Thies Sponholz weist Karriere-Stationen wie Suvretta House (St. Moritz), Hotel Negresco (Nizza) oder das Hotel de Rome (Berlin) auf. Küchendirektor Stefan Wilke kam von der „MS Europa“ und Chef-Sommelière Stefanie Hehn stand bisher im Seehotel Überfahrt an der Seite von Michelin-Koch Christian Jürgens. Entsprechend dem Trend zu „Casual Luxury“ serviert man auch Fischbrötchen ebenso wie eine Hausabfüllung der Hamburger Ratsherrn-Brauerei. Es wird ja nicht immer Pelz getragen – nicht einmal nach innen.

Autor/in:
Roland Graf
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