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Märkte in Bewegung

23.09.2004

Die dynamischsten Quellmärkte Zentral- und Osteuropas haben sich für Österreichs Tourismuswirtschaft schon längst zu einem wichtigen Faktor in den Nächtigungs- und Umsatzstatistiken entwickelt.

Grund genug für die Österreich Werbung, noch mehr über die Urlaubswünsche und Vorlieben unserer neuen EU-Nachbarn in Erfahrung zu bringen. Gemeinsam mit FESSEL-GfK startet die ÖW nun eine groß angelegte Marktstudie in ausgewählten zentral- und osteuropäischen Ländern – direkt an den potenziellen Gästen.
Touristen aus Mittel- und Osteuropa werden wichtiger
Im vergangenen Jahr stammten bereits 4,8 Prozent aller Ausländer-Nächtigungen und 5,9 Prozent der Ausländer-Ankünfte aus diesem Raum. Die Region CEE ist damit hinter Deutschland (61,2 Prozent der Nächtigungen) und den Niederlanden (9,9 Prozent) der drittgrößte Quellmarkt für Touristen nach Österreich. Auch für die kommenden Jahre ist starke Dynamik zu erwarten: „In zehn Jahren wird sich dieser Anteil verdoppeln“, sagt der Geschäftsführer der Österreich Werbung (ÖW), Arthur Oberascher.
Aus den neuen EU-Ländern Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei kamen 2003 knapp 3 Millionen Gäste nach Österreich, fast dreimal so viele wie die 1,2 Millionen zehn Jahre davor. Die meisten Österreich-Urlauber aus dieser Gruppe stammen mit 1,009.437 (1993: 649.077)
aus Ungarn, dahinter folgen 922.325 (195.326) Tschechen, 830.366 (287.345) Polen und mit Abstand 184.576 (45.049) Gäste aus der Slowakei. Gäste aus dem Nicht-EU-Land Russland bringen es immerhin noch auf einen Marktanteil von 0,7 Prozent.
Tschechen reisen intensiv
Die Reisefreudigkeit aus den neuen EU-Ländern wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen, hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Fessel-GfK aus repräsentativen Umfragen ermittelt. Durchschnittlich ein Viertel der Bürger Ungarns, Tschechiens, Polens und der Slowakei haben in den vergangenen drei Jahren Auslandsreisen unternommen, weitere 10 Prozent planen dies in den kommenden drei Jahren.
„Vor allem die Tschechen zeigen deutliche Züge von Intensivreisenden“, interpretiert Fessel-GfK-Chef Rudolf Bretschneider die Ergebnisse: Demnach haben 41 Prozent der Tschechen kürzlich Auslandsreisen unternommen, mehr als die Hälfte davon zwei- oder dreimal.

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Das touristische Potenzial dieser Länder wird auch aus einer so genannten „Quellmarktanalyse“ der ÖW deutlich, in der die Marktchancen für das Reiseziel Österreich bewertet wird: Ungarn liegt in dieser Wertung auf Rang 2, Tschechien auf Platz 8. Die ÖW hat ihr Marketingbudget für diese Region auf 2 Mio. Euro erhöht.
Die durchschnittlichen Ausgaben der Touristen aus den vier CEE-Ländern liegen um 60 Euro je Gast und Tag nur unwesentlich hinter dem Gesamtdurchschnitt von rund 70 Euro.
In den ersten sechs Monaten 2004 gibt es in drei der vier CEE-Länder kräftige Steigerungsraten: Die Zahl der Nächtigungen von Ungarn in Österreich stieg um knapp 15 Prozent, es kamen um 13 Prozent mehr Slowaken und um 11 Prozent mehr Tschechen nach Österreich. Rückläufig war nur die Zahl der Nächtigungen aus Polen, was Oberascher mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Land begründet.
Synergien bei Datenerhebung und -verknüpfung
Bei der Kooperation zwischen ÖWS und Fessel-GfK handelt es sich konkret um die Durchführung von Länderstudien zum Reiseverhalten und zum Image des Urlaubslandes Österreich: Die Studien in Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn bilden den Auftakt für die neue Studienreihe, die innerhalb der nächsten Jahre in den wichtigsten bzw. chancenreichsten Herkunftsmärkten des Urlaubslandes Österreich durchgeführt wird. Der idente Aufbau der Studien ermöglicht eine leichte Vergleichbarkeit der verschiedenen Herkunftsmärkte.
Motive für Österreichreise
Zu den wichtigsten Motiven für eine Reise nach Österreich zählen außer dem Interesse an der schönen Landschaft speziell bei Tschechen und Slowaken auch die (Winter-)Sportmöglichkeiten und – selbst für die Marktforscher überraschend – ein als attraktiv empfundenes Verhältnis zwischen Preis und Leistung.
Beliebteste Urlaubsziele in Österreich sind außer der Hauptstadt Wien die Bundesländer Tirol und Salzburg, speziell in Tschechien und der Slowakei erfreuen sich auch Ober- und Niederösterreich reger Beliebtheit. Für einige Bundesländer gebe es hier „noch einiges zu tun“, etwa für Kärnten, das allerdings auch geografisch relativ weit entfernt liegt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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