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Marketingtipps für die Gastronomie in der Krise

15.10.2020

Wie Ihr Gastrobetrieb die Corona-Durststrecke überwindet. Vier Tipps für Gastro-Marketing in turbulenten Zeiten. 

Zur Autorin

Lisa Reichkendler betreibt eine gleichnamige One-Woman-Kreativagentur in Wien, bei der sie mit internationalen Businesspartnern die analoge mit der digitalen Welt vereint, um für ihre Kundinnen und Kunden den bestmöglichen Output zu erzielen. Ihr Schwerpunkt liegt u. a. auf der ganzheitlichen Marketing-Beratung von Gastronomie- und Hotellerie-Betrieben.
lisareichkendler.com

Viele Österreicherinnen und Österreicher bleiben zurückhaltend. Obwohl die Lokale wieder offen sind, sieht man vielerorts leere Tische und ratlose Wirtinnen. So manche Gastronomin setzt jetzt auf Sparkurs. Doch gerade in Zeiten von geringerer Nachfrage sollten Sie auf gezielte Marketingmaßnahmen bauen. 

1. Erfolgreiche ­Kommunikation – Social Media als Hebel in der Krise

Wer auch in der Krise präsent bleibt, zeigt Beständigkeit. Es hilft nicht, wenn Sie auch noch digital von der Bildfläche verschwinden. Social Media bietet Gelegenheit, dem Betrieb eine Persönlichkeit zu geben. Welche Menschen arbeiten dort? Was ist die Entstehungsgeschichte des Lokals oder die Story hinter dem Rezept? Menschen lieben Geschichten und wollen Beziehung zu ihnen aufbauen – umso mehr, wenn sie durch die Umstände den Besuch in ihrem Lieblingslokal vermeiden. 

2. Kundennähe trotz ­Social Distancing – Covid-19-­sichere Events 

Sie haben eine Küchenchefin, die gerne unter Leuten ist? Ihre Patissière ist besonders begabt und kann gut erklären? Eine Covid-19-sichere Veranstaltung im kleinen Rahmen kann dafür sorgen, dass Sie endlich direkten Zugang zu Ihren Gästen bekommen. Wie Sie das organisieren?
•    Nutzen Sie Ihre bestehenden Kontakte, z. B. E-Mail-Verteiler, Newsletter
•    Schreiben Sie einen exklusiven Kleinevent aus, wie etwa einen Kochkurs mit einem Winzer und Produkten, die Ihre Gäste womöglich noch nicht kennen.
•    Limitieren Sie die Gästeanzahl auf eine kleine Gruppe, um Covid-19 Maßnahmen zu ermöglichen. 
•    Dokumentieren Sie die Veranstaltung mit Fotos und Kurz­videos für Social Media.
•    Ein Goody-Bag zum Schluss mit Köstlichkeiten und Erinnerungen bleibt länger im Gedächtnis als gedacht.

3. Netzwerke und ­ Kooperationen – gemeinsam statt einsam

Von einem Zusammenschluss zwischen Kultur und Gastronomie können beide Seiten profitieren: Während der Gastronomin die Gäste ausbleiben, brauchen Künstler eine Bühne. Genau das können die Gastronomen den Künstlern bieten. Umgekehrt sorgt deren Bekanntheit für mehr Gäste in den oft zu spärlich besuchten Lokalen. Auch Winzer und Getränke-Hersteller haben es in Zeiten von Sparmaßnahmen und abgesagten Messen nicht leicht. Warum also nicht eine Kooperation eingehen, die Ihren Gästen die Welt eines bestimmten Getränks mit einer passenden Speisenbegleitung – Stichwort Foodpairing – näherbringt?

4. Eine gute Karte reicht nicht mehr – erzählen Sie Geschichten!

Eines ist klar: Vor allem in wirtschaftlich prekären Zeiten ist eine leckere Speisenauswahl und ein feines Getränkesortiment lange nicht mehr der Grund, warum die Gäste ausgerechnet zu Ihnen kommen. Vielmehr sind es die Geschichten hinter Ihren Produkten, die Herkunft einzelner Ingredienzien oder auch die Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln, die Ihr Lokal aufwerten und mit denen Sie auf einen zunehmend nachhaltig und bewusst entscheidenden Gast eingehen. Es ist essenziell, dass Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal kennen und es dem Gast mit Ihren Marketingmaßnahmen vermitteln. Sparen Sie Ihr Geld nicht, wenn es um Bekanntheit, Image und Reichweite geht. Gezielte PR- und Marketingmaßnahmen werfen zwar nicht das schnelle Geld für Sie ab, sorgen aber für langfristigen Erfolg und gesundes Wachstum. 

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