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Meer Fisch als früher

23.05.2007

Der Fischkonsum der Österreicher stand jüngst im Mittelpunkt einer Gallup-Studie, die der heimische Fischgroßhändler Nordsee in Auftrag gegeben hat. Die wichtigste Grundaussage:

Auch im Binnenland Österreich landen Meeresfrüchte und Fisch immer öfter auf den Tellern

Fisch wird am Speiseplan der Österreicher immer wichtiger – auch wenn noch deutliche Steigerungsraten ebenso möglich wie wünschenswert wären. Wurden im Jahr 2000 pro Kopf in Österreich rund 5,4 kg Fisch gegessen, waren es im Jahr 2005 bereits 7,7 kg. Das bedeutet in sechs Jahren immerhin einen Zuwachs von 43 Prozent. Der ständig wachsende Fischkonsum in unserem Land gilt als sicherer Indikator für das zunehmende Ernährungsbewusstsein. (Zum Vergleich: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch liegt in Österreich laut AMA bei etwa 66,4 kg, davon etwa 40 kg Schweinefleisch.) Richtet man sich nach den Empfehlungen von Medizinern und Ernährungsexperten, so soll Fisch neben Obst und Gemüse einen fixen Platz am Speiseplan einnehmen. Viele Fischarten sind kalorienarm und reich an Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Dadurch spielt er eine bedeutsame Rolle für eine gesunde Ernährung.

Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln
Für die Gallup-Studie wurden 1.000 Personen zu ihrem Essverhalten befragt. Dabei kam zum Ausdruck, dass Fisch mittlerweile bei rund einem Viertel (23 %) der Bevölkerung einen hohen Stellenwert im Speiseplan einnimmt. „Nach Obst und Gemüse gilt Fisch als das gesündeste Nahrungsmittel und ist somit zugleich die Nr. 1 bei den tierischen Nahrungsmitteln“, so Roswitha Hasslinger, Geschäftsführerin des Österreichischen Gallup-Instituts. Die Studie zeigt aber auch auf, dass noch immer eine Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln existiert. „Das Bewusstsein über die Attraktivität des Fisches als gesundes Lebensmittel ist in den Köpfen der Menschen fest verankert, allerdings korreliert dieses noch nicht mit ihrem Verhalten, tatsächlich Fisch zu konsumieren.“ Dies sei vor allem auf das mangelnde Angebot an Frischfisch, zu wenig Information über die Zubereitung und die gesundheitlichen Vorteile als auch auf die höhere Preisanmutung zurückzuführen. Denn Fisch gilt als verhältnismäßig teuer.

Nordsee hat sich entsprechend der Studie zum Ziel gesetzt, mit zahlreichen Maßnahmen die Information über Fisch und Meeresfrüchte zu verstärken und gesunden Genuss zu fördern. In einem ersten Schritt wurden alle Nordsee-Filialen unter dem Motto „Meer frische Luft“ zu rauchfreien Zonen erklärt. Als nächster Schritt folgt die verstärkte Fokussierung des Filialsortiments auf gesündere (im Sinne von fettärmerer Zubereitung) Fisch- und Meeresfrüchtegerichte mit preiswerten Aktionsprodukten, um auch einkommensschwächeren Personen den Genuss von Fischprodukten zu ermöglichen. Wurden 2000 noch verstärkt gebackene Fischgerichte nachgefragt (71%), so verlegt sich der Schwerpunkt heute eindeutig in Richtung gegrillte Meeresfrüchte und Fische. Deren Anteil konnte sich im Zeitraum 2000 bis 2007 von 29 % auf 57 % nahezu verdoppeln. Konkret plant Nordsee-Geschäftsführer Ralf Teschmit die Einführung eines gesunden und sehr preiswerten „Tipp der Woche“, welcher ein Sortiment von ein Mal pro Woche wechselnden besonders gesunden Gerichten enthält. Nicht zuletzt wird ab Juni die Ernährungsexpertin Mag. Hanni Rützler in ausgewählten Nordsee-Filialen Auskunft über Fragen zum gesunden Genuss geben.

Scholle, Forelle, Lachs
Die unten stehende Grafik zeigt die Lieblingsfische der Österreicher, die – nicht besonders überraschend – von Scholle, Forelle und Lachs angeführt wird. Interessant ist jedoch die hohe Diskrepanz zwischen den Antworten „esse ich gerne“ und „bereite ich zumindest gelegentlich zu“. Das dürfte u. a. daran liegen, dass Fisch vor allem im Sommerurlaub gerne konsumiert wird. Zum anderen gibt es bei Fisch oft eine babylonische Sprachverwirrung: Dass etwa Wolfsbarsch, Branzino und Loup de Mer ein und dasselbe ist, ist nicht allen Fischfreunden bekannt. Und schließlich haben die Österreicher offensichtlich eine gewisse Hemmschwelle, was Einkauf und Zubereitung von Fisch betrifft. Eigentlich ein aufgelegter Elfer für die Gastronomie.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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