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Mehr Budget um Jobs zu retten

07.01.2009

Der Tourismus stabilisiert die Leistungsbilanz, stützt den Arbeitsmarkt und hält die lokale Wirtschaft am Laufen. Eine Erhöhung des ÖW-Budgets war nach Ansicht der ÖHV noch nie so notwendig wie jetzt.

"Die Winterbuchungslage in Österreichs Hotellerie liegt auf dem Niveau des Vorjahrs. Nach dem Rekordplus von 6,6 Prozent bei den Nächtigungen ist das mehr als erfreulich", erklärt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), nach einer bundesweiten Umfrage in der 4- und 5-Sterne-Hotellerie. Die Arbeit der "Allianz der 10" aus Österreich Werbung und Landestourismus-Organisationen trägt Früchte: "Synergien werden genutzt, die wird Effizienz gesteigert, es wird abgestimmt agiert: Dieser Weg soll fortgesetzt werden", so Reisenzahn.

Wann, wenn nicht jetzt?

Unterstützung dafür fordert die ÖHV von den Eigentümern (BMWA/WKÖ) - Das Budget der Österreich Werbung wurde zuletzt im Jahr 2000 erhöht. Der Kaufkraftverlust seither beträgt mittlerweile beinahe 20 %: "Wann, wenn nicht jetzt? Österreich nutzt seine Mittel im Destinationsmarketing so effizient wie nie! Und es war auch noch nie so wichtig, Geld in die Hand zu nehmen und sinnvoll einzusetzen", verweist Reisenzahn auf den vom WIFO prognostizierten Konjunkturrückgang von 0,5 Prozent. "Investitionen in das Destinationsmarketing bringen ausländisches Geld, damit stabilisieren wir die Leistungsbilanz. Die Reiseverkehrsbilanz, als wichtigste Dienstleistungskomponente, deckt in Krisenzeiten die bevorstehenden Verluste in den Handelsbilanzen ab. Noch dazu schaffen wir Arbeitsplätze und investieren lokal. Die Erhöhung des ÖW-Budgets war noch nie wichtiger als jetzt", so Reisenzahn. Denn auch wenn im laufenden Winter das Rekordniveau des Vorjahres voraussichtlich gehalten wird, kann die Sommernachfrage nicht prognostiziert werden.

Belastung durch gestiegene Kosten

Problematischer als die Nächtigungsentwicklung für den Winter wird sich auf die Branche die Entwicklung der Kosten in den unterschiedlichsten Bereichen auswirken. Die Erwartungen der Hotellerie lassen starke Preisanstiege befürchten - in den Bereichen Wareneinsatz (Küche und Keller): + 3,5 %, bei den Sonstigen Aufwänden (Energie, Marketing, Verwaltung, Finanzierung) : + 4,5 %. Nach den bereits erfolgten Kostensteigerungen im vergangenen Jahr wären weitere Anstiege der Kosten eine massive Belastung. Im Energiebereich sind weitere Verteuerungen bereits angekündigt, bei der Finanzierung wohl unausweichlich.

Optimismus auf dem Null-Punkt

Die derzeitigen wirtschaftlichen Meldungen verunsichern spürbar die Erwartungen der Hotellerie, was die Preisdurchsetzung für diesen Winter angeht. Die Situation ist bei der Kurzfristigkeit von Buchungen weiter angespannt. Auch Reiseveranstalter üben spürbaren Druck auf die Hoteliers aus. Immerhin 54% erwarten keine Veränderung zum letzten Winter. Der Anteil der Optimisten, die eine bessere Preisdurchsetzung als im Vorjahr erwarten, ist von 35,29% auf 8,09% gefallen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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