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Mehr Tourismus im Donauraum

03.05.2017

EU-Projekt: Die Kulturplattform Donauraum will verborgene Schätze entlang der Donau heben.

Es war einmal Centrope, jetzt kommt die „Kulturplattform Donauraum“: Ein ehrgeiziges, mehrere Anrainerstaaten umfassendes Interreg-Projekt möchte den Donauraum neu erschließen – künstlerisch und touristisch. Man möchte „Kreative Orte des 21. Jahrhunderts“ finden und bespielen, um einem internationalen Publikum historische Orte auf neue Art zugänglich zu machen. Sechs Länder nehmen an der Kulturplattform teil, Österreich ist federführend mit dem Bundeskanzleramt, Sektion Kunst und Kultur. Weitere Länder sollen dazukommen. Finanziert wird das Projekt zu 85 Prozent aus EU-Mitteln, das Budget beläuft sich auf 1,7 Mio. Euro.

Heritage Reloaded

Die Arbeit hat mit der Auftaktveranstaltung in Wien und einem Experten-Workshop zum Thema „Discovering Hidden Heritage“ begonnen, wo es explizit um die Verbindung zum Tourismus ging. Zwei weitere Workshops werden folgen: zur Vermittlung von Geschichte in Linz und zur Förderung des kulturellen Austausches in Regensburg. Projektpartner sind Kulturinstitute, Ministerien, Gemeinden. Und das Institut für Kulturrouten des Europarates: Entlang dieser Routen, 23 von ihnen kreuzen den Donauraum, sollen konkrete Projekte entwickelt werden, gerade in ländlichen Gebieten, die noch nicht ausreichend touristisch erschlossen sind. Bestehende Kulturstraßen beschäftigen sich zum Beispiel mit der Art Nouveau, Mozart, den römischen Kaisern, den Habsburgern, dem jüdischen Erbe oder dem Wein. Hier können Initiativen vor Ort andocken. 

Mit dabei ist auch das Danube Competence Center in Belgrad mit mehr als 80 Mitgliedern aus zehn Donau-Anrainerstaaten. Wichtigstes Ziel ist der Aufbau und die Unterstützung einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen „Destination Donau“. Man will in erster Linie verborgene Schätze heben: aufgelassene Friedhöfe, verfallene Gebäude und Brücken, noch nicht wiederhergestellte Kriegsschäden oder in Vergessenheit geratene historische Orte: ein historisches Badehaus in Oberösterreich oder eine zerstörte Synagoge in Vidin/Bulgarien. Dazu soll auch eine Studie erstellt werden. Kunstschaffende sind schon jetzt eingeladen, sich Gedanken über neuartige künstlerische Interventionen entlang der Donau zu machen.

Wie so eine künstlerische Umsetzung aussehen kann, zeigte der Künstler Rainer Prohaska mit einem Ausschnitt aus seinem Film „Boring River“ (zu sehen auf www.rainer-prohaska.net): Er lässt seine Kamera dicht über der Wasseroberfläche der Donau schweben und dreht das Ganze um: Unten ist der blaue Himmel und oben die blaue Donau, auf der Blätter schwimmen. Das Ganze sieht aus wie ein Flug durchs All: Scotty, schalt den Warp-Antrieb ein!

Interessierte können sich bei der Projektleiterin im Bundeskanzleramt, Mag. Elisabeth Pacher, melden: Tel.: +43 1 531 15-203692; elisabeth.pacher@bka.gv.at
www.interreg-danube.eu/cultplatform-21 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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