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ÖHV-Vizepräsident Florian Singer appeliert an das Engagement der politischen Führung

Mehr Tourismus statt mehr Urlaub

18.04.2013

Tirol. Nirgendwo ist der Tourismus wichtiger als in Tirol. Wirtschaftspolitisch müsste sich das aber stärker auswirken, erklärt ÖHV-Vizepräsident Florian Singer. Denn Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Lehrstellen wachsen hier am stärksten.

„Mit 18 Prozent BIP-Beitrag des Tourismus liegt Tirol im Bundesländer-Ranking ganz vorne. Im Österreich-Durchschnitt sind es 5,5 Prozent. Und wir werden da noch etwas drauflegen – das tut dem Land gut“, erklärt Florian Singer, Hotelier vom Singer Sporthotel & SPA in Berwang, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) und Mitglied im Koordinationsausschuss Tourismus.

Nachhaltige Tourismuspolitik gefordert
Im Vorjahr verzeichnete Tirol 44,3 Mio. Nächtigungen, das war jede dritte in Österreich. Im Durchschnitt geben die Gäste im Winter 123, im Sommer 97 Euro je Nächtigung aus. In Summe waren das im Vorjahr 5,6 Mrd. Euro. Mehr als 71.000 Beschäftigte verdienen im Tiroler Tourismus ihren Lebensunterhalt. Von der neuen Landesregierung erwartet Singer „eine fokussierte Tourismuspolitik, die auf nachhaltiges qualitatives Wachstum abzielt. Denn diese Erfolge fallen uns nicht in den Schoß. Da braucht es schon Engagement für die Leitbranche der Tiroler Wirtschaft“, hält Singer fest. Der zu erwartende Nächtigungsrekord im Winter 2012/13 ist für Singer „ein Grund, wirklich stolz zu sein auf unser schönes Land und unsere Gastgeberqualitäten: Dass so viele Gäste zu uns kommen, ist die schönste Auszeichnung.“ Leben können die Hoteliers und ihre Mitarbeiter davon alleine aber nicht: „Am Ende des Tages zählt, was bleibt. Davon bezahlen wir unsere Mitarbeiter, damit investieren wir in unsere Hotels und davon profitieren somit die Betriebe in der Umgebung.“ Zunehmend problematisch wird, dass „Steuern und Abgaben die Ergebnisse stark drücken, wir die Preise aber nicht so heben können, wie es notwendig wäre. Das lässt der Markt nicht zu.“

Das Um und Auf der Wettbewerbsfähigkeit
Umso wichtiger wäre, dass der Tiroler Tourismus seine Spitzenposition ausbauen kann: „Tourismus ist Landessache, da ist das Land gefordert“, verweist Singer auf die Verantwortung der Landesregierung. „Wo Entscheidungen auf Bundesebene gefällt werden, muss die Landesregierung ihr politisches Gewicht in die Waagschale werfen, um das Optimum herauszuholen. Es geht um Mitarbeiter, um Steuern, um die Zukunft Tirols“, appelliert der Branchenvertreter an das Engagement der politischen Führung im Land. Das Um und Auf sei die Wettbewerbsfähigkeit. „Und die schränkt die Politik massiv ein: Lohnnebenkosten, nicht nutzungskonforme Abschreibung, Betriebsübergabe, Grundsteuer – wo Tourismus draufsteht, greift die Finanz gerne zu“, verweist Singer auf steigende Kosten für die Arbeitgeberbetriebe. Im EU-weiten Vergleich legen Tirol und Salzburg mit einer Arbeitslosenrate von 2,5 Prozent den anderen Regionen einiges vor. Im März ist in Tirol als einzigem Bundesland die Arbeitslosigkeit gesunken: „Akademikerquote oder Frauen in die Technik hin oder her: Unser Jobmotor ist unsere Leitbranche Tourismus, da sind wir die besten. Und das sollten wir nützen.“ Angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt schlägt die ÖHV ein innovatives Modell zur Saisonverlängerung vor, das die öffentliche Hand keinen Cent kostet.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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