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Mehr wert?

27.06.2013

Beim Wein & Co WineExperts-Talk wurde über aktuelle Wein-Trends und den „Mehrwert" von Weinen diskutiert.

Fred Loimer, Franz Strohmeier, Luzia Schrampf, Stefan Hajszan, Bernhard Ludwig und Oliver Sareta im Wein & Co Mariahilfer Straße

Viermal im Jahr lädt Wein & Co zum Branchentalk der WineExperts, bei dem in wechselnder Besetzung über aktuelle Weinthemen diskutiert wird. Diesmal standen die Themen „Wein mit Mehrwert", Bio-Weine und Orange Wines im Mittelpunkt der Gesprächsrunde.

Braucht Wein Zusatznutzen?

Der Seminarkabarettist Bernhard Ludwig propagiert in seinem Buch „Anleitung zu einem lustvollen Leben" Rotwein als Anti-Aging-Wunderwaffe. Dass Wein in Maßen genossen durchaus gesundheitsförderlich sein kann, ist unbestritten. Doch wünschen Konsumenten tatsächlich Wein als Wellness-Getränk? „Wein ist und bleibt ein alkoholisches Genussmittel, das in unserer Kultur seinen Platz hat. Wenn man versucht, mit Wein als Wellness-produkt Geschäfte zu machen, wird es suspekt", erklärte die Weinjournalistin Luzia Schrampf vom „Standard". „Kunden suchen Weine, die ihnen guttun und sind diesbezüglich wesentlich bewusster geworden. Es wird vermehrt nach Schwefel- und Histamingehalt gefragt. Und auch das Thema Bio ist beim Wein sehr wichtig geworden", berichtete Gastgeber Oliver Sareta von Wein & Co.


Bio-Weine stark im Kommen

Doch was steckt hinter dem „Mega-Trend" Bio-Wein? Handelt es sich dabei lediglich um einen Teil der „Bio-Welle", die sich von Joghurt über Fleisch bis hin zu Obst und Gemüse durch die heimischen Supermarktregale zieht, oder steckt mehr dahinter?

Dass Bio-Weine auch für den Winzer bekömmlicher sind, hat der steirische Bio-Pionier Franz Strohmeier bereits in den 1990er-Jahren gezeigt. Nach der Ausbringung von herkömmlichen Spritzmitteln im Weingarten hatte er drei Tage Kopfweh. Danach folgte „über Nacht" die Abkehr vom konventionellen Weinbau. Auch Fred Loimer wollte nicht mehr „Traktorfahrer mit Spritzplan" sein. Aus den zuvor oft als „grüne Spinner" verspotteten Winzern sind auch kommerziell erfolgreiche Weinbauern geworden. Auch der Wiener Winzer Stefan Hajszan ist überzeugt, dass man mit biologischem Anbau auf Dauer bessere Weine produzieren kann.

Orange Wines zum Essen

Auch das aktuelle Trend-Thema Orange Wines kam zur Sprache. Auch wenn nicht alle Weine, die aktuell mit diesem Label vermarktet werden, gut sind, waren sich alle Diskutanten einig, dass diese Art der Weinbereitung, bei der weiße Trauben wie Rotwein mit der Schale vergoren werden, zumindest als Nische bestehen bleiben wird. „Es ist eine völlig neue Sichtweise, spannend ist nicht nur der momentane Geschmack, sondern auch die Entwicklung solcher Weine im Glas", berichtete Strohmeier, der mit seinem Orange Wine „Wein der Stille" schon viele Weinfreunde begeistert hat. „Vor allem als glasweise Speisebegleiter zeigen sich Orange Wines sehr vielseitig. Eine ganze Flasche eines extremen Weins mag manchmal zu viel sein, ein Glas ist jedoch oft eine willkommene Abwechslung", so Schrampf.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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