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Messer-Migranten

17.10.2018

Über den Schwachsinn, der auf einem FPÖ-nahen Portal verbreitet wird.  

Manche Diskussionen und Argumente sind an Schwachsinnigkeit nicht zu übertreffen. Wir sprechen jetzt nicht vom Rauchverbot und davon, dass die Partei, die sonst immer für mehr direkte Demokratie ist, knapp 900.000 Stimmen mehr oder weniger ignoriert.

Wir sprechen von der Debatte über Migranten und den Arbeitsmarkt. Bislang den Vogel abgeschossen hat das Pöbelportal unzensuriert.at – wo sich im Polemisieren üben darf, wer sonst aus gutem Grund keinen Zugang zu einer richtigen Redaktion findet. Dort wird vor „Messer-Migranten“ gewarnt. Mit Migranten kann man ja mit der nötigen Böswilligkeit alles Mögliche verbinden: Kriminalität, „Übervolkung“ oder wie zuletzt im bayerischen Wahlkampf von einem AfD-Politiker: HIV und Krätze bei „Negern“.

Unzensuriert warnt davor, dass Gastronomie-Lehrlinge Zugang zu einem umfangreichen „Messer-Arsenal“ hätten. Das sei höchst gefährlich: „Die letzten Jahre haben nämlich bewiesen, dass vor allem Asylbewerber aus Afghanistan Konflikte gerne mittels Stichwaffen austragen. Und dieser potentiellen Gefahr kann man weder Kollegen noch Gäste aussetzen.“ Darum sei es so super, dass die Bundesregierung mittels Erlass die Lehrmöglichkeit von Asylbewerbern abgeschafft hat.  
Geht’s noch? Da werden integrierte junge Menschen abgeschoben und integrierungswillige Menschen abgewiesen aus einer Branche, die diese neuen Mitarbeiter dringend gebrauchen könnte. Aber Gott sei Dank werden unsere Gäste vor messerstechenden Ausländern bewahrt … 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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