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Jedem Gastronomen eine Gratis-Website mit Reservierungstool: Vorstandschef Olaf Koch beim Demo Day in München.

Metro will Wirte digitaler machen

29.01.2018

30 Millionen Euro jährlich – so viel investiert die Metro-Gruppe europaweit in das Thema Digitalisierung. Davon profitiert auch die Gastronomie in Österreich, etwa mit Gratis-Webseiten und Reservierungstools – auch für Nichtkunden.
 

Der Barmate One von BlendBow: ein Cocktailautomat, der im Handumdrehen bis zu 300 verschiedene Cocktails und Longdrinks auf Knopfdruck zubereitet.
OrderCube: wechselt die Farbe, wenn der Gast zu lange aufs Service wartet.

Was sagen Ihnen Guest U, Ordercube oder BlendBow? Nichts? Das ist schade, denn bei den Genannten handelt es sich um Start-ups, die innovative Produkte für Gastronomie und Hotellerie entwickelt haben und auf die sich ein näherer Blick lohnt. 

Metro Accelerator

Die ÖGZ hatte Mitte Dezember als einziges österreichisches Gastro-Medium die Möglichkeit, am Demo Day in München teilzunehmen. Insgesamt zehn neue Unternehmen aus sieben Ländern nahmen am Mentorenprogramm „Metro Accelerator for Hospitality“ im Vorjahr teil. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie Dienstleistungen und Produkte für die Gastronomie und Hotellerie entwickelt haben. In München präsentierten sie vor potenziellen Investoren und Journalisten ihre Geschäftsideen. 

Anwesend war auch Metro-Vorstandschef Oliver Koch. Seiner Meinung nach hinke die Gastronomie in Sachen Digitalisierung etwas hinterher. Und das wolle Gastro-Großhändler Metro ändern.

Kleine Filialen

Olaf Koch im Interview mit der ÖGZ zum Thema Filialen: „In Zukunft werden wir in kleinere Filialen investieren, das neueste Format haben wir in Frankreich aufgemacht. Ein Store mit knapp 2.000 m2“, was für Metro eher mini ist. Verfügbar sollen aber alle Waren trotzdem sein, so Koch, möglich machen soll das ein Online-Ordering-System. So werden in Zukunft im Ultra-Frischebereich alle Waren verfügbar sein, alle anderen Warengruppen bestellt man aber online. 

Koch: „In Österreich werden wir uns nach neuen Möglichkeiten umsehen. Derzeit setzen wir auf Modernisierung. Aktuelles Beispiel: St. Pölten“, (die ÖGZ berichtete, Anm.). Sollte Metro mit dem kleinen Format international Erfolg haben, soll das auch in Österreich irgendwann ein Thema werden, zumal kleinere Filialen für Innenstadtlagen optimal seien. Für 2018 kündigt Koch ebenfalls eine spannende Neuigkeit an: Gastronomen, Hoteliers und Caterer gehören zwar in Europa zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen (420 Mrd. Umsatz). Weil aber noch die große Mehrheit der Unternehmer in dieser Branche in Sachen Digitalisierung hinterherhinke, hat der Düsseldorfer Konzern den „Digital Club“ gegründet. 

Gratiswebsite

Dieser soll beim digitalen Change-Prozess auf einfache Art helfen: Gastronomen (auch technisch unversierte)können sich in wenigen Schritten eine individuelle, moderne Website basteln. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ein Reservierungstool zu implementieren – ebenfalls gratis, ebenfalls simpel umsetzbar. Zudem beherrscht das System auch einige Analysemöglichkeiten, so wird es beispielsweise möglich sein, per Klick den Umsatz pro Tisch zu errechnen oder den Umsatz pro Kellner. Interessant: Diese digitalen Lösungen stehen auch jenen Gastronomen gratis zur Verfügung, die keine Metro-Kunden sind. Ehrgeiziges Ziel von Metro: Bis 2020 will man europaweit rund 500.000 Gastronomen bei der digitalen Transformation helfen, in Österreich 50.000. Mit dem Angebot startet man heuer in 13 Ländern, Österreich ist mit von der Partie. Im Rahmen eines Pilotprojekts testen übrigens bereits 83 Wiener Gastronomen das System. 

Und was ist mit den eingangs erwähnten Start-ups? Diese sind Teil der Metro-Digitalisierungsstrategie. Seit nunmehr drei Jahren fördert der Gastro-Großhändler ausgewählte Start-ups, die sich mit neuen Lösungen und Ideen befassen. Eines der spannendsten Produkte, das in München präsentiert wurde, war der Barmate One von BlendBow: ein vollautomatischer Cocktailautomat, der bis zu 300 verschiedene Cocktails und Longdrinks zubereiten kann. Barkeeper benötigt man dann zwar keinen mehr, allerdings muss ein Mitarbeiter Zutaten nachfüllen, etwa Minze oder Eis. Ebenfalls spannend: GuestU (Smartphone in jedem Hotelzimmer) und OrderCube, ein Würfel mit dem das Servicepersonal zum Tisch gerufen werden kann – inklusive Zeitmessung.

Autor/in:
Alexander Grübling
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