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Mit Blick auf den Bundespräsidenten

16.11.2004

Das Café Hofburg befindet sich auf einem einzigartigen Platz – zwischen den Kaiser-Appartments und dem Sisi-Museum in der Wiener Hofburg. Es ist ein Museumscafé und für alle zugänglich.

Kaiser Franz Joseph pflegte sein Frühstück in der Villa von Katharina Schratt zu genießen. Damals gab es das Café Hofburg noch nicht. Sonst wäre er wohl öfters hierher auf ein Frühstück oder eine Jause gekommen. Das hätt´ ihn sicher sehr gefreut… – so die einführenden Worte zum Café Hofburg. Die Firma Eurest betrieb das Café Silberkammer und wurde mit Mehlspeisen aus dem Hause Querfeld beliefert. Berndt Querfeld beobachtete etwa ein Jahr lang den Standort, wunderte sich über den oft verwaisten Gastgarten – und eines Tages wollte die Eurest das Café loswerden.

Toller Platz
„Das Café in der Hofburg hat ähnliche Standorteigenschaften wie das Café Residenz in Schönbrunn, ab 19 Uhr ist nichts mehr los, aber es reizte mich einfach der tolle Platz. Auch familienintern war die Übernahme des Cafés Silberkammer umstritten und es gab auch viele Kollegen, die mir von der Pacht abrieten“, erzählt Berndt Querfeld, der eine Übernahme mit seinem Steuerberater genau durchkalkulierte, wobei die große Unbekannte - der berühmte Faxtor X - der Umsatz war. Deshalb stellte sich für Querfeld die Frage: „Kann ich den Umsatz machen, den ein Betrieb mit 13 bis 15 Vollzeit-Beschäftigten braucht?“ Innerhalb von zehn Tagen entschieden wir uns zur Übernahme mit 30. Juni 2003 und eröffneten zwei Tage später das Café Hofburg, schildert Querfeld die doch etwas überstürzte Übernahme, was auch logistische Probleme mit sich brachte, wie Kassen-Abrechnungssysteme, Kaffeeautomaten und Personal. Der gelernte Gartenbauingenieur Berndt Querfeld hauchte den halbvertrockneten Pflanzen neues Leben ein und verwandelte den Gastgarten innerhalb kürzester Zeit in eine grüne Oase. Schon am ersten Tag nach Wiedereröffnung war das Lokal voll und der Gastgarten brachte gute Umsätze.

Klassisches CAFÉ
„Das Café Hofburg wurde anfangs in der Einrichtung des Vorgängers betrieben, was vielleicht ein Fehler war“, meint Querfeld heute, aber einerseits wollte man gleich wieder aufsperren, andererseits musste das neue Lokalkonzept erst reifen. Das Designer-Café mit seiner kühlen Atmosphäre wurde mit einem Investitionsvolumen von 300.000,- Euro in ein klassisches Wiener Kaffeehaus verwandelt, das auch ein Treffpunkt für Wiener und nicht nur Touristentreffpunkt sein soll. Bei Reiseleitern ist das Café Hofburg bereits sehr beliebt, denn sie können sich darauf verlassen, dass eine Reisegruppe - ohne Voranmeldung - innerhalb von 20 Minuten Kaffee und Kuchen konsumieren kann, was wiederum bedingt, dass immer genügend Personal vorhanden sein muss.

HABS-BURGER
„Leider können wir im Café Hofburg nicht so kochen wie wir eigentlich wollen. Es gibt keine warme Küche, da die Abluftverhältnisse beschränkt sind“, erklärt Querfeld, womit sich auch automatisch der Name Café Hofburg und nicht Café-Restaurant Hofburg ergab. „Bei einem Café-Restaurant erwartet der Gast eine umfangreiche Speisekarte, bei einer Café-Konditorei eben nur kleine warme Speisen. Auf der einen Seite wollen wir authentisch sein, aber auch die Erwartungshaltung des Gastes erfüllen“, betont Querfeld; und so kann der Gast zwischen einem Sisi Sandwich, gefüllt mit Gervais, Truthahn, Salat und Paradeiser oder einem Erzherzog Johann Sandwich, gefüllt mit Salami, Oliven und Paradeiser wählen. Weiters gibt es warme Kaffeehausspeisen wie Wiener Rindsgulasch, Wiener Suppentopf, Gulaschsuppe, oder den Habs-Burger (Fleischlaberl, Zwiebel, Gurkerl, Paradeiser und Mayonnaise in einer Kaisersemmel und dazu Chips und Ketchup).

Entsprechend dem Ambiente gibt es noch das Kaiser-Frühstück, bestehend aus einem Portionskännchen Kaffee, Tee oder Heißer Schokolade, dazu Butter, Marmelade oder Honig, Schinken-Käseteller, weiches Frühstücksei, frisch gepresster Orangensaft und zwei Stück handgemachtes Gebäck. Nachmittags verwöhnt das Café Hofburg seine Gäste mit der „Hofburg Apfelstrudel-Jause“ - eine Schale Kaffee oder Tee, ein imperiales Stück vom frisch gebackenen Apfelstrudel mit Schlagobers und ein Originalrezept des Altwiener Apfelstrudels. Zum Wiener Café gehören auch Tageszeitungen, und da gibt es nicht nur die heimischen, sondern auch internationale wie den Corriere della Sera, Die Welt, die Zürcher Zeitung, die Times, Herald Tribune und Le Monde.

Das Café mit seinen interessanten Räumlichkeiten eignet sich bestens für Firmenfeiern. „Durch die nette Lokalgröße werden wir so manche Weihnachtsfeier von Schönbrunn in die Hofburg absiedeln. Im Gastgarten Punsch und Maroni servieren, in einem Raum das Buffet gestalten und den zweiten für die Gäste feierlich decken“, so Querfelds Konzept. Er schmunzelt: „Das für alle zugängliche Museumscafé befindet sich auf einem ganz besonderen Platz im inneren Burghof, von dem man auf den Bundespräsidenten blicken kann - und welches Café kann das schon von sich behaupten?“

Café Hofburg, 1010 Wien, Hofburg – Innerer Burghof, Tel. 01/241 00-0, www.cafe-wien.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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