Direkt zum Inhalt

Mitarbeiter werben Kollegen an

14.04.2011

Wien.  Bürger der neuen EU-Staaten profitieren von der Arbeitsmarktöffnung, bewährte Mitarbeiter aus Drittländern sperrt die Sozialpartnerlösung aus. Mindestens 3.700 Arbeitsplätze verwaisen. Die ÖHV reagiert und bietet Mitgliedern mit einer innovativen Joboffensive Unterstützung bei der Besetzung der offenen Stellen.

Peter Peer und Sepp Schellhorn, die beiden Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung

„Endlich sind die sieben mageren Jahre der Übergangszeit vorbei! Wie die Bürokratie die Mitarbeitersuche jahrelang künstlich erschwert und behindert hat, unerträglich. Wir heißen unsere Nachbarn herzlich wollkommen! Lieber heute als morgen und ohne Formulare und Amtswege“, erklären Peter Peer und Sepp Schellhorn, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV).

„Arbeitsmarktöffnung“ sperrt jeden 2. Saisoniers aus

„Warum haben wir keine einfache Regelung, die uns nicht grundlos das Leben erschwert?“ Schellhorn sieht mit der Sozialpartner-„Lösung“ neue Probleme auf die Branche zukommen: Während sich die Tür zu Österreichs Arbeitsmarkt für die letzten Arbeitsuchenden aus den neuen EU-Staaten endlich öffnet, wird sie Bürgern aus Drittstaaten vor der Nase zugeknallt: „Sozial ist das nicht“, erinnert er die Gewerkschaft, die dahinter steckt, an ihre Wurzeln: „Von internationaler Solidarität keine Spur!“

 

Arbeitsmarktoffensive der ÖHV

Für gerade einmal 1.928 Saisoniers vom vergangen Sommer hebt sich der Grenzbalken endgültig. 1.144 Mitarbeiter aus Drittstaaten werden (vorausgesetzt, sie lassen sich beim AMS registrieren) nicht in die Arbeitslosigkeit bzw. zum Jobwechsel gezwungen. Für mindestens 3.700 Saisonierstellen müssen die Betriebe neue Mitarbeiter finden. Doch das ist bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation kaum möglich. Die ÖHV unterstützt ihre Mitglieder daher dabei.

 

Mitarbeiter sollen Kollegen anwerben

Die ÖHV schickt allen Mitgliedsbetrieben kompakte Info-Broschüren über die Arbeit in Österreichs Top-Hotellerie auf Ungarisch, Tschechisch und Slowakisch. Darin steht Grundlegendes über Arbeitsrecht und Lebenskosten, Einreisebedingungen, Amtswege, Unterkunft, Gesundheitsversorgung, Deutschkurse und Familiennachzug. Mitarbeiter der ÖHV-Betriebe aus den drei Ländern können die Broschüren an Bekannte und Verwandte verteilen. Das Interesse ist groß, die Zahl der Nachbestellungen – per e-mail an service@oehv.at – steigt von Tag zu Tag stark. „Der Bedarf an Mitarbeitern ist enorm und wird durch die neue Regelung noch weiter steigen. Schon bisher konnten Tausende offene Stellen zur Saisonspitze nicht besetzt werden, jetzt werden weitere 3.700 Mitarbeiter ausgesperrt“, erklärt Peer und fordert, dass ein entsprechendes Kontingent für Saisoniers aus Drittstaaten auch rasch gesetzlich geregelt wird. „Jetzt, im April drängt die Zeit. Die Hotels beginnen schon mit der Mitarbeitersuche. Wenn die Sommersaison begonnen hat, ist es zu spät!“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Die Grafik zeigt, wie viele Mitarbeiter bis zum Jahr 2023 neu angestellt werden müssen, um die hohe Fluktuation und den zusätzlichen Bedarf auszugleichen.
Hotellerie
27.06.2019

Anlässlich eines Treffens der deutschsprachigen Hotelverbände lud die ÖHV zum 1. Arbeitsmarktdialog im Tourismus – inklusive Vorstellung einer aktuellen Arbeitsmarktstudie der IHS zur ...

ÖHV-Geschäftsführer Markus Gratzer warnt vor der ruinösen Preispolitik von Booking.
Hotellerie
19.06.2019

Die ÖGZ traf sich mit der ÖHV, um über die nahe und weitere Zukunft des Nächtigungsgewerbe zu sprechen,  das längst mehr als ein Nächtigungsgewerbe ist. Über Chancen und Herausforderungen bis 2035 ...

Beata Zubaka und Jörg Langhof von Invent-Science.
Hotellerie
13.06.2019

Invent-Science hat ein innovatives Jobportal entwickelt – speziell für das Gastgewerbe. Hier werden wie bei der beliebten Partnerbörse Parship-Matching-Punkte verteilt: Wer passt zu wem? Die ...

Tourismus
29.05.2019

Positiv, aber nicht mehr euphorisch ist die von Deloitte erhobene Tourismusstimmung.

Hotellerie
21.05.2019

Die ÖHV warnt völlig zu Recht, dass mit der aktuellen politischen Krise auch der Plan T und die Steuerreform in Gefahr sind.

Werbung