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Mobilität im Tourismus verändert sich

04.04.2013

Durch die demografische Entwicklung werden immer weniger  Leute mit dem Auto auf Urlaub fahren. Neue touristische Mobilitäts- konzepte, die die gesamte Reisekette umfassen, sind gefragt.

Über neue Konzepte und Herausforderungen für die Mobilität der Zukunft diskutierten auf Einladung des Travel Industry Club Austria der GF der Sparte Transport & Verkehr der WKO Dr. Erik Wolf, BB-Vorstandsmitglied Birgit Wagner, Avis-Budget Chef Martin Gruber, AUA-Vorstand Dr. Karsten Benz und Management-Berater Dr. Björn Bohlmann von Horvath & Partners

Text: Irene Stelzmüller

Zwei Drittel aller Reisen werden laut einer EU-Statistik mit dem Auto getätigt, 15 Prozent mit dem Flugzeug, neun Prozent mit dem Bus und nur sechs Prozent mit der Bahn. Eine aktuelle Studie rund um das Thema „Neue Mobilität" von Dr. Björn Bohlmann, Leiter des Competence Centers Transportation Horváth und Partners, zeigt, dass das eigene Auto als Statussymbol immer mehr an Bedeutung verliert und immer häufiger als Gebrauchsgegenstand gesehen wird.

Derzeit liegt der allgemeine Mobilitätsgrad bei 53 Prozent und wird, so schätzt Bohlmann, in den nächsten Jahren auf 50 Prozent sinken. „Im Fokus steht die Anreise zum Urlaubsort und die Mobilität am Urlaubsort. Das Schlagwort hierfür heißt Anschlussmobilität, sprich vernetzte Mobilitätskonzepte. Touristiker müssen sich heute überlegen, wie sie ihre Gäste zum Urlaubsort bringen und deren Mobilität am Urlaubsort sicherstellen. Ein wesentlicher Aspekt ist auch die demografische Entwicklung", betont Bohlmann.

„Um in Zukunft die Verkehrsprobleme lösen zu können, benötigen wir kundengerechte, individuelle und flexible Mobilitätsangebote. Es geht dabei um die verstärkte Integration von privaten Verkehrsanbietern bzw. um die Zusammenarbeit von privat und öffentlich. Die E-Mobilität ist ein Hype, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir damit unsere Touristen in die entlegenen Skitäler bringen können", meint Dr. Erik Wolf, Geschäftsführer der Bundessparte Transport & Verkehr der WKO.

Die Verlagerung des Reiseverkehrs von der Straße auf die Schiene ist nicht erst ein Thema der letzten fünf Jahre. Vorreiter beim Personentransfer ist die Schweiz. „Wir möchten die Familien zum Umsteigen vom Auto auf die Bahn bewegen. Das Zugfahren wird durch den Haus-zu-Haus-Gepäcksservice immer komfortabler, aber am Ferienort muss gewährleistet sein, dass die Familie mobil sein kann. Dies schaffen wir nur mit Partnern, wo man sowohl für die erste als auch die letzte Meile die Mobilität schafft; und dort, wo zusätzlich individuelle Mobilität gebraucht wird, um zum Beispiel Besichtigungen am Urlaubsort zu machen, muss der Gast unkompliziert ein Auto oder Fahrrad bekommen. Dann werden wir auch diese Gruppe gewinnen, die derzeit noch Hemmungen hat, mit der Bahn anzureisen“, meint Birgit Wagner, Mitglied des Vorstandes ÖBB Personenverkehrs AG. „Der Trend ,Weg vom eigenen Auto‘ spielt den Autovermietern in die Hände, denn wir bieten Konzepte zum Umsteigen“, sagt Martin Gruber, Avis-Budget Autovermietung.

Viele meinen, dass die Anreise mit dem eigenen Auto in alpine Ferienregionen alternativlos ist. „84 Prozent der Nächtigungsgäste aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden und 76 Prozent der heimischen Tagesgäste reisen mit dem eigenen PKW an. Hingegen kommen nur 17 Prozent der Briten mit dem Auto. Wir produzieren in Österreich 52 Millionen Skifahrertage pro Jahr – und das innerhalb von sechs Monaten mit einem sehr hohen Autoanteil. Abgesehen von den üblichen Staus gibt es keine nennenswerten Probleme, aber man muss qualitätsvolle, individuelle Systempartnerschaften andenken“, ist Erik Wolf überzeugt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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