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Attraktivere Arbeitgeber: ein deutsches Modellprojekt macht es vor - mit staatlicher Förderung

Modellprojekt für ganzjährig beschäftigte Saisonkräfte

12.01.2017

Statt Verbalinjurien auszutauschen: In Mecklenburg-Vorpommern versuchen die Sozialpartner gemeinsam mit einem Pilotprojekt ein wichtiges Signal für das Gastgewerbe in Deutschland zu senden: Saisonarbeitskräfte sollen erstmals ganzjährig beschäftigt werden, vermelden unsere deutschen Kollegen des Unternehmermagazins „gastronomie & hotellerie“. Das könnte auch im österreichischen Tourismus Schule machen, oder?

„Gemeinsam mit unserem Sozialpartner – der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten – und der Landesregierung haben wir ein Modell entwickelt, wonach es zukünftig gelingen könnte, einen großen Teil der saisonal Beschäftigten in der Branche ganzjährig anzustellen“, erläutert Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Denn in Deutschland steht man vor den gleichen Problemen wie in Österreich: akuter Mitarbeitermangel bei gleichzeitig schlechtem Image als Arbeitgeber.

Für 29 Saisonbeschäftigte aus 15 Betrieben des Hotel- und Gaststättengewerbes fördert jetzt das Landesarbeitsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der Wintersaison 2016/17 (November bis März) die Umwandlung von Saisonverträgen in ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse. Die Arbeitgeber erhalten bis zu vier Monate einen Zuschuss von 40 % der Personalkosten, wenn sie ihre Mitarbeiter während der Saisonlücke beschäftigen, anstatt sie wie in den vergangenen Jahren freizusetzen. Mithilfe der Förderung sollen die Unternehmen in die Lage versetzt werden, saisonverlängernde Maßnahmen anzubieten und ihr Geschäft auszuweiten. So sollen sie mittelfristig ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse aus eigener Kraft anbieten können.

Neue berufliche Perspektive

Mecklenburg-Vorpommern ist mit seiner langen Ostseeküste ein wichtiges Tourismusziel in Deutschland. „Schwankungen in Nachfrage und Auslastung führen in Mecklenburg-Vorpommern dazu, dass die Zahl der Beschäftigten zwischen Sommer und Winter stark voneinander abweicht“, erklärt Zöllick. Mit dem Modell der ganzjährigen Beschäftigung könnte hier Abhilfe geschaffen werden. Das würde die Beschäftigungssituation in den Unternehmen spürbar entspannen und den betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zukünftig eine berufliche Ganzjahresperspektive geben.

Hinzu kämen laut Zöllick die positiven Effekte im Hinblick auf Renten- und Sozialsysteme: „Von unserem Modell profitieren also Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Vater Staat gleichermaßen. Gerade kleinere Betriebe sind häufig nicht in der Lage, ihre Mitarbeiter ganzjährig zu beschäftigen, auch wenn sie das gern täten. Die Ertragslage und die Auslastungssituation lassen es einfach nicht zu. Ich hoffe sehr, dass unser Konzept aufgeht und die Förderung dazu führt, dass die Unternehmen Neugeschäft generieren können. Nur so können sie mittelfristig ohne Förderung ganzjährige Beschäftigung finanzieren.“

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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