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Mozart im Espressoglas

18.07.2006

Der heimische Barista-Meister Franz Grünwald verführte bei der Barista WM 2006 in Bern mit seiner Mozart-Kaffeekreation - Espresso, gecutterte Mozartkugeln und Mandelsirup - die Jury. Er belegte den ausgezeichneten 21. Platz. Der Barista - Championtitel ging nach Dänemark. Eine Klasse für sich war Klaus Thomsen.

Bei der Barista WM 2006 in Bern trafen sich die Künstler der Kaffeebohnen. Aus 40 Nationen trafen die nationalen Barista-Meister aufeinander, um ihr Können in den Disziplinen Espresso, Cappuccino und einer Eigenkreation unter Beweis zu stellen. Dafür hat jeder Teilnehmer 15 Minuten Vorbereitungszeit und 15 Minuten für die Zubereitung. Zeitüberschreitungen werden mit Punkteabzug geahndet. Wer mehr als zwei Minuten überzieht, wird disqualifiziert. Beim Wettbewerb wird das Wissen der Baristi über Kaffee, über die Technik der Maschinen, den Mahlgrad bei Espressokaffee und seine Dosierung von einer internationalen Fachjury bewertet.
Kaffee-Training
Während die kleine österreichische Delegation im eigenen PKW mit allen für den Wettbewerb nötigen Utensilien anreiste und mit geringsten Sponsormitteln auskommen musste, brachten die Baristi aus Canada, Estland, Island, Neuseeland oder den USA gleich mehrere Trainer, Coaches und Hilfspersonal inklusive Fangemeinde mit. Der neuseeländische Teilnehmer reiste mit insgesamt 140 kg Gepäck an. „In Polen, Dänemark, Schweden, Norwegen oder Großbritannien wurden die Baristi von ihren Dienstgebern für drei Monate dienstfrei gestellt, um sich professionell auf die Barista WM vorbereiten zu können. Die Baristi trainierten oft bis zu sechs Stunden täglich“, erzählt die schwedische Barista Anne Lunell, die derzeit in Oslo arbeitet. Umso beachtlicher ist da das Abschneiden des österreichischen Barista-Meisters Franz Grünwald, der noch drei Wochen vor der Barista WM bei Leopold Edelbauer den Sommelier-Kurs in Wien absolvierte.
Kaffee mit Mozartkugeln
Ganz im Zeichen des Mozart-Jahres stand seine Kaffee-Präsentation. Während die gesamte Präsentation auf Englisch läuft, stellte sich Franz Grünwald auf deutsch, englisch und italienisch vor. Untermalt wurde seine Präsentation mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart in einer Bearbeitung von Stefan Obermayer. Die internationale Jury aus Dänemark, Mexiko, USA und Brasilien konnte zwischen prickelndem und kohlesäurefreiem Mineralwasser wählen. Grünwald offerierte dieses im formschönen Vöslauer-Tischkühlerhalter. Den Tisch dekorierte er mit Kaffeebohnen und Mozartkugeln und empfahl der Jury, die echten Salzburger Mozartkugeln von Mirabell nach seiner Präsentation zu kosten.
Während andere Teilnehmer viel über ihre verwendeten Kaffeemischungen und Röstungen erzählten, konzentrierte sich Franz Grünwald auf die Präsentation und Zubereitung von vier Espressi und vier Cappuccini mit Latte-Art. So richtig gesprächig wurde er bei seiner Eigenkreation, dem Mozart-Kaffee: Dafür bereitete er vier Espressi zu, goss diese in einen Mixer, gab dazu ein paar Mozartkugeln, cutterte exakt fünf Sekunden die Mischung und füllte diese in eigene Mozartgläser. Darauf gab er geshaktes Schlagobers mit Mandelsirup und schließlich verzierte er seine Kreation mit Schokolade- und Pistaziensirup. Er stellte den Mozart-Kaffee auf eine eigens dafür umgebaute Violine, schlüpfte in ein Mozart-Jackett und servierte als Reserve-Mozart der Jury seine Mozart-Kaffeekomposition. Danach hieß es fast 24 Stunden warten, bis das endgültige Ergebnis bekanntgegeben wurde, denn unter die besten sechs, also in die Finalrunde, hat er es nicht geschafft.
Barista-Finale
In die Finalrunde schafften es die Baristi aus folgenden sechs Ländern: USA, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Island und Kanada. Nochmals bereiteten sie in ihren kleinen, schön dekorierten Kaffeehäusern innerhalb von 15 Minuten vier Espressi, vier Cappuccini mit Latte-Art und ihre Kaffee-Eigenkreationen zu. Sie hatten für die international zusammengesetzte Jury, bestehend aus vier Sensorik- und zwei Technik-Juroren unter dem Vorsitz Dänemarks auch eigene Kaffee-Speisekarten kreiert. Nicht nur der Geschmack des Kaffees - die Baristi verwendeten selbst geröstete und gemischte Blends - sondern auch der Zustand des Kaffeemehls nach dem Durchfluss des Wassers und die Sauberkeit des Arbeitsplatzes selbst wurden bewertet.
And the winner is…
Nach den spannenden Barista-Finalrunden zog sich die Jury nochmals zur Bewertung und Beratung zurück, bevor es hieß… and the winner is - Klaus Thomsen from Denmark. Der zweite Platz ging an Sammy Piccolo aus Kanada, der dritte Platz an Matthew Riddle, USA. Die weiteren Plätze belegten Anne Lunell aus Schweden, James Hoffmann aus Großbritannien und Ingibjorg Jona Siguroarsdottir aus Island. Der österreichische Barista Franz Grünwald belegte mit 586,5 Punkten den ausgezeichneten 21. Platz, wobei zu sagen ist, dass zwischen dem 14. und dem 21. Platz die Teilnehmer innerhalb von nur wenigen Punkten lagen. Franz Grünwald konnte bei seinem ersten Antreten bei einer Barista WM Konkurrenten aus Brasilien, Costa Rica, Slovakei, Polen, Ungarn oder Belgien hinter sich lassen. Grünwald kann viel Erfahrung von dem Wettbewerb mit nach Hause nehmen, um seine Auftritte noch professioneller zu gestalten und weiß nun auch, worauf die Jury wirklich Wert legt. Dies sind nun alles Vorteile für die nächsten ­Wettbewerbe. „Ich hoffe, ich kann meinen österreichischen Baristameister-Titel im nächsten Jahr verteidigen und mich für Tokio, wo die nächste Barista Weltmeisterschaft stattfinden wird, qualifizieren“, sagt der durchaus motiviert wirkende Franz Grünwald, für den es schon heute wieder heißt, trainieren für morgen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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