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Investitionsschwerpunkte der Hotellerie 2015

Mut zum Investieren

07.01.2016

Selten gab es so gute Kreditbedingungen wie jetzt, sagt Wolfgang Kleemann, Geschäftsführer der ÖHT. Ein optimaler Zeitpunkt also, um als Hotelier innovativ in die Zukunft zu gehen

Wolfgang Kleemann ist bei der ÖHT der Mann für die guten Nachrichten. Und sein Ko-Geschäftsführer Franz Hartl besser in Statistiken und Zahlen. Letzteres sagte zumindest Kleemann auf der Jahresauftaktpressekonferenz der Österreichischen Hotel und Tourismusbank (ÖHT). Natürlich schmunzelnd. Deshalb durfte Kleemann einmal mehr die sehr positive Förderkooperationen mit den Ländern ins Rampenlicht rücken, die der ÖHT zusammen mit der Aufstockung der ERP-Kredite die Möglichkeit gebe investitionswilligen Hotelliers sehr attraktive Angebote machen zu können. „Wir haben gemeinsam mit Bund und Ländern die Förderlandschaft neu definiert und sind zum One-Stop-Shop für Hoteliers geworden. Wir haben heute die beste Förderlandschaft aller Zeiten!“

Best Practice Kärnten

Er nennt ein Best-Practice-Beispiel aus Kärnten. Hier hat die ÖHT ein attraktives Kreditmodell mit einem ERP-Kleinkredit entwickelt, mit dem man Investitionen bis 300.000 Euro finanzieren kann. „Damit kann so gut wie alles an Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen finanziert und der gesamte Finanzierungsbedarf abgedeckt werden“, sagt Kleemann. Der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) übernimmt über die gesamte Laufzeit die Kreditzinsen und trägt die alle Kosten der Besicherung und auch alle Nebengebühren und Spesen. Damit steht ein über die gesamte Laufzeit vollkommen zinsen- und spesenfreier Kredit zur Verfügung. Zusätzlich kann je nach Projektinhalt noch ein Barzuschuss des KWF zwischen 5% und 10% der Projektkosten lukriert werden. Dafür Infrage kommen zum Beispiel Investitionsschwerpunkte zur Schaffung zusätzlicher betrieblicher Infrastruktur, Saisonverlängerungsmaßnahmen, Investitionen in die Energie- und Ressourceneffizienz, Maßnahmen zur Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltssituation der Mitarbeiter oder Barrierefreiheit.“

Investitionsschub ante portas?

„Solche attraktiven Rahmenbedingungen können einen neuen Investitionsschub auslösen“, sagt Kleemann. Erste Anzeichen dafür sieht er schon: „In den letzten Wochen vor Weihnachten hat sich bei den Kreditanträgen deutlich mehr getan als in den Wochen zuvor. Wir haben auch viele interessante Telefonate über innovative Projekte geführt “ Er weist darauf hin, dass Investitionen von Tourismusbetrieben in die ganze Region ausstrahlen. 1 Million Investition sorge für 300 zusätzliche Beschäftigte, vor- und nachgelagerte Gewerke noch gar nicht berücksichtigt. Diesen Effekt könne  man in einem Radius von 60 km um den Betrieb erkennen. Er rechnet für 2016 mit Gesamtinvestitionen von 1 Milliarde im Tourismus, davon 230 Millionen gefördert über die ÖHT. Kernbereiche dabei seien neben der Betriebsgrößenoptimierung und dem Qualitätsausbau die Übergabe/Übernahme von Betrieben und die Jungunternehmerförderung. Die Innovationsförderung erfahre gerade die stärkste Nachfrage, der ÖHT sei es möglich Projekte schon in ihrer Frühphase zu finanzieren, so Wolfgang Kleemann, der den österreichischen Betrieben trotz aller Probleme, die auch er sieht, Mut zum Investieren machen möchte.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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