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Nach dem Service wird getanzt

26.02.2007

Das Thema Mitarbeiterschulung beschränkt sich im Hotel Post in Ischgl nicht auf die bloße Vermittlung von rein fachlichen Kompetenzen. Hier können und dürfen sich Mitarbeiter auch persönlich weiterentwickeln. Mitunter auch auf dem Parkett.

Gute Mitarbeiter zu finden, ist für viele Häuser in der Ferienhotellerie zu einer Schlüsselfrage geworden. Dabei wird oft übersehen, dass es wesentlich einfacher ist, bewährte Mitarbeiter zu halten, als Jahr für Jahr neues Personal zu rekrutieren.
In der Theorie wissen das alle Hoteliers, doch nur die wenigsten gehen derart ganzheitlich an diese Frage heran wie das Hotel Post in Ischgl.
Kurz- und langfristige Ziele
Gerade im Saisongeschäft wollen Mitarbeiter schnell Geld verdienen. Weiterbildung wird also oft als reines Mittel zum Zweck gesehen. „Das ist total okay und die rein berufliche Weiterbildung wird von uns ja auch gefördert“, so Mario Karpf, der vor seinem Management-Job als Hoteldirektor selbst viele Jahre (sehr gerne) im Service gearbeitet hat.
Allerdings gilt, dass teure Schulungskosten, wie etwa für den Diplomsommelier, nur dann zur Gänze vom Dienstgeber übernommen werden, wenn sich der Mitarbeiter verpflichtet, danach eine gewisse Zeit im Haus zu bleiben. „Dabei geht es einfach um einen partnerschaftlichen Zugang, wie es in anderen Wirtschaftsbranchen ja auch üblich ist. Was wir sicher nicht wollen, ist, dass sich jemand von uns die Ausbildung zahlen lässt und dann sofort in ein Konkurrenzhotel wechselt“, erklärt Karpf das faire Prinzip.
Jeder darf „wachsen“
Die Möglichkeit zur Fortbildung besteht natürlich nicht nur fürs Service-Personal, sondern auch für Mitarbeiter in der Küche, im Housekeeping oder an der Rezeption.
Heuer hat die Post sogar die Kosten für einen Tanzkurs übernommen, der auf Anregung eines Mitarbeiters aus der Küche organisiert wurde.
„Viele unsere Mitarbeiter fangen in jungen Jahren zu arbeiten an und haben dann keine Chance mehr, sich gewisse soziale Fertigkeiten – wie etwa Tanzen – anzueignen. Wir wollen unseren Mitarbeitern die Chance geben, sich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich, zu entwickeln. Das kann ein Fremdsprachenkurs, eine Rhetorik-Schulung oder eben auch ein Tanzkurs sein“, erzählt Karpf.
Also kommt seit Anfang Dezember jeden Dienstagnachmittag ein Tanzlehrer der Innsbrucker Tanzschule Polai ins Haus, um den Mitarbeitern der Post den richtigen Dreh beizubringen. Der Kurs ist übrigens kein Minderheiten-Programm. 38 der insgesamt 85 Mitarbeiter nehmen begeistert daran teil.
Alleine und gemeinsam
Entscheidend ist allerdings, dass solche Angebote nicht von oben herab vermittelt werden, sondern tatsächliche Wünsche der Mitarbeiter darstellen.
Nicht nur für den einzelnen Mitarbeiter, auch fürs Teambuilding sind diese gemeinsamen Aktivitäten besonders wichtig.
Wenn man es richtig macht, profitieren alle Beteiligten davon. Der Betrieb kann sich auf loyale Mitarbeiter verlassen, die gerne wieder kommen und mit Engagement bei der Sache sind. Für die Mitarbeiter bedeutet eine Rückkehr in die Post nicht nur ein gut bezahlter Job, sondern auch das Gefühl, an einem Ort zu arbeiten, wo man als Mensch und nicht nur als Umsatzbringer geschätzt wird.

Gemeinsame finale Sause
Tradition hat in der Post auch ein gemeinsamer Ausflug zum Saisonschluss. Da lädt Eigentümerin Evi Wolf alle Mitarbeiter zu einer gemeinsamen Sause ein, die – je nach Wunsch der Mitarbeiter – auch schon zum Münchner Oktoberfest, an den Gardasee oder in ein anderes Ski-Gebiet geführt hat.
„Es tut einfach gut, wenn man eine lange, anstrengende Saison gemeinsam mit einem schönen Erlebnis ausklingen lässt. Das hat nicht einmal primär mit Mitarbeiterbindung zu tun, das macht einfach Spaß“, streut der engagierte Direktor Karpf seiner Chefin Evi Wolf verbal Blumen.
Info: www.post-ischgl.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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