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Natur und Zukunft

13.08.2014

Seit die Grünen mit in der Tiroler Landesregierung sitzen, kommen Touristiker und Naturschützer nur noch schwer zusammen

Die Kalkkögel: Verträgt die ausgewiesene Ruhezone zwei Seilbahnstützen?

Tempo 100, neue Seilbahnverbindungen, neue Schutzzonen Natura 2000 in Osttirol oder der Ausbau der Wasserkraft im Tiroler Oberland waren schon in den Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen nach der Landtagswahl 2013 große Streitpunkte. Das ist in der Regierungsarbeit so geblieben. Auch um eine Tiroler Klimaschutzstrategie wird gestritten. Die Innsbrucker Grünen würden gerne den Patscherkofel zum Tourenskigebiet zurückbauen und nichts mehr in die dortigen defizitären Liftanlagen investieren. Jüngst kochte die Diskussion um die Seilbahnverbindung von der Axamer Lizum in die Schlick über das Ruhegebiet Kalkkögel hoch.

Streit um die Kalkkögel
Die ÖVP forciert diese Seilbahn. Touristiker und Hoteliers halten diese Verbindung ins Stubaital aus wirtschaftlicher und touristischer Sicht für existenziell wichtig, die Grünen sind strikt dagegen: Ruhegebiet ist Ruhegebiet, und eine intakte Natur sei auch für den Tourismus existenziell wichtig. Insider berichten, dass sich hier zwei Weltanschauungen unversöhnlich gegenüberstehen. Nicht etwa Fundi-Grüne und radikal-kapitalistische Unternehmer, sondern bürgerlich gewordene Grüne, die nicht mehr viel vom Skifahren halten, und durchaus innovativ denkende Unternehmer, die an die Zukunft des Tourismus als treibenden Wirtschaftsfaktor vor allem außerhalb Innsbrucks denken. „Mir kann niemand einreden, dass für 20 Mal 20 Meter große Flächen, die für die Liftstützen im Ruhegebiet benötigt werden, nicht als Kompensation Ausgleichsflächen ausgeweisen werden können“, sagt der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer (VP) in einem Streitgespräch in der „TT“. Umweltreferentin und LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) antwortet: „Die Kalkkögel sind für mich eine Rechts-, Naturschutz- und Wirtschaftsfrage.“ Sie betont, dass noch gar kein Finanzierungs- und Gesamtkonzept vorliege. Darauf erwidert Bodenseer, dass sich die Politik in Tirol hinter Konzepten verstecke und prüfe und prüfe und prüfe.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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