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Sleepover Buddies und USB-Anschluss an den Steckdosen.

Neue Midscale-Hotel-Marke in Österreich gelandet

14.06.2018

Eine neue Marke für Midscale landet in Österreich: „niu“ von der stark wachsenden Hamburger Novum Hospitality. Mit Sleepover Buddies in Blumentöpfen.

Baustelle Living Lobby mit Kunst.

Nachhaltig, inspirierend, urban: Darum geht es bei der neuen Hotelmarke und davon leitet sich auch ihr Name ab. Heuer wurden und werden die ersten niu-Hotels eröffnet. In Städten wie Fürth, Essen, Haarlem. Und jetzt auch in Wien: das niu Franz. 

Storytelling

Wie beim offensichtlichen Vorbild 25hours spielt jedes Hotel mit lokalen Begebenheiten, um den Gast mit „Storytelling“ zu inspirieren. In Essen ist es der Bergbau, in Haarlem eine Molkerei, in Wien Habsburg: „Prunk meets ­Hipsterstyle mit Stilbrüchen“, umschreibt es Hotelmanager Alexander Lang, geborener Wiener. Die Barkarte bietet drei Biere vom Fass, auch das „Original Wiener Lager“, und Weine auch aus angrenzenden „Kronländern“. Sicher bald der Liebling auf Instagram ist der tiefgefrorene „Kukki-Cocktail“, der vor den Augen des Gastes sekundenschnell im „Toaster“ zubereitet wird und nur sechs Euro kostet. Es soll ihn, wie auch das kleine Speisenangebot, rund um die Uhr geben. Auch das ist eher Convenience und kann deshalb auch vom Personal morgens um vier zubereitet werden: ein Pulled Turkey Bun im schwarzen Brötchen oder ein neu interpretierter Käsekrainer. F&B-Managerin Viktoria Neumann ist erst 25 und weiß, worauf jüngere Leute stehen.

Beim Einchecken, gerne auch mit dem Handy, bekommt jeder Gast, der einen Euro übrig hat, einen Sleepover-Buddy: wahlweise „Franz“ oder „Sissi“. Das sind keine Stofftiere, sondern Zierpflanzen. Der Euro wird der Stiftung für Integrationsprojekte der Novum Hospitality zugeführt. Am Zimmer stehen auch Wasserflaschen von Viva con Agua, einem gemeinnützigen Verein, der sich für weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt. 
Urban geben sich in Wien die wilden Zeichnungen an den Wänden, die vom Berliner Künstler Maximilian ­Magnus stammen. In anderen niu-Hotels fällt die Kunst bzw. das Design durchaus noch schriller aus. ­Alexander Lang schwärmt von der noch im Bau befindlichen „Living Lobby“. Sie ist das geräumige Zentrum, hier soll es sich abspielen: Die Bar fungiert wie in anderen Lean-Design-Hotels auch als Rezeption, es gibt Co-Working Spaces und Events. Es läuft speziell für niu zusammengestellte Lounge-Musik. Man möchte auch die Bewohner des nahegelegenen Studentenheims ansprechen. 

Die Zimmer bieten witzige Details: Wer sein Ladegerät vergessen hat, kann einen USB-Eingang in den Wandsteckdosen nutzen. Am SmartTV oder am eigenen mobilen Device kann man exklusive Serien aus der gruppeneigenen Mediathek gratis schauen. Dafür steht ein 200-Mbit-Gratis-WLAN zur Verfügung. Wer Musik vom Handy hören möchte, kann das über einen „Teufel Booster“ tun. Am Klo hängt eine Art Pinnwand mit Wien-Motiven.
Das alles ergibt einen durchaus ungewöhnlichen Mix aus Schrillheiten, guten Ideen und neuen Zugängen, der Gäste auch jenseits der Dreißig anspricht, die sich mal ein wenig jünger fühlen wollen. Die Zimmerpreise bleiben unter 100 Euro, man kann aus drei Kategorien wählen. 

Die Novum Hospitality betreibt 161 Hotels überwiegend als Franchisenehmer und unter drei Eigenmarken, die neueste ist niu. Reservierung, Revenue-Management, Marketing & Sales, Buchhaltung, Personalmanagement und IT laufen zentral über Hamburg. Der lokale Hotelmanager dient mehr als „Markenbotschafter“ und Ansprechpartner vor Ort, auch das Frühstück und das Housekeeping sind lokal ausgesourct. Momentan sind weitere 54 niu-Hotels in der Pipeline, das nächste eröffnet in Berlin mit 160 Containern auf einer Parkgarage. In Wien entstehen gerade ein Ibis Styles und ein Holiday Inn in Franchise.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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