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Neue Rekorde und alte Sorgen

30.10.2018

Tourismuswachstum: Um auf der guten Konjunkturwelle zu reiten, fehlt es weiter an Personal.

Zumindest keine Verschlechterung“, das war der Gedanke vieler Hoteliers und Gastronomen, als das diesjährige Winter-kontingent für Saison-Arbeitskräfte fixiert wurde. Ab 12. November sind also 1.100 Beschäftigungsbewilligungen für ausländische Saison-Arbeitskräfte vorgesehen, so steht es in der von der zuständigen Arbeitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) erlassenen Verordnung. Die Geltungsdauer erstreckt sich auf höchstens 25 Wochen und darf nicht nach dem 15. Mai enden. Damit genehmigt die Regierung die gleiche Anzahl an Saisoniers wie in den Jahren davor. Viele Unternehmer hatten sich aber, durchaus berechtigt, mehr erhofft – denn die Buchungslage ist derzeit exzellent, und laut aktueller Umfrage haben beispielsweise in der Hotellerie noch 75 Prozent der Häuser offene Stellen zu besetzen.  

Rekordergebnisse 

Hintergrund der Entwicklung ist die derzeit gute Wirtschaftslage, die Gästen aus dem In- und Ausland mehr und kostspieligere Urlaubstrips ermöglicht. Zuletzt wurden Rekorde von Vorarlberg (1,1 Millionen Ankünfte seit Jahresbeginn, plus 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) bis Wien (plus 6,1 Prozent Nächtigungsumsatz seit Jänner) vermeldet. 

Ein Zeichen für die gute Wirtschaftslage sind auch die Investitionen in die Infrastruktur. So präsentierte der Kärntner Seilbahnwirtschafts-Fachgruppenobmann Klaus Herzog ein Investitionsvorhaben von 26 Millionen. Der Schwerpunkt liege dabei auf Schneescherheit und Pistenpräparierung, inzwischen würden 80 Prozent der Kärntner Skipisten beschneit. Nach einem Rekordwinter mit knapp 253,5 Millionen Euro Umsatz und acht Millionen Gästen hat auch Österreichs größter Skiverbund „Ski amadé“ für die Saison 2018/19 laut Präsident Georg Bliem eine „Rekordinvestition“ von 108 Mio. Euro eingeplant. Diese Summe wird u. a. für den Bau von fünf neuen Bahnen ausgegeben. Fehlendes Personal in der Gastronomie und bei den Seilbahnen trübe aber etwas die Vorfreude auf die heurige Ski-
saison, heißt es in einer Aussendung.

Herausforderung Sommer

Auch in Tirol, dem größten Wintertourismusbundesland, blickt man gewappnet in die anstehende Wintersaison. Dort nützte man die Zeit vor dem offiziellen Saisonstart dazu, den Sommer zu resümieren. Das Ergebnis ist positiv: Die Sommersaison 2018 ging am 31. Oktober mit einem Nächtigungsplus von 2,9 Prozent zu Ende. Die Wertschöpfung war laut einer MCI-Studie im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent höher und betrug 1,54 Mrd. Euro. Die gesteigerte Wertschöpfung veranlasste Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter (ÖVP) zum Aufruf, künftig noch mehr in Qualität zu investieren. Auch der Geschäftsführer der Tirol Werbung, Josef Margreiter, hält eine weitere Sommeroptimierung für den Standort für essenziell. Das Sommergeschäft entwickle sich gut, bei einer Auslastung der Hotellerie im Sommer von 35,7 Prozent, auf die Bettenkapazität gerechnet, sah er noch Luft nach oben. Auch er hat „Qualität“ als Antwort auf die Herausforderungen. 

Autor/in:
Daniel Nutz
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