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Erich Berer und sein Amphibien-Bus: Ab Mitte September soll das Fahrzeug durch die Stadt rollen bzw. schwimmen.

Neuer Amphibienbus für Salzburg

01.09.2016

Halb Boot, halb Bus: Die Stadt Salzburg ist um eine Touristen-Attraktion reicher. 

Mit einem Tiefgang von 85 Zentimetern ist der Amphibien-Bus auch für die streckenweise eher seichte Salzach geeignet.

Barocke Altstadt, mittelalterliche Festung, Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse: Die Stadt Salzburg zieht Jahr für Jahr hunderttausende Touristen an. Ab Mitte September kommt – mit einem Jahr Verspätung – eine neue Attraktion hinzu. Ein Amphibienbus. Ein Bus, der sowohl an Land als auch im Wasser fährt. Es ist das erste derartige Fahrzeug in Österreich. Durch andere europäischen Städte, durch London, Dublin, Amsterdam, Rotterdam, Hamburg oder Budapest, werden Touristen schon mit Amphibienbussen geschippert. Der noch namenlose Salzburger Amphibienbus ist freilich eine Sonderanfertigung, speziell für Salzburg und die Salzach gebaut. Er ist kleiner und vor allem leichter als normale Amphibienbusse. "Die herkömmlichen Amphibien-Busse waren mir viel zu schwer, zu groß und auch mit zu viel Tiefgang. Ich wollte etwas Besonderes, ein kleines, feines Fahrzeug, das zur Weltkulturerbe-Stadt passt", sagte Projektinitiator Erich Berer. Und das in die Salzach passt. Auf den rund 450 Metern zwischen Makart - und Müllnersteg, wo der Amphibienbus am Wasser fahren wird, ist die Salzach nur zwei bis 2,20 Meter tief. Herkömmliche Amphibienbusse wiegen mehr als 13 Tonnen und haben einen Tiefgang von 1,50 Meter. In vierjähriger Bauzeit gelang es, den Salzburger Bus auf 7,7 Tonnen abzuspecken und auf einen Tiefgang von 85 Zentimetern zu reduzieren. "Es ist der kleinste Amphibienbus, der kommerziell zum Einsatz kommt", sagte Tourismusunternehmer Berer. Der Salzburger Bus hat nur 26 Sitzplätze, sonst sind 38 bis 44 üblich.

Kein Cent öffentliche Förderung

Gekostet hat der Amphibienbus rund 700.000 Euro. "Kein Cent öffentliche Förderung steckt im Projekt. Ich habe alles privat finanziert", betonte Berer, zu dessen Firma "Salzburg Highlights" auch das Salzach-Schiff "Amadeus" gehört. An dem liegt es aber nicht, dass der Amphibienbus mit der Nummerntafel S-CHIFF 2 startet. S-CHIFF 1 gehört dem roten Doppeldecker-Bus aus Berers Imperium. Berer rechnet damit, dass sich die Investitionen in den Amphibienbus in vier bis fünf Jahren amortisiert haben. Auch dank Synergieeffekten mit Berers Restaurant und Konzerten auf der Festung Hohensalzburg.

Rundfahrt kostet 30 Euro

Kosten wird eine Rundfahrt 30 Euro für Erwachsene, 20 Euro für Kinder. Dauern wird sie eine Stunde und 20 Minuten. Gestartet wird an der Amadeus-Anlegestelle am Franz-Josef-Kai, von dort geht es mit rund 16 km/h flussabwärts, bis das Amphibienfahrzeug bei der Feuerwehrrampe im Bereich des Müllner Stegs die Salzach verlassen wird. Dann führt die Route entlang der Schwarzstraße, über die Staatsbrücke nach Nonntal, zum Schloss Leopoldskron und zum Schloss Hellbrunn, über die Riedenburg nach Mülln, zur Lehener Brücke und zurück zur Einfahrtsrampe (Mülln), von wo es wieder auf der Salzach zur Anlegestelle der Amadeus geht. Geplant sind täglich drei bis sechs Fahrten, in der Hochsaison sieben.

Angetrieben wird der 9,9 Meter lange, 2,4 Meter breite und 3,45 Meter hohe Bus von gleich drei Motoren. Auf der Straße von einem 180 PS-starken Mercedes-Motor, im Wasser von zwei Volvo Penta Z-Motoren mit je 225 PS. "Damit bleibt das Fahrzeug im Wasser sicher, auch wenn ein Motor streiken sollte", sagte Berer. Um die Stabilität des vergleichsweise recht zierlichen Amphibienbusses im "unruhigen Gebirgsbach Salzach" (Berer) zu verbessern, werden vor der Wasserfahrt links und rechts Flügeln montiert. "Die Montage dauert zwei Minuten", sagte Berer.

Nach einem Vorschlag des Salzburger Langzeitbürgermeisters Heinz Schaden (SP) wird der Name des Amphibienbusses in einem Wettbewerb der Schulen ermittelt. 

Text: Josef Schmidt

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