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Fachgruppen-Obmann Berndt Querfeld will mit dem Festlohnsystem die Wiener Kaffeehäuser als attraktiven Arbeitgeber positionieren

Neuer Kollektivvertrag für Wiener Kaffeehäuser

18.04.2013

Wien. Nach intensiven Verhandlungsrunden haben sich die Sozialpartner auf einen zeitgemäßen Kollektivvertrag für die Wiener Kaffeehäuser und die Einführung eines Festlohnsystems einigen können. Die neue Regelung gilt ab 1. Mai 2013 für alle Wiener Kaffeehäuser, Kaffeerestaurants, Espressi, Kaffeekonditoreien, Stehkaffeeschenken und Teehäuser.+++

Ab 1.Mai 2013 gilt das neue Festlohnsystem. Gründe für einen neuen Kollektivvertrag gab es genügend: Nach dem alten System war die Berechnung der Garantielöhne fehleranfällig und die Lohnverrechnung kompliziert und somit mit hohen Kosten verbunden. Dass das Festlohnsystem ein zeitgemäßes ist, zeigt sich auch darin, dass bereits sieben Bundesländer und zu Jahresbeginn auch die Wiener Hotellerie auf das Festlohnsystem umgestiegen sind. "Diese Umstellung bringt Rechtssicherheit gegenüber der Sozialversicherung und dem Arbeitsgericht. Ein zeitgemäßes Lohnschema und bessere Planbarkeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind weitere Vorteile. Es stellt überdies eine wesentliche Erleichterung der Lohnverrechnung für die Betriebe dar. Wir wollen uns mit diesem System als attraktive Arbeitgeber positionieren. Gut ausgebildete Schüler aus Gastronomieschulen sollen in die Wiener Kaffeehäuser kommen und bei uns ein spannendes Arbeitsumfeld finden. Außerdem stehen wir natürlich in starker Konkurrenz mit den angrenzenden Bundesländern, und in Niederösterreich gilt bereits das Festlohnsystem", so Berndt Querfeld, Obmann der Fachgruppe Kaffeehäuser Wien.

Bessere Planbarkeit für beide Seiten
Für die Mitarbeiter bedeutet das neue System, dass sie am Monatsanfang wissen, was sie am Monatsende verdienen und somit besser planen können, so Rudolf Komaromy, Vorsitzender der vida-Bundesfachgruppe Tourismus: "Sie sind nicht mehr abhängig vom Umsatz, der mit dem Verkauf von Speisen und Getränken erzielt wird, und damit auch nicht mehr von unberechenbaren Gegebenheiten wie dem Wetter oder von "guten" bzw. "schlechten" Kellner-Stationen in einem Betrieb. Außerdem wird bei der neuen Einstufung großer Wert auf Ausbildung und Qualifikationen der Beschäftigten gelegt. Wir erwarten,  dass nach der Hotellerie Wien und den Wiener Kaffeehäusern nun auch die Gastronomie nachzieht und das moderne Schema übernimmt", so Komaromy. Das neue Lohnschema unterscheidet besser zwischen gelernten und ungelernten Mitarbeitern. Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne für ungelernte Kräfte werden auf 1.350 Euro brutto angehoben. Die besonders wichtige Lohngruppe 3 für gelernte Mitarbeiter liegt mit 1.525 Euro noch etwas unter dem Lohnniveau Niederösterreichs und der Wiener Hotellerie. Bereits jetzt wurde vereinbart, dass mit 1.Mai 2014 die Löhne um jeweils 50 Euro in jeder Lohngruppe angehoben werden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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