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Nicht alles glänzt, was Gold ist

16.06.2016

1980 bis 1989: Der Weinskandal erschüttert das Land. Die Deutschen bleiben als Gäste aber trotzdem treu.

1980

Februar, „Discos unter der Lupe. Ist in Österreich für jüngere Gäste zu wenig los?“

Juni 1980 Sex-Tourismus im Rückgang: „Heute fährt auch der alleinstehende Herr Österreicher lieber an einen Badestrand und aalt sich in der Sonne.“

Sommer 1980 Personalmisere in Gastronomie. Experten sind sich einig, dass es nicht – „oder jedenfalls nicht vorwiegend“ – an der Bezahlung liegt. Eher an der Arbeit zu traditionell arbeitsfreien Zeiten am Wochenende und am Abend.

1982

Jänner, Ski-WM in Schladming: Bettenkapazität nicht wesentlich erhöht. Hoteldorf abgelehnt. Bisher ein relativ günstiger Ort, wollen in Zukunft an das Niveau von beispielsweise Flachau oder Wagrain herankommen.

Februar 1982 Speedy – die Zimmer-Reservierungs-Software von Wiener Kammer und Fremdenverkehrsverband wurde eingestellt, weil sie nicht funktioniert hat (und die ÖGZ schreibt recht höhnisch darüber). Probleme gab es auch mit dem internationalen „Citel“ und dem deutschen „Start“.

März 1982 „Kein Ausverkauf von Wienerwald. Falschmeldung über Verkauf der Betriebe“. Nach Einstieg in US-Gastronomie und Touristik Liquiditätsschwierigkeiten.

Juli 1982 Verkehrsbüro verschlingt fast 400 Steuermillionen (Schilling). Durch Managementfehler schwer angeschlagener Betrieb.

August 1982 „Wienerwald-Holding insolvent. – Ö Ges m b H nicht betroffen“

1983

Mai,  „Österreich schwimmt im Wein“ (zwei Jahre vor dem Weinskandal …). „Die Wirte sollen billiger werden“, fordert Weinbaupräsident Mauß. Gastronomen sprechen von unhaltbaren Vorwürfen. Weinpreis und Bierpreis werden verglichen: 1953 kostete 1 Liter Bier (2 Krügerl) in einem Wiener Gasthaus durchschnittlich 4 Schilling. Ein Arbeiter musste für einen Liter Bier 31 Minuten arbeiten (sic; Bruttostundenlohn betrug 7,66 Schilling). 1982: 1 Liter Bier 34,20 Schilling; erneut 31 Minuten (Lohn: 65,71). Beim Wein: 1953 kosteten 4 Vierteln im Wiener Gasthaus 16 Schilling (125 Arbeitsminuten), 1982: 4 Vierteln 76 S (69 Minuten).

1984

Juli, „Wo bleiben die Deutschen? Urlauberstrom fließt nach Italien und Jugoslawien.“

1985

Juli, „Weinland Österreich ist tot. Nach dem Weinskandal 1985“

August 1985 „Weinkatastrophe trifft auch das Gastgewerbe“

September 1985 Nach Weinskandal: „Deutsche bleiben uns trotzdem treu“

Dezember 1985 „Rettung des Alpensommers“: Experte: Marketing-Konzept fehlt. Wanderbares Österreich ist out. In Österreich gehen Nächtigungen im Sommer seit 1980 kontinuierlich zurück.

1986

Jänner, „Sommermisere ist Generationenproblem. Angebot ist für jüngere Deutsche zu langweilig“

März 1986 Mit Kampagne „Tennisland Österreich“ sollen neue, jüngere Sommergäste gewonnen werden.

1988

Oktober, Trendwende im Österreich-Sommer ist da. Es kamen wieder mehr Gäste. Gründe: Schöner Sommer, gute Konjunktur in Westeuropa und „der Trend zu Qualität, Angebotsstrukturierung und besserer Ausbildung kommt voll zum Tragen“.

1989

März, Stadt Wien kauft Restaurantkette Wienerwald. Bisherige Eigentümerin Renate Thyssen kassiert 440 Millionen Schilling.

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