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Nicht so heiß gegessen wie gekocht

06.11.2006

Lange ist darüber spekuliert wurden, nun ist die Katze aus dem Sack: Die EU-Kommission hat ihre neue Strategie zum Kampf gegen den Alkoholmissbrauch veröffentlicht und diese ist tatsächlich weitaus milder ausgefallen, als viele im Vorfeld befürchtet haben.

So will die EU die Mitgliedstaaten beim Kampf gegen Alkoholmissbrauch unterstützen und dessen soziale und wirtschaftliche Schäden verringern. Insbesondere sollen Kinder und Jugendliche vor den Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums geschützt werden. Konkrete Maßnahmen jedoch wie die EU-weite Einführung von Warnhinweisen auf Flaschen, höhere Besteuerung oder Anhebung des Mindestalters wurden ebenso wenig vorgeschlagen wie eine Harmonisierung nationaler Gesetzgebungen.
Mehr Selbstregulierung
Von der Alkohol erzeugenden Industrie und den Verkäufern alkoholischer Getränke fordert die Kommission dennoch mehr selbstregulatorischen Einsatz. EU-Kommissar Markos Kyprianou betonte, „dass die Industrie mehr tun kann, um Alkoholschäden zu reduzieren, den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu fördern und die Konsumenten besser zu informieren“. Besonders wichtig sei die Verhinderung „unverantwortlicher Werbung“ für alkoholische Getränke.
Tendenz zum „Kampftrinken“
Trotz der Maßnahmen, die einige Mitgliedstaaten eingerichtet haben, sei der Schaden durch Alkoholmissbrauch, vor allem unter jungen Menschen, „inakzeptabel hoch“, betont die Kommission. 195.000 Tote stehen nach EU-Angaben jährlich in Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch, 23 Mio. Europäer (fünf Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen) seien von Alkohol abhängig. 55 Mio. Europäer konsumieren Alkohol in gesundheitsgefährdenden Mengen. Die von Alkoholmissbrauch verursachten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf rund 125 Mrd. Euro jährlich. Hervorgehoben wird auch die zunehmende Tendenz unter Jugendlichen zum exzessiven „Kampftrinken“.
Weitere von der Kommission hervorgehobene Maßnahmen einzelner Staaten seien ein „Überdenken“ des Mindestalters für Alkoholkonsum dort, wo dieses unter 18 Jahren liegt, oder auch Null-Promille-Grenzen für Junge und Berufsfahrer. Die Kommission wolle jedenfalls keine harmonisierte Gesetzgebung zur Prävention von Alkoholmissbrauch vorschlagen, wird in dem Papier betont. Denn es gebe verschiedene nationale Traditionen in Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Auch sei die Strategie nicht gegen mäßigen Alkoholkonsum gerichtet, der sogar gesundheitsfördernd sein könne.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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