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V. l. n. r.: Paul Brozsek, Head of Development der List Group,  General Manager  Oliver Dzijan und Thomas Michor, Head of List  Hospitality Group, im  Bistro Porto.

Nicht übernachten, sondern wohnen

13.12.2018

Das war der Anspruch von Designer Sir Terence Conran, der 1995 die Innenausstattung des Triest in Wien, damals Österreichs erstes Designhotel, gestaltet hatte. Jetzt wurde im Sinne Conrans erweitert und umgebaut.

 

V. l. n. r.: Paul Brozsek, Head of Development der List Group,  General Manager  Oliver Dzijan und Thomas Michor, Head of List  Hospitality Group, im  Bistro Porto.

Das Triest war schon vor 300 Jahren eine Poststation. Daher der Name: Von hier fuhren die Kutschen nach Triest. Von dieser Zeit ist nicht mehr viel zu spüren. Dafür weht übermächtig der Geist des britischen Stardesigners Sir Terence Conran durchs Haus. Auch durch die neuen Zimmer im ehemaligen Nebenhaus, einst das Quartier der Österreich Werbung. Hier wurden im Bestand (einem Bau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts) in drei Jahren Umbau 49 zusätzliche Zimmer und Suiten gebaut plus ein neues Bistro – alles im Geist von Conran, dem es darauf ankam, Hotelzimmer so zu gestalten, dass sie eher wie ein Wohnzimmer wirken. „Wohnen im Hotel“ war seine Idealvorstellung. Das bedeutet: kompakte Bauweise, Designermöbel, viel Holz (Nussbaum), verspannter statt verklebter Teppichboden – und in den Zimmern von 1995 viele Anspielungen an Schiffskajüten.

In so einer fühlt man sich auch in den neuen Zimmern: Die Decken sind eher niedrig, das Entreé mit der Nussbaumvertäfelung noch niedriger. Aber alles ist vom Feinsten: die Minotti-Couch, der Sessel-Klassiker-Nachbau von Karl Schranzer von 1958, die klassische Bogenlampe von Arco und die Philippe-Starck-Leuchte am Schreibtisch. Der TV ist natürlich „smart“, die Hifi-Anlage von Bang & Olufsen. Die Wandbespannungen hat die Künstlerin Esther Stocker entworfen. Also kostet ein Doppelzimmer ohne Frühstück normalerweise etwas unter 400, die Juniorsuite knapp 500 Euro – Fünf-Sterne-Niveau, ohne für fünf Sterne klassifiziert zu sein.

Doppelte Herausforderung

Der Umbau war für alle Beteiligten eine Herausforderung: bautechnisch, weil im Bestand in der Innenstadt während des Betriebs, designtechnisch, weil man die „zeitlose Eleganz“ Conrans fortsetzen wollte. Conran-Fans kommen weiterhin auf ihre Kosten, auch technisch ist Das Triest mit Lichtfaserkabelanbindung und einem lichten Konferenzsaal am Dach mit allem, was man heute für Konferenzen braucht (inklusive CO2-Messung der Luft), und angrenzenden Terrassen State of the Art. Man bespielt sogar die alte Apotheke im Nebengebäude und hat daraus einen „Alimentari“ gemacht – und die ehrwürdige Einrichtung erhalten (auch wenn sie nicht von Conran ist …). „Unser Dank gilt natürlich den drei gestaltenden Architekturbüros“, sagte Paul Brozsek, Head of Development der List Group, zu der das Hotel seit 2008 gehört, beim Presserundgang. „Allen voran an HD Architekten, die als Objektplaner die Federführung dieses Projekts innehatten. Sie wurden von Wehdorn Architekten unterstützt, die für die Gestaltung der neuen Suiten und Zimmer verantwortlich zeichneten. Im Gastronomiebereich ist es gelungen, mit BEHF Architects das derzeit angesagteste Konzeptteam für Planung und Umsetzung insbesondere des neuen Bistros Porto mit an Bord zu holen.“

 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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