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Nichtraucher versus Raucher

27.10.2004

Nichtrauchen liegt im Trend. 60% der Österreicher sprechen sich für
Nichtraucherzonen in Gastgewerbebetrieben aus.

Seit Oktober 2004 besteht eine auf freiwilliger Basis unterzeichnete Selbstverpflichtung zur Errichtung von Nichtraucherbereichen in speisenverabreichenden Gastgewerbebetrieben zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen sowie den Vertretern der Gastgewerbebetriebe Österreichs. Die Einrichtung von Nichtraucherbereichen muss in allen Speiselokalen, deren Gästebereich größer als 75m2 ist, erfolgen und mit 31. Dezember 2006 für mindestens 40 Prozent der für die Verabreichung von Speisen vorgesehenen Sitzplätze umgesetzt sein. Die Wiener Kaffeehäuser sehen diese freiwillige Verpflichtung als eine gute Lösung und werden diese Übergangsphase auch nützen.
Maximilian Platzer, Obmann der Fachgruppe Wiener Kaffeehäuser, räumt aber ein, „dass sich die tatsächliche Anzahl der Sitzplätze in den Nichtraucher-Bereichen letztendlich über die Nachfrage selbst regeln wird und sich auch über das bisher geforderte Ausmaß erhöhen könnte – dies steht jedem Betrieb frei. Speziell unter den Gästen der Altersgruppe ab 30 Jahren spürt man einen ausgeprägten Trend zum Nichtrauchen.“
Thomas Meinl, Betreiber des Meinl Nichtraucher-Cafés in Chicago, ist davon überzeugt, dass der Kaffee ohne Rauch besser schmeckt und betont: „Bei uns ist sogar der Gastgarten Nichtraucherzone, und wir machen jährlich 1 Million US$ Umsatz.“ Tina Hummel vom Café Hummel arbeitete eineinhalb Jahre bei Starbucks, wo sogar die Personalräume Nichtraucherzonen waren, damit dem Gast beim Betreten des Lokals nur das Kaffeearoma in die Nase steigt.
Im Café Hummel gibt es noch keine Nichtraucherzonen, aber es wird versichert, dass man dem Gesundheitstrend nachkommen wird: „Wir wollen zufriedene Gäste.“
Laut einer aktuellen Umfrage (marketagent.com) sprechen sich mehr als 60% der Österreicher für Nichtraucher-Zonen in Gastgewerbebetrieben aus. Auf der Suche nach Lösungsansätzen für die Raucherproblematik sprechen sich laut Umfrage nur 5,3% für ein totales Rauchverbot aus. Und selbst unter Nichtrauchern liegt der Prozentsatz jener, die ein totales Rauchverbot als geeigneten Lösungsansatz ansehen, unter 10%. Nichtraucher favorisieren demnach vor allem die Schaffung eigener Bereiche (35,5% Nichtraucherräume), während bei den Rauchern in erster Linie der Wunsch nach „guter Lüftung“ (45%) besteht.
Cafetier Berndt Querfeld hat vor zehn Jahren die ersten Nichtraucherbereiche eingeführt. „Heute ist bereits das halbe Café Mozart rauchfreie Zone und wir schaffen es während der Mittagszeit, dass 90 Minuten nicht geraucht wird. Ich bin überzeugt, dass wir in fünf Jahren von Raucherbereichen für Gäste sprechen werden und nicht mehr von Nichtraucherzonen.“
Gegensätzlicher Meinung ist Attila Kamarad, Obmann-Stellvertreter der Fachgruppe Wiener Kaffeehäuser: Probleme wird es vor allem dann geben, wenn Raucher und Nichtraucher trotz allem an einem gemeinsamen Tisch Platz nehmen wollen. Denn egal, wo man sitzt, per Gesetz ist immer jemand im Nachteil. Weiters weiß ich nicht, wie ich meinen acht Mitarbeitern – alle Raucher – erklären soll, dass sie am Arbeitsplatz nicht mehr rauchen dürfen.“
Thomas Wolf, GF Fachverband Gastronomie der WKÖ, hofft, dass die Gastronomie die Zielwerte erreicht, damit es zu keiner gesetzlichen Verpflichtung kommt.
Freiwillige Selbstverpflichtung
Hinsichtlich der Umsetzung der auf freiwilliger Basis unterzeichneten Selbstverpflichtung zur Errichtung von Nichtraucherbereichen in Gastgewerbebetrieben beginnt der Fachverband Gastronomie mit einer Kampagne zur verstärkten Einrichtung von Nichtraucherbereichen. Zur Unterstützung der Betriebe gibt es Info-Plakate, aber auch Beratungsaktionen, die eine Hilfestellung für die Gestaltung von Nichtraucherzonen sowie Nichtraucherräumen beziehungsweise für die Optimierung der Lüftungsanlagen bieten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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