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Nichtraucherschutz sorgt für dicke Luft

29.09.2009

Der siebente Kaffeesieder Stammtisch im Café Landtmann drehte sich diesmal rund um ein Thema, das schon viel zu lang für dicke Luft sorgt: „Wie muss ich mein Lokal für den ­Nichtraucherschutz umbauen?“ Seit 1. Jänner 2009 darf nur noch in kleinen Cafés und Gaststätten mit weniger als 50 Quadratmetern Größe gequalmt werden. Ausnahmen gibt esfür größere Betriebe – sie müssen bis 30. Juni 2010 ein Raucherkammerl errichten ­beziehungsweise entsprechende Raumtrennungen vornehmen.Von Irene Stelzmüller

Beim siebenten Kaffeesieder-Stammtisch diskutierten auf Einladung von Berndt Querfeld Peter Novak, WK Wien, und der Architekt Peter Schwarz über Umbauten rund um den Nichtraucherschutz

Die offizielle Frist für Umbauten im Bereich des Nichtraucherschutzes endet mit 30. Juni 2010. Bis zu diesem Stichtag erwartet der Gesetzgeber von den Cafetiers und Gastronomen, deren Lokale größer als 50 Quadratmeter sind, eine bauliche Lösung. „Und was kommt danach? Es kursieren die wildesten Gerüchte: So gibt es die Vermutung, dass der Gesundheitsminister im Frühjahr 2010 noch vorprescht und ein generelles Rauchverbot erlässt; oder mit in Kraft treten des Arbeitnehmerschutzgesetzes 2013 oder 2014 gilt dann ein EU-weites Rauchverbot und alle baulichen Maßnahmen und Investitionen waren für die Katz´. Andere erhielten wieder die Info: Am besten tun´s gar nichts bis 15. September 2010! Behörden und Standesvertretungen können keine rechtsverbindlichen Auskünfte geben“, beklagte Berndt Querfeld die Problematik und eröffnete damit ein neues Kapitel rund um den Nichtraucherschutz.

Er hat sich dazu zwei Experten geholt: Ing. Peter Novak, Wirtschaftskammer Wien, ein gelernter Techniker, der das Betriebsanlagenservice aufgebaut hat, sowie den Architekten Dipl. Ing. Peter Schwarz. Und es ist nun einmal Realität, dass die Kaffeesieder sowohl Raucher als auch Nichtraucher bei sich zu Gast haben und auch in Zukunft haben wollen.
Von der Decke bis zum Boden
Peter Novak geht davon aus, dass alle das Gesetz kennen und bei der MA37, der Baubehörde, den Antrag auf Umbauten eingebracht haben. Der Baubehörde muss jedes Bauvorhaben noch vor Umsetzung gemeldet werden. „Viele denken, ein guter Schmäh, ein Jahr gewonnen, aber am 30. Juni 2010 muss der Umbau umgesetzt sein. Ansonsten gilt ein generelles Rauchverbot“, so Novak. Aber was gilt es nun zu beachten, wenn der Gastronom einen Raum schaffen möchte, wo seine Gäste rauchen dürfen? Es gibt drei Punkte, die bei der Teilung eines Raumes beziehungsweise der Errichtung einer Wand mit einer Türe zu beachten sind:

– Fluchtweg
– Be- und Entlüftung
– Belichtung und Sichtverbindung

„Prinzipiell ist dazu zu sagen, dass jedes Objekt anders ist, aber die Raumtrennung muss durch eine Wand erfolgen, die vom Boden bis zur Decke geht und in die eine Tür eingesetzt ist. Die Tür muss in Fluchtrichtung, sprich nach außen, aufgehen. Für den neu geschaffenen Raum muss es eine mechanische Be- und Entlüftung geben, wobei eine Luftumwälzung von 50 Kubikmetern pro Gast und Stunde vorgeschrieben ist.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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