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Niederösterreich wird rot

10.02.2006

Die Nachfrage nach Rotweinen nimmt in Österreich kontinuierlich zu. So ist es nicht verwunderlich, dass die heimischen Winzer vermehrt die Roten für sich entdecken. Es ist das Verdienst von Wolfgang Obermeier, dass er anlässlich seiner „Weintage 2006“ auch den niederösterreichischen Rotweinen eine Plattform bietet. So gab es auf dem kürzlich im Wiener Museumsquartier abgehaltenen „Rotweintag Niederösterreich“ speziell für die Gastronomie etliche ausgezeichnete und günstige rote Tropfen zu entdecken.

30er – großartige Jahrgänge
Johannes Autrieth, 32, sorgt seit sieben Jahren im 1725 gegründeten Familienweingut für frischen Wind, seit Anfang dieses Jahres auch als offizieller Betriebsführer. Die 15 Hektar Weingärten hat er inzwischen auf beachtliche 70% Rotwein umgestellt. Sein Zweigelt Reserve 2004 (13,5% Alk.) besticht durch schöne röstige Noten vom Barrique, am Gaumen dicht gewoben, mit tiefem Fruchtbiss und Tönen von Weichselkirschen (Euro 7,20 ohne Steuern).
Bei Hubert Fürnkranz, 35, aus Mailberg entfallen von den acht Hektar Rebfläche 35% auf rote Sorten. Sein Zweigelt 2003 (13,2%) stammt von teilweise 35-jährigen Rebstöcken aus den Rieden Altenpoint und Hochlüssen und gefällt durch saubere Kirschfrucht, weichen und saftigen Körper sowie abgerundete Tannine (Euro 3,90).
Ludwig Hofbauer, 35, hat in den 19 Hektar Weingärten zu einem Drittel Rotweinreben ausgepflanzt. Seine Cuvée Exclusiv 2003 (13,2%) ist aus Blauburger und Zweigelt mit einem 15%igen Anteil von Cabernet Sauvignon komponiert. Der Wein zeigt in der Nase Anklänge an Bordeaux, ist am Gaumen offen, mit Zwetschkennoten, Fruchtcharme und gutem Trinkfluss (Euro 4,70).
Horst Pelzmann, 38, leitet zusammen mit Gattin Irene seit 1993 das schon seit 1850 existierende Weingut in Berg bei Hainburg. Auf knapp acht Hektar Rebland wachsen zur Hälfte rote Sorten. Der Rubin Carnuntum 2004 (13,5%) stammt aus seiner Paradelage Königswarte und präsentiert sich mit einem Bukett nach Vanille und reifen Zwetschken, vollmundigem Körper und feinem Süßecharme (Euro 6,00).
Anton Schöfmann, 38, darf sich bei einem 80%igen Anteil an roten Sorten in den zehn Hektar Weingärten mit Fug und Recht als Rotweinspezialist bezeichnen. Die Weine scheinen seit Jahren regelmäßig im Falstaff-Rotweinguide auf. Der normale Haugsdorfer Zweigelt (13,0%) vom guten Jahrgang 2003 wird von gebrauchten Barriques zart abgerundet und gefällt durch feine Beerenaromen, elegante Ausgewogenheit und Harmonie (Euro 4,30).
Mutter und Sohn
Auf dem 1686 gegründeten Weingut Schulz in Dobermannsdorf rief Mutter Marianne 1996 mit acht anderen Damen die erste Winzerinnen-Vereinigung in Österreich ins Leben. Seit 2002 führt ihr ehrgeiziger Sohn Werner, 32, den Betrieb, dessen besondere Liebe dem Rotwein gilt. So wurde der Anteil roter Sorten in den sechs Hektar Weingärten auf aktuell ein Drittel erweitert. Der Cabernet Sauvignon Selection 2003 (13,5%) wurde 24 Monate im Barrique ausgebaut und besticht durch ein Bukett nach Cassis und rotem Paprika, kraftvoll-rauchigen Körper und feine Schokolade- und Tabak-Noten (Euro 6,80). Der umtriebige und sehr musikalische Hans Czerny, 41, führt schon seit 1993 das traditionsreiche Familienweingut Wimmer-Czerny in Fels bei Wagram. Von den 15 Hektar Weingärten entfallen zwar nur 10% auf Rotwein, allein die Riede Hammer mit ihren 40 Jahre alten Rebstöcken ist der besondere Stolz des Winzers. Der traditionelle Zweigelt Hammer 2003 (12,5%) wurde in Akazienfässern ausgebaut und zeigt eine fruchtige Nase nach Sauerkirschen, viel Schmelz und Eleganz am Gaumen mit trockenen Tanninen (Euro 4,80). Dollinger

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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