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Niedrige Reisefrequenz

10.02.2011

Wien. Im vergangenen Jahr hat nicht einmal die Hälfte der Österreicher (48%) eine Urlaubsreise von wenigstens fünf Tagen Dauer unternommen. Eine vergleichbar niedrige Reisefrequenz errechnete die Statistik Austria zuletzt im Jahre 1996.

Nur jeder zweite Österreicher unternahm 2010 eine Urlaubsreise. Besonders auffällig war hierbei die Spaltung innerhalb der Gesellschaft: Während drei Viertel der Hochschulabsolventen die „besten Wochen des Jahres“ fernab der Heimat verbrachten, blieben knapp zwei Drittel der Pflichtschulabsolventen daheim.

Kürzer und günstiger
Ist für die Österreicher ein Inlandsurlaub zu alltäglich und stellt sich ‚Urlaubsfeeling’ erst im Ausland ein? Fakt ist: Nur noch gut jede fünfte Hauptreise (22 %) führte die Österreicher 2010 zu Zielen in der Heimat. 2010 war ein sehr erfolgreiches Jahr für die ausländischen Reisedestinationen. Insgesamt führten fast acht von zehn Reisen (78 %) über die Landesgrenzen hinaus. Das beliebteste Auslandsreiseziel der Bewohner der Alpenrepublik war im vergangenen Jahr eindeutig Italien. Fast jede sechste Reise der Österreicher ging in das Stiefelland. Vor allem Singles (28 %) und Pensionisten (25 %) faszinierte ‚la dolce vita’ unter der mediterranen Sonne. Dagegen favorisierten junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) und Familien 2010 das Reiseland Kroatien (je 19 %).  Ein außereuropäisches Reiseziel steuerte 2010 jeder neunte Österreicher (11 %) an. Die nordafrikanischen Staaten von Marokko bis Ägypten waren hierbei die meistbesuchten Ziele (4,3 %). Aber auch die Karibik (1,9 %) und Nordamerika (1,4%) konnten sich wieder über ein stabiles Gästeaufkommen freuen.

Durchschnittlich 11 Tage Urlaub
Die durchschnittliche Reisedauer der Bürger lag 2010 bei 11,1 Tagen. In dieser Zeit gab der Durchschnittsreisende 988 Euro aus. In diesen Kosten waren nicht nur Anreise und Unterkunftskosten enthalten, sondern auch alle Nebenausgaben – vom Einkaufsbummel über Ausflüge bis hin zum Trinkgeld für das Zimmerservice. Diese errechneten Durchschnittswerte sagen jedoch wenig über die großen ökonomischen Ungleichheiten imUrlaub aus: Während die Bewohner ländlicher Regionen mit 822 Euro auskamen, ließen sich die Städter den Urlaub deutlich mehr kosten. An der Spitze liegen die Wiener mit 1.086 Euro.

Erwartete Zuwächse für 2011
In Österreich herrscht Aufbruchstimmung und das Jahr 2011 könnte für die Tourismusbranche ein großer Erfolg werden. Fast die Hälfte der Österreicher (48%) sitzt bildlich gesprochen schon auf gepackten Koffern und plant für 2011 fest, in den Urlaub zu fahren. Lediglich 28 Prozent der Bürger wissen schon sicher, in diesem Jahr nicht zu verreisen. Vor allem innerhalb der einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen wird auch in diesem Jahr kaum finanzieller Spielraum für einen Urlaub vorhanden sein. Ein Viertel der Gesamtbevölkerung (24 %) übt sich noch in Zurückhaltung und ist sich unsicher, ob sie verreisen wollen oder können.. Fazit: Die Österreicher hat das Urlaubsfieber wieder gepackt. Die Angst vor den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise sind überwunden und die Reiselust ist zurück. Und wohin soll 2011 die Reise gehen? Sonne, Strand und Meer werden auch in diesem Jahr gesucht. Erstmals könnte Kroatien seinem Nachbarland Italien Konkurrenz um den Spitzenplatz machen. Neben den jungen Österreichern wollen heuer auch immer mehr Ältere die kroatische Seite der Adriaküste besuchen.

Trendziele des Jahrzehnts
Die Österreicher wollen auch in Zukunft vornehmlich in „ihre“ Feriengebiete reisen. Auf die Frage, in welche Länder sie in den nächsten zehn Jahren gerne einmal reisen würden, antworten die Bürger ebenso realistisch wie pragmatisch: Italien, Griechenland und Kroatien. Auf dem vierten Platz folgt Spanien, auf dem sechsten Rang die Türkei. Damit landen die derzeit fünf beliebtesten Destinationen auch bei den zukünftigen Reisewünschen ganz vorne. „Traumziele“ wie die Südsee, die Malediven oder auch Australien bleiben eben solche. Ein realistischer Besuch wird nur von einer kleinen Minderheit geplant. Die Bürger nennen stattdessen Destinationen, deren Besuch sie sich auch leiten können. Ein Drittel der Österreicher gibt außerdem zu, sich nicht entscheiden zu können, ob – und wenn ja wohin – sie im kommenden Jahrzehnt verreisen wollen bzw. können. Auch innerhalb der Altersgruppen sind wenige Unterschiede nachweisbar: Die Älteren bevorzugen etwas vermehrt Frankreich, die mittlere Generation asiatische Reiseziele und die Jüngeren die USA. Italien, Griechenland und Kroatien landen jedoch generationenübergreifend in den Top 3.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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