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Nischenmarkt Fußballcamps

01.10.2008

Die erste Mannschaft, die Irmi-Marie Sachs-Ritter zum Trainingslager nach Schruns holte, war Mitte der 90er-Jahre der GAK. Werder Bremen, das Mitte Juli für eine Woche zu Gast war, kam auf Vermittlung des Vorarlberger EX-Werder-Profis Lars Unger. "Ich muss verkaufen, was ich habe, und das ist kein Meer vor der Haustür, dafür aber ein toller Fußballplatz", erklärt die engagierte Direktorin und ergänzt: "Wir gehen bis ins letzte Detail auf Sonderwünsche ein, das reicht von separaten Massage- und Essensräumen bis zum zwei Mal täglichen Wäscheservice. Über einen guten Vermittler bekommt man vielleicht einmal eine Top-Mannschaft ins Haus, aber es geht ja auch darum, solche Teams zum Wiederkommen zu bewegen."
Doch im Regelfall verhandeln Vereine nicht direkt mit Hotels, sondern mit Paket-Veranstaltern wie Ralph Schader oder Nik Pichler, die sich um die gesamte Abwicklung kümmern und den Vereinen gegenüber als General-Veranstalter auftreten.
"Die Vereine wollen einen perfekten Ablauf garantiert haben und sich nicht vor Ort um Kleinigkeiten kümmern müssen. Sie vertrauen mir bei der Auswahl der passenden Sportstätten, der Organisation der Testspiele und der Wahl des Hotels", so Schader, der von seiner Zeit als Stadionsprecher in Tirol zahlreiche Fußballgrößen persönlich kennt. "Persönliche Kontakte sind das Um und Auf, denn bei internationalen Großklubs kann man sich nicht so einfach bewerben", erklärt Schader.
Nik Pichler hat vor 13 Jahren das Trainingslager des AS Roms in Kapfenberg begleitet und danach konsequent den Aufbau der Firma "Internationale Fußballcamps Steiermark" betrieben. Er kümmert sich, so wie Schader, nicht nur um die Abwicklung, sondern auch um verschiedene Finanzierungsmodelle. "Normalerweise werden uns sämtliche Leistungen bezahlt, und wir rechnen dann mit Dienstleistern wie Hotel, Busunternehmen oder Sportverein ab. Bei Vereinen wie Real Madrid oder Arsenal London hat sich ein anderes Finanzierungsmodell entwickelt. Da können wir über die TV-Vermarktung der Testspiele so viel Geld hereinspielen, dass sich der Aufenthalt der Mannschaft selbst finanziert", so Pichler.
Doch zunehmend erkennen auch regionale Tourismusverbände die Werbewirksamkeit von internationalen Top-Clubs, vor allem wenn diese aus den Kernzielmärkten kommen. "Dass der HSV sein Höhentrainingslager bereits zum zweiten Mal bei uns absolviert, ist echt toll und hat einen konkreten Werbewert für uns. Deshalb beteiligen wir uns auch an den Kosten für die Unterkunft im Aquadom", so Carmen Fender vom Ötztal Tourismus.
Richtig gemacht sind Fußballcamps nicht nur eine lukrative Nische für die beteiligten Hotels, sondern Tourismus-Werbung vom Feinsten.
Infos: www.ralph-thevoice.at
www.footballcampstyria.com
Wolfgang Schedelberger

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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