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Alle Gruppen des Finales

No Waste und die Rettung des Landgasthauses

03.04.2019

Viel Engagement und ein Haufen guter Ideen beim 9. Gastrocontest von Kröswang.
 

Die Sieger
Signature Dish Peterseihof...
Alle Sieger

1 Peterseilhof: modernes Wirtshaus mit regionaler Küche in einem revitalisierten Gemeindezentrum, Tourismusschule Bad Leonfelden
2 Das EGGstra: alles rund ums Ei, vom Frühstück bis zum Cocktail, HLF Krems Tourismusschulen
3 NW-Future: No-Waste-Restaurantkonzept ohne Plastik mit regionaler Küche, Tourismusschule Modul Wien
4 Hamburger Schnack: norddeutsche Küche mit norddeutschem Humor in Salzburg, Tourismusschule Kleßheim
5 Forum 4020: Markthalle mit vier unterschiedlichen Küchen in Linz, Tourismusschule Bad Leonfelden
6 The New Wave: trendiges Lokal mit gesunder Küche, Tourismusschule Kleßheim
7 Black Barrel: Nachtlokal mit DJ, Burger und Leberkäse in Mittersill, Tourismusschule Kleßheim
8 Sweet & Hearty: Nur Muffins, aber in unendlichen Variationen, süß und salzig und auch speziell nach Gästewunsch, Tourismusschule HLF Krems
9 Alrauna: Ein Restaurant, in dem die Kräuter die Hauptrolle spielen, Bezauer Wirtschaftsschulen
10 La Raclette: Gemeinsam speisen in familiärer Umgebung, jeder kann sich seine Pfännchen nach Wunsch zusammenstellen, Bezauer Wirtschaftsschulen 

Alles auf Raclette? Oder besser aufs Ei? Ausschließlich Muffins, süß und salzig? Wie wäre es mit einem No-Waste-Lokal? Oder einer Markthalle mit vier unterschiedlichen Küchen in Linz? Das sind einige der Gastrokonzepte, die Tourismusschülerinnen und -schüler bei Kröswangs Gastrocontest in Bad Schallerbach vorgestellt haben.

So tickt die Jugend

Und wie jedes Jahr ließ es sich die ÖGZ nicht nehmen, beim Finale in der Jury zu sitzen. Wann hat man sonst die Gelegenheit, geballt aus erster Hand zu erfahren, welche gastronomischen Ideen und Wünsche die nachkommende Generation hat? 
Erste Erkenntnis: Im Marketing und Präsentationstechniken sind sie besonders gut. Wir haben tolle Shows gesehen, mit Videoeinspielungen, „Liveschaltungen“, Rollenspielen, selbstentworfenen Logos und Speisekarten. Das Siegerteam hatte die geniale Idee, als Amuse-Gueule kleine Speckstreifen an einen Draht zu hängen – wie an einer Wäscheleine. 
Vegetarisch, gesund und umweltbewusst stehen hoch im Kurs. Regionale Speisen sind immer noch der Renner – wenn auch nicht in jedem Fall konsequent zu Ende gedacht. Und man ist sehr offen für alles: Backfisch und Labskaus in Salzburg, Essen aus dem Automaten, radikale Spezialisierung, Revitalisierung vermeintlich altmodischer Rituale (Raclette).

Drei tolle Konzepte

Hamburger Schnack: Mit der Inspiration eines waschechten Exil-Hamburgers entwickelte das Team aus Kleßheim ein sehr stimmiges Konzept rund um die norddeutsche Küche. Auf der Karte steht Backfisch, Labskaus, in Salz gegarter Hering oder Grünkohl. Unterschätzte Klassiker, die man leider auch in Norddeutschland kaum noch findet. Die Frage ist, ob sich das in Salzburg realisieren lässt. Vielleicht würde es besser nach Wien oder London passen?
Das EGGstra: Wenn schon spezialisieren, dann gleich richtig und konsequent bis in die Werbesprüche: Beim Team aus Krems dreht sich alles ums Ei. Slogan: „Man muss die Eier haben, sich zu trauen!“ Das kam gut an. Die Schülerinnen und Schüler haben ein hieb- und stichfestes Konzept für ein Wiener Szenelokal entwickelt – inklusive Hühnerpatenschaften für die Gäste. Zu essen gibt es Gerichte aus Hühner-, Wachtel- und Straußeneiern. Der „EGGstra-Burger“ besteht aus einem gratinierten Spiegelei mit Lachs. Zielgruppe sind Yollies (Young Old Leisurely Living People, auch Best Agers genannt) und Yuccies (Young Urban Creative Millennials, eine Mischung aus Yuppies und Hipstern) und man weiß schon jetzt ganz genau, was man auf Instagram posten wird. Kapital wird auch über Crowdfunding eingespielt. Der mitgebrachte selbstgemachte Eierlikör schmeckte köstlich. Die einzige Gefahr: ein Cholesterinschock!
Peterseilhof: Das Siegerteam bestach durch seine Umsetzbarkeit. Es ging um ein echtes Projekt. Die Bad Leonfelder Tourismusschülerinnen und -schüler haben ein multifunktionales Gastrokonzept für ein wiederbelebtes Gemeindezentrum im oberösterreichischen Katzdorf entwickelt. Man setzt glaubwürdig und durchdacht auf regionale Küche, die gleichzeitig originellen wie traditionellen Gerichte sind in Mundart angeschrieben. Man hat sich über die Zielgruppe und das Einzugsgebiet realistische Gedanken gemacht und angesichts des grassierenden Wirtshaussterbens in der Gegend keinen direkten Mitbewerb ausgemacht … Umso wichtiger wäre es, wenn solche Konzepte mithilfe der Gemeinde (die stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung) tatsächlich umgesetzt werden könnten.

So viel Leidenschaft

Es bleibt festzuhalten: Bewunderswert, mit welcher Leidenschaft und Einsatzfreude, meist ja in der Freizeit, sich hier die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften für die Gastro-
nomie engagieren. Insgesamt hatten sich 36 Teams aus ganz Österreich beworben. Sie alle mussten ein Basis- und Einrichtungskonzept, ein Speisen- und Getränkekonzept und einen Finanz- und Marketingplan erstellen. Eine Expertenjury wählte zehn Finalisten aus, die ihre Konzepte in einer 15-minütigen Präsentation vorstellen und sich anschließend kritischen Fragen aus der Jury stellen mussten. Auch hier kann man feststellen: Die Schülerinnen und Schüler werden immer schlagfertiger, selbstbewusster. Gut so. Das braucht man in der Gastronomie.
Nach neun Jahren wird sich der Gastrocontest ein Jahr Auszeit nehmen. 2021 wird es eine neue Runde geben. Wir sind schon jetzt gespannt.
 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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