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NÖ Gastronomie zum Ausschank von Alkohol an Jugendliche

26.02.2007

Die niederösterreichischen Gastronomen haben es satt, als Sündenbock für den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen herzuhalten. Betroffen sehen sich vor allem die Diskotheken.

Deren Sprecher Franz Riefenthaler, der die Berufsgruppe auch auf Bundesebene vertritt, weist darauf hin, dass seine Mitglieder mittlerweile zu den best- und meistkontrollierten Betrieben in Österreich gehören. "Wir werden laufend überprüft und kontrolliert. Was ist aber mit den vielen Vereinslokalen, den diversen Clubbings und Festen?"

Die niederösterreichische Gastronomie fordert deshalb eine aktivere Bekämpfung des Alkoholmissbrauches. "Wir sind für eine bessere Kontrolle bei Verkauf und Ausschank von Alkohol an Jugendliche und haben dies auch bei Vorsprachen im Land gefordert!", betont NÖ Gastronomie Obmann Rudolf Rumpler. Die Kontrolle dürfe sich aber nicht immer nur auf Gewerbebetriebe beschränken, sondern müsse Vereins- und Jugendhäuser, Clubbings und Festveranstaltungen mit einschließen.

Wenn nun der politische Ruf nach verstärkten Ausschank- und Verkaufskontrollen laut würde, so seien diese vor allem dort durchzuführen, wo bis dato kaum oder überhaupt nicht kontrolliert worden sei, betonen Rumpler und Riefenthaler. Der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen beginnt nun einmal nicht in der Gastronomie, so Riefenthaler: "Vielen ist der Alkohol in der Disco zumeist zu teuer, sie versorgen sich zum Großteil mit mitgebrachtem Alkohol aus dem "Rucksack" oder auf dem Parkplatz." Außerdem hätten in den Sommermonaten die meisten Diskotheken mangels Besuchs geschlossen. "Wo sind die Jugendlichen da?" Ganz offensichtlich habe sich eine unkontrollierte Szene außerhalb der gewerblichen Gastgewerbe-Betriebe gebildet, was auch die zahlreichen Beschwerden und Hilferufe von Mitgliedsbetrieben belegen würden.

Kontrollen, Verbote und Strafen seien aber nicht geeignet, die Ursachen des Problems zu bekämpfen: "Jugendliche haben mit vielem zu kämpfen, viele kommen mit dem Leistungsdruck nicht zurecht. Alkoholexzesse sind letztlich so etwas wie ein Hilfeschrei!", so Obmann Rudolf Rumpler.

In diesem Zusammenhang weist Geschäftsführer Keindl darauf hin, dass die NÖ Fachgruppe Gastronomie gemeinsam mit dem Land beispielhafte Aktionen gesetzt habe, die bei den Jugendlichen sehr gut ankommen würden. Etwa die Aktion "Mehr Spaß mit Maß": Gemeinsam mit dem Land und anderen Partnern werden in Niederösterreich flächendeckende Informationsveranstaltungen in den Schulen zu den Themen Alkohol, Nikotin und Drogen durchgeführt. Oder die Aktion "Disco-Checkpoint", ebenfalls gemeinsam mit dem Land. Ausgebildete Sozialarbeiter bieten im "Checkpoint" von Discotheken Informationen, Beratung und Betreuung rund um die Themen Sucht, Substanzen, Sexualität, Alkohol und Nikotin.

"Das niederösterreichische Gastgewerbe ist sich der großen Verantwortung für die Jugend bewusst!", sagt Fachgruppengeschäftsführer Mag. Rudolf Keindl. "Wir haben in Niederösterreich an die 8000 Betriebe - vom Würstelstand, Buschenschankbuffet, Diskotheken, bis hin zum Restaurant. Alle wollen jugendliche Gäste, alle wollen, dass diese gesund bleiben und ihren Betrieb auch in Zukunft besuchen!" Kein Verständnis zeigt daher die
Interessenvertretung für "Ausreißer" im eigenen Bereich, die der gesamten Branche mit Billig-Alkoholaktionen schwer schaden würden. Demgegenüber würden aber auch Diskos preiswert alkoholfreie Getränke anbieten.

Info: www.promille.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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