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Nur noch „glückliche“ Tiere auf dem Teller?

04.04.2007

Der nach Arnold Schwarzen­egger wohl berühmteste Austro-Amerikaner, der gebürtige Kärntner Wolfgang Puck, der in den USA mittlerweile über ein Gastro-Imperium verfügt und nicht zuletzt alljährlich alle Hollywoodgrößen im Anschluss an die Oscar-Gala einkocht, geht in punkto Tierschutz in die Offensive:

Künftig wird die Gänsestopfleber in allen seinen Betrieben von den Speisekarten verschwinden und auch alle anderen Tierprodukte sollen ausschließlich nur mehr von „glücklichen“ Tieren kommen. Speziell Fleisch aus der klassischen Massentierhaltung soll in seinen Lokalen keinem Gast mehr vorgesetzt werden. Puck will damit einen Trend in der amerikanischen Top-Gastronomie setzen, gleichzeitig geht er so aber auch einem Konflikt mit US-Tierschützern aus dem Wege, die seit Monaten vor seinen Lokalen gegen dort verwendete Produkte demonstrieren.
Speziell Gänse- oder Entenstopfleber ist in der Tat keine unpro­blematische Delikatesse: Um die Leber auf das bis zu zehnfache Gewicht anwachsen zu lassen, müssen die Tiere zunächst für die Zwangsmast vorbereitet werden. In dieser Zeit wird die Futtermenge allmählich erhöht, um die Speiseröhre zu dehnen. In der Stopfperiode werden Enten täglich mit zwei Mahlzeiten eines mit Fett angereicherten Maisbreis zwangsgefüttert. Die Menge wird täglich gesteigert und liegt am vierzehnten und letzten Masttag bei mehr als dem Doppelten. Gänse haben einen ähnlichen Leidensweg, sie werden allerdings bis zu 21 Tage gestopft und erhalten entsprechend ihrer Größe mehr Maisbrei – meist auf drei Mahlzeiten verteilt.

Große Qualen
Die Prozedur des Stopfens sowie die Form der Haltung während dieser Zeit sind mit großen Qualen für die Tiere verbunden. Die Tiere werden häufig einzeln in Käfigen gehalten, die kaum größer sind als sie selbst. Umdrehen, Flügelschlagen, Gefiederpflege, nicht einmal normales Stehen ist in solch einem Käfig möglich. Der Kopf des Tieres schaut aus einem Loch im Käfigdach heraus. So brauchen die Arbeiter nur den Hals des Tieres zu greifen, ein an eine Maschine angeschlossenes Rohr in den Schlund zu stoßen und den Maisbrei in die Speiseröhre zu drücken. Beim Hinabstoßen des Metallrohres in den Schlund wird oft die Speiseröhre verletzt. Zudem empfinden die Tiere dabei einen Würgereflex.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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