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Die Braumeister und ihre Produkte.

ÖGZ-Biercup 2018: Einmal ungefiltert, bitte!

16.10.2018

Beim ÖGZ-Biercup 2018 standen Zwicklbiere im Mittelpunkt. Braumeister der einreichenden Brauereien saßen in der Jury und tauchten in die Welt der ungefilterten Biere ein. 

Schülerinnen und Schüler der Firnberg-Schulen sorgten für einen reibungslosen Ablauf des ÖGZ-Biercups 2018.
Die Detailergebnisse des ÖGZ-Biercup 2018.

Zwickl-Biere sind für die Gastro-nomie wichtige Umsatzbringer und spannende Ergänzung zu bestehenden Bierkartenklassikern wie Märzen oder Pils. Im diesjährigen Biercup hat die ÖGZ österreichische Brauereien dazu aufgerufen, ihre Zwickl-biere einzureichen. Der Modus hat sich gegenüber den Vorjahren nicht verändert: Jede einreichende Brauerei darf je ein Jurymitglied, den Braumeister, entsenden. Verkostet wurde selbstverständlich blind, alle Proben wurden eingehend nach einem vorgegebenen Schema beurteilt: Aussehen, Aroma, Geschmack, Bittere, Mundgefühl und Gesamteindruck. 

Schauplatz des ÖGZ-Biercups waren heuer die Hertha-Firnberg-Schulen für Wirtschaft und Tourismus in Wien-Donaustadt. Eine zehnköpfige Servicegruppe des dritten Jahrgangs rund um Fachlehrer Christoph Sivich sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Schließlich galt es, nicht nur die Proben korrekt einzuschenken, sondern auch zeitgerecht zu servieren. „Für unsere Schülerinnen und Schüler ist eine Veranstaltung wie der ÖGZ-Biercup eine tolle Abwechslung. Schließlich finden nicht jeden Tag so hochkarätige Verkostungen wie diese statt“, sagt Christoph Sivich. Nach einem kurzen Briefing war seine Servicegruppe auch schon einsatzbereit. 

Was ein Zwickl ausmacht

Bevor es ans Verkosten ging, erläuterte der neue Juryvorsitzende des ÖGZ-Biercups und ebenfalls neue Präsident des Österreichischen Brauerbundes, Andreas Urban, der Jury den Ablauf der Verkostung. Worauf es bei einem Zwickl ankommt? Neben der typischen Trübung, die von opal bis kräftig ausfallen kann, ist auch eine relativ breite farbliche Range möglich, „die von einem hellen Gelb bis ins Bräunliche gehen kann“, sagt Andreas Urban von der Schwechater Brauerei. Zu den weiteren Eigenschaften gehören seine mittlere Vollmundigkeit. „Ein Zwickl darf malzbetont sein, muss es aber nicht. Ein Karamellcharakter, wie beispielsweise bei einem Wiener Lager, ist aber nicht erwünscht.“ Weiters ist eine zarte, hefebedingte Schwefelnote akzeptabel. Ist die Basis ein Pils und nicht wie zumeist ein Märzen/Lagerbier, dann ist auch durchaus eine kräftigere Hopfung erlaubt. Was in unseren Breiten allerdings nicht üblich und somit als Fehler gewertet würde, sind US-Hopfen wie etwa Cascade. 

Die Hopfenbittere reicht von leicht bis mittel, hier hat der Braumeister also durchaus einen Spielraum. „Bei einem pilsartigen Zwickl ist auch eine kräftigere Hopfung durchaus möglich“, sagt der Juryvorsitzende. Nicht akzeptabel sind allerdings fruchtige Ester- oder Diacetylnoten. Das Diacetyl, beim Böhmischen Pilsner etwa erwünscht, ist ein Abbauprodukt, das während der Gärung entsteht. Das Aroma erinnert an Butter und wäre „in einem gepflegten Zwickl jedenfalls ein Fehler“.

Alle fehlerfrei

Alle Produkte sind fehlerfrei, auf hohem Niveau gebraut und absolut gastrotauglich. Aus der Tabelle ersichtlich sind die errechneten und gerundeten Mittelwerte aus allen Jury-Bewertungen; die gefetteten Zahlen weisen auf das jeweilige Punktemaximum im Bewerb bzw. in dieser Kategorie hin. Waren etwa alle Proben optisch perfekt und im Mittel mit 8 bis 9 von maximal 10 Punkten bewertet, reichten beim Kriterium „Geschmack“ die Bewertungen von 13 bis 18 (von max. 20 Punkten). Das Kriterium „Mundgefühl“ (max. 15) war wertungstechnisch ebenfalls eine enge Kiste: Hier reichten die erzielten Punkte von 11 bis 13, beim Aroma (max. 20) von 13 bis 17. In der am schwersten gewichteten Kategorie (Gesamteindruck) waren 25 Punkte zu holen.

Die Top 5

Mit einer Gesamtpunketzahl von 87 erreichte das Schwechater Zwickl die höchste Punktezahl. Auf den weiteren Plätzen: 

  • Hirter Kellermeister (80 Punkte)
  • Schladminger Bio-Zwickl (79 Punkte)
  • Ottakringer Zwickl (79 Punkte)
  • Raschhofer Zwickl (75 Punkte)
Autor/in:
Alexander Grübling
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