Direkt zum Inhalt
Die zehn Testerinnen und Tester verkosteten die acht Eisproben gewissenhaft.

ÖGZ Vanille-Eis-Test: Überraschend ­unterschiedlich

10.03.2020

Schülerinnen und Schüler der Tourismusschule in der Wiener Bergheidengasse ­testeten mit uns Vanilleeis für die Gastronomie in einem Blindtest.

Vollste Konzentration: Oftmals gab es nur geringe geschmackliche Nuancen, die die Proben voneinander unterschieden.

Donnerstagnachmittag im Verkostungsraum der HLTW Bergheidengasse. Alles ist perfekt vorbereitet. Ausreichend Teller, Besteck, Stifte, Verkostzettel, Wasser und Spucknäpfe. Kochlehrer Mario Kisielewski hat zehn hochmotivierte Schülerinnen und Schüler mitgebracht, die an zwei Tischen neugierig Platz nehmen, und hilft beim Servieren.

So einen Produkttest macht man auch nicht jeden Tag, auch nicht an einer höheren Tourismusschule. Alle sind mit Begeisterung dabei. Vanilleeis ist ein durchaus emotionales Thema.

Die Bewertung

In der ersten Runde sollen die zehn Tester die acht Eisproben nacheinander nach Aussehen, Geruch, Textur und Geschmack bewerten. Dann sollen sie spontane Assoziationen notieren. Jeder für sich, schweigend. 

Die Diskussion

Am Ende jedes Durchgangs diskutieren wir das Eis und erfahren auch, was es zumindest ungefähr kostet und setzen das in Bezug zur Bewertung. Was ist aufgefallen, wie unterscheidet es sich von den anderen, wie und wo könnte man das jeweilige Eis gastronomisch einsetzen? Da war dann alles dabei: vom „Eis to go“ über das Schwimmbad bis zum Gasthaus und gehobenem Restaurant. Am Ende des Tests konnte man noch einmal alle Sorten nachschmecken und eventuell sein Urteil leicht revidieren.

Am überraschendsten waren die großen Unterschiede – und das lag nicht immer am Preis. Aber die Preisklasse (Economy oder Premium) wirkte sich schon aus. Die Günstigen bekamen fast durchwegs schlechtere Noten. Es lohnt sich also, beim Wareneinsatz etwas mehr zu investieren, wenn man seine Gäste auch beim Eis zufriedenstellen möchte. Und es lohnt sich, sein Standardeis einmal infrage zu stellen und einem Vergleichstest zu unterziehen. Denn: Eis kann sehr emotional sein. Damit kann man begeistern, aber auch enttäuschen.

Probe 1: Carte D’Or Bourbon Vanille

Kostnotizen: Sehr natürliches Aussehen, obwohl sehr weiß; sehr sahnig, milchig; zurückhaltender, aber frischer Duft; die cremigste Textur von allen, aber auch fettig, fast schmierig; g’schmackig, aromatisch, natürlich, relativ süß; auch beim späteren Nachschmecken als sehr gut befunden; „das kennt man, das erfüllt Gästewünsche“.

 

Probe 1: Carte D’Or Bourbon Vanille
Probe 2: Heiss & Süss Vanille-Eis

Kostnotizen: Dottergelbe Farbe irritierte: den einen gefiel’s, den anderen gar nicht; gewann fast einhellig beim zweiten Verkosten! Sehr vanilliger Duft, weckt Kindheitserinnerungen; dichte, feste Textur fand einhellig Anklang; Geschmack für manche zu süß, fast zu aromatisch, „haut einen um“, künstlich; „sieht besser aus, als es schmeckt“; viele schätzen es spontan als hochpreisig ein; „bis auf die Farbe das Beste!“

Probe 2: Heiss & Süss Vanille-Eis

 

Probe 3: Valentino / Hügli Premium Vanille (Tahiti)

Kostnotizen: Dieses Eis hatte seine Anhänger, aber auch seine Kritiker; Aussehen wurde als natürlich gelobt, cremig-gelb, aber zu wenig Duft bekrittelt; Textur etwas pappig; zu süß, zu sahnig; geschmacklich zurückhaltend; wirkt künstlich; schmeckt ein wenig nach Marshmallows; für die süße Fraktion aber auch „perfekt“, „so soll Vanilleeis schmecken!“.

Probe 3: Valentino / Hügli Premium Vanille (Tahiti)
Probe 4: Transgourmet Economy

Kostnotizen: Schöne feste Textur, schmilzt nicht so schnell; „das kann kein teures Eis sein“; wirkt und schmeckt künstlich, zu wenig Aroma; hinterlässt keinen bleibenden Eindruck; „hier kommt kein Vanillefeeling auf“; schmeckt irgendwie salzig; „besser etwas mehr Geld ausgeben“.

Probe 4: Transgourmet Economy
Probe 5: Transgourmet Quality

Kostnotizen: „So muss Vanilleeis aussehen“ (einhellig); vanilliger, milchiger Geruch; cremige, angenehme Textur, schmeckt wie Milchrahmstrudel; herzhaft, g’schmackig, schmeckt natürlich nach Vanille, für manche zu süß, „hochwertig“ (einhellig), „interessant“; hat dann allerdings in der Zweitverkostung etwas verloren z.B. gegenüber Heiss & Süss.

Probe 5: Transgourmet Quality
Probe 6: Bindi Gran Gelato

Kostnotizen: Angenehme Textur, nicht zu fest, nicht zu locker, nicht zu fettig (einhellig); aber Geruch und Geschmack konnten nicht überzeugen: holzig, künstlich, wässrig; andererseits geschmacklich ein bisschen nostalgisch, süß-vanillig, wie früher Eis am Stiel.

Probe 6: Bindi Gran Gelato
Probe 7: Mövenpick Creme Vanilla

Kostnotizen: Perfektes Aussehen, angenehmer Geruch, aber zu fettige Textur; für manche zu üppig, zu barock im Geschmack; unterscheidet sich deutlich vom Mitbewerb, manche waren vom Geschmack verwirrt: „rauchig?“, entspricht nicht den Standarderwartungen; ein sehr üppiges Eis, das man gerne löffelt; das „Trosteis auch für zu Hause am Sofa“.

Probe 7: Mövenpick Creme Vanilla
Probe 8: Eis mit Vanille Geschmack von Sun Gold (AGM)

Kostnotizen: Die feste Textur gefiel den meisten; aber die Optik wirkte zu glänzend und damit künstlich; Geschmack zu süß und zu künstlich, mit fruchtigen/sauren Apfelsaftnoten (das irritierte), das typische, eher günstige Standardeis.

Probe 8: Eis mit Vanille Geschmack von Sun Gold (AGM)
Autor/in:
Thomas Askan Vierich
Werbung

Weiterführende Themen

Köche wie Toni Mörwald, Tim Mälzer und viele andere setzen bereits auf Aumaerk-Produkte.
Gastronomie
13.05.2020

Zum Re-Opening haben Gastronomen die Möglichkeit, ein kostenloses, individuelles Probierpaket zu bestellen.

Angebote zum Re-Start gibt es u.a bei "zum Herkner"
Gastronomie
07.05.2020

Unter dem Motto „Gemeinsam aus der Krise“ startet in Wien von 25. Mai 2020 bis 31. Mai 2020 die „Re-opening Woche“.

Gastronomie
30.04.2020

Der Startschuss für die Gastronomie fällt am 15. Mai, Beherberungsbetriebe öffnen am 29. Mai. Die ÖGZ präsentiert alle Details zu den Verhaltensregeln.

Diethold Schaar: "Ein Drittel aller KMUs verfügen über kein oder ein negatives Eigenkapital".
Hotellerie
30.04.2020

Betriebe, die kein oder ein negatives Eigenkapital vorweisen können, fallen um die Überbrückungsmaßnahmen der öffentlichen Hand um. Hotelier Diethold Schaar vom Landhotel Yspertal im Waldviertel ...

So könnte es aussehen: Vier Personen pro Tisch, einen Meter Abstand zwischen den Tischen. Die Frage lautet: Werden das Gäste annehmen und sich daran halten?
Gastronomie
28.04.2020

Gastronomiebetriebe dürfen ab dem 15. Mai wieder öffnen. Pro Tisch gilt ein Mindestabstand von einem Meter, Schankbetrieb gibt es keinen. Hier sind die Details.

Werbung