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Die beiden ÖHV-Präsidenten Gregor Hoch und Michaela Reitterer orten bei den Investitionen in der Branche einen bemerkenswerten Rückgang

ÖHV appelliert bei Urlaubsdebatte an die Vernunft

10.04.2013

Wien. Bei der Debatte um 6 Wochen Urlaub bzw. der Streichung von Fenstertagen appelliert die Österreichische Hoteliervereinigung an die Vernunft. Sie lehnt die Erweiterung des Urlaubs auf sechs Wochen ab und ist auch gegen die Streichung der Feiertage, da dies vor allem den Tourismus und damit auch die Hotellerie treffen würde.

„Der Gegensatz zwischen Arbeit und Freizeit ist Vergangenheit. Die Zukunft gehört einem ganzheitlichen Lebensstil: Ökologie und Ökonomie, Spaß und Leistung, Freizeit und Arbeit“, verweisen Michaela Reitterer und Mag. Gregor Hoch, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), auf zahlreiche anerkannte Studien von Peter Zellmann, Horst Opaschowski oder Ulrich Reinhardt. Für Österreich entpuppt sich das freilich als immenser Vorteil: im Tourismus entstehen mehr Jobs als in allen anderen Branchen, die Dienstleistungsexporte kompensieren die Milliardenverluste aus dem Güterexport. „Das ist ein Megatrend, der sich fortsetzen wird. Wir sollten das nutzen anstatt mit veralteten Konzepten dagegen anzukämpfen“, so Hoch und Reitterer.

Undurchdachte Konzepte gefährden Arbeitsplätze
6 Wochen Urlaub, wie die Gewerkschaft erst kürzlich gefordert, lehnen auch die Vertreter der Top-Hotellerie ab: „Urlaub muss leistbar bleiben – für beide Seiten. Weniger Arbeit für mehr Geld können wir uns bei den Lohnnebenkosten und Steuern wirklich nicht leisten“, erklärt Reitterer. Die von der Industriellenvereinigung geforderte Streichung der Fenstertage würde in erster Linie viele Arbeitsplätze vernichten, warnt Hoch als Unternehmervertreter vor den unbedachten und teuren Folgen dieser Idee: „Das würde ganze Regionen in den Ruin führen. Die Thermen müssten ohne die Kurzurlaube inländischer Gäste zusperren. Hier sind Tausende Arbeitsplätze entstanden. Will man alle diese Mitarbeiter auf die Straße setzen? Das kann nicht das Ziel sein."

Intelligente Modelle für mehr Beschäftigung
Die ÖHV hat bessere Vorschläge mit mehr Realisierungschancen: So wird in Salzburg an einem Modell Saisonverlängerung für die österreichische Ferienhotellerie gearbeitet. Die öffentliche Hand kostet es nichts, es verspricht im Gegenteil deutliche Mehreinnahmen. Generell könnte Österreich seine international anerkannte Kompetenz im hochqualitativen Tourismus besser ins Spiel bringen: „Mit der Tourismusstrategie von Wirtschaftsminister Mitterlehner sind wir auf dem richtigen Weg, da müssen wir weitermachen. Urlaub in Österreich stärker zu bewerben würde weit mehr bringen als diese Forderungen“, hält Reitterer fest.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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