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Die beiden ÖHV-Präsidenten Gregor Hoch und Michaela Reitterer orten bei den Investitionen in der Branche einen bemerkenswerten Rückgang

ÖHV fordert Arbeitsmarktpolitik mit Herz und Hirn

26.02.2013

Wien. Um ein Viertel mehr Arbeitsplätze als noch vor zehn Jahren und das bei einer Rekord-KV-Steigerung von 9,5 Prozent: Würden andere Branchen so performen wie Österreichs Top-Hotellerie, stünden Österreich und Europa heute anders da. Die ÖHV setzt auf eine gemeinsame Kraftanstrengung mit Gewerkschaft und Politik.

Österreichs Hoteliers und ihre Mitarbeiter können stolz sein auf das, was sie zusammen in den vergangenen Jahren erreicht haben: Ein Nächtigungsrekord folgt dem anderen, die Zahl der Mitarbeiter ist um ein Viertel gestiegen und im vergangenen Jahr wurde der KV-Lohn um 9,5 Prozent erhöht: „Diese Steigerung ist enorm, gerade angesichts der schmalen Margen im Tourismus. Das wirkt sich ja auf alle Gehälter in den Betrieben aus. Diesen Verhandlungserfolg sollte sich die Gewerkschaft nicht selbst schlechtreden“, erklären die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer und Mag. Gregor Hoch. Im Vorjahr schrieb das AMS mehr als 63.000 Stellen für Kellner, Gaststättenköche und Reinigungskräfte aus. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Mitarbeiter im Tourismus um ein Viertel, während die hochsubventionierte Industrie und die öffentliche Hand trotz steigender Staatseinnahmen Mitarbeiter abbauten.

Gemeinsam Berufsbilder mit Zukunft forcieren
„Die meisten Arbeitsplätze werden in der Top-Hotellerie mit überdurchschnittlichen Gehältern und den besten Arbeitsbedingungen geschaffen. Da entstehen so viele neue Projekte, dass die Betriebe mit Ausbildung und Mitarbeitersuche kaum nachkommen. Innovative Konzepte wie die Lehrlingsakademie der ÖHV werden da stark nachgefragt“, erklärt Reitterer. Auch die Gewerkschaft sei gefordert: „Die duale Ausbildung hat sich bewährt, Form und Inhalt müssen aber Schritt halten mit der gesellschaftlichen Entwicklung“, so Reitterer. Die vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) entwickelte modulare Lehre entspreche den Forderungen der Gewerkschaft nach einer breiten Basis: „Von Schmalspurausbildung kann da keine Rede sein. Die Gewerkschaft soll das unterstützen“, fordert Reitterer die Gewerkschaft auf, sich für die Zukunft ihrer Mitglieder zu engagieren. Über die genaue Ausformung könne man reden.

Arbeitsmarktpolitik mit Herz und Hirn
Inakzeptabel ist für die ÖHV, dass Arbeitnehmervertreter die Mitarbeiter der Hoteliers diskreditieren: „Wer von Überfremdung spricht, offenbart eine Geisteshaltung, von der wir uns klar distanzieren müssen. Damit meine ich auch den Gewerkschaftsbund“, verweist Reitterer die Führung von vida und ÖGB auf die Aussagen des Salzburger Arbeiterkammer-Präsidenten. „Uns ist klar, dass diese billigen Aussagen genauso wahlkampfbedingt sind wie die undurchdachte Forderung der Innenministerin, den Druck auf die Asylwerber zu erhöhen. Das macht sie aber um nichts besser. Die Gewerkschaft hat in ihrem eigenen Bereich genug Handlungsbedarf“, fordert Reitterer eine Rückkehr zu einer Arbeitsmarktpolitik mit Herz und Hirn. „Ich lade die Gewerkschaft ein, gemeinsam mit uns hier den Hebel anzusetzen anstatt alles schlechtzureden“, so Reitterer.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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