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ÖHV stößt sich am AmEx-Disagio

28.07.2006

Dank einer Beschwerde der ÖHV bei der EU-Wettbewerbsbehörde und dem dadurch gestiegenen Wettbewerb unter den kartenabwickelnden Instituten konnten die Disagios für VISA und MasterCard in der Vergangenheit bis auf unter zwei Prozent gesenkt werden. Ganz anders die Situation bei American Express, wo die Kartenausgabe und -abrechnung fest in einer Hand, und zwar in jener der American Express Bank, liegen. Das erschwert das Vorgehen, wie ÖHV Generalsekretär Thomas Reisenzahn berichtet: „Seit über einem Jahr werden wir von der Zweigniederlassung in Wien mit dem Hinweis auf Entscheidungen des Pricing Teams nach London oder New York verwiesen. Senkungen und Anpassungen wurden immer wieder versprochen, aber nie umgesetzt. Die Disagio-Sätze sind seit einigen Jahren – bei zunehmender Bereitschaft der Gäste, mit Karte zu bezahlen – eingefroren.“

American Express verrechnet mit Abstand die höchsten Disagios
Bei einem Kreditkartenumsatz von 36.000 Euro im Jahr betragen die Standard-Disagio-Sätze bei American Express gemessen am Umsatz 3,85 Prozent – und das bei einer Überweisungsfrist von 14 Tagen, an der das Institut durch Zinsen nochmals kräftig verdient. Bei VISA und MasterCard machen die Gebühren gemessen am Umsatz nur 2,15 Prozent aus. Am Rande muss auch erwähnt werden, dass in Deutschland ein Hotel für dieselbe American Express-Dienstleistung gemessen am selben Kreditkartenumsatz (bei gleicher Überweisungsfrist) nur 3,7 Prozent berappen muss. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass bei einem Kreditkartenumsatz von 36.000 Euro im Jahr bei American Express Gebühren von 1.386 Euro anfallen – im Vergleich zu 774 Euro bei VISA oder MasterCard. American Express verrechnet also um fast 80 Prozent höhere Gebühren.

Solche Bedingungen sind den Hotels nicht zumutbar
Für die Hotels ist angesichts dieser hohen Gebühren die Versuchung groß, den Gast an der Rezeption zu bitten, nicht mit American Express, sondern mit einer anderen Kreditkarte zu bezahlen. Das ist aber laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Vertragsunternehmen verboten. „Die hohen Disagios sind den Hotels nicht mehr zumutbar. Persönlich habe ich bereits die Konsequenz gezogen und meine American Express Karte gekündigt und vernichtet“, sagt Thomas Reisenzahn.

ÖHV verschärft die Gangart
Jetzt stellt die ÖHV den Pricing-Verantwortlichen von American Express die Rute ins Fenster: Gemeinsam mit der Einkaufsgenossenschaft Hogast will sie den Hotelbetrieben empfehlen, ihre American Express Verträge zu kündigen. (Quelle: ÖHV)

Weitere Infos finden unter www.oehv.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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