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ÖHV: Verlängerung der Übergangsfristen nicht mehr argumentierbar

05.09.2007

Das Einlenken von SPÖ-Gewerkschafter Wilhelm Haberzettl in Sachen Ostöffnung des Arbeitsmarkts ist für die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Peter Peer und Sepp Schellhorn, positiv. Das Domino der Realitätsverweigerer beginnt endlich zu fallen. Denn eine weitere Verlängerung der Übergangsfristen nach 2009 ist nicht mehr argumentierbar und angesichts der Situation am touristischen Arbeitsmarkt eine rasche Freizügigkeit notwendig.

"Wir sehen die Öffnung des Arbeitsmarkts für die neuen EU-Länder mit 2009 eigentlich als fix an", sagt ÖHV-Präsident Peer. Österreich muss dann nämlich der EU-Kommission in Brüssel beweisen, dass eine Sperre bis 2011 weiterhin gerechtfertigt ist. Dafür gingen aber die Argumente aus, denn die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt ist generell schwierig, weil Mitarbeiter fehlen. Auch Peter Huber, Arbeitsmarktexperte des WIFO, hält eine Verlängerung der Übergangsfristen unter den derzeitigen wirtschaftlichen Voraussetzungen für schwer argumentierbar.

Positiv sei, dass die Situation nun auch das Verständnis des ÖGB fände, was die kürzliche Aussage von ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer und nun auch des SPÖ-Gewerkschafters Wilhelm Haberzettl bestätigt. Beide konstatieren einen Facharbeitermangel und wollen über eine sektorale Öffnung nachdenken. Für die ÖHV ist es klar, dass der Tourismus dazugehören müsse. "Dass Haberzettl auch Asylwerber bedarfsorientiert in den Arbeitsmarkt integrieren will, macht Sinn", so ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn. Endlich beginne das Domino der Realitätsverweigerer der Reihe nach umzufallen.

Ostöffnung ist Chance, keine Gefahr

Der Tourismus schafft immer mehr Jobs und braucht daher immer mehr Fach- oder Hilfskräfte. In den letzten Jahren hat die Branche auf deutsche Mitarbeiter zurückgreifen könne, von denen jetzt aber viele bedingt durch die Konjunkturentwicklung und durch neue Tourismusregionen nach Deutschland zurückgingen.
Neben Österreich heißt es nur mehr in Deutschland und Dänemark "Grenzen zu". Die anderen EU-Länder waren clever genug, die Chance durch die EU-Erweiterung für ihre Arbeitsmärkte zu nutzen: In Großbritannien haben 40.000 Polen Arbeit gefunden. "Auch in Österreich ist es hoch an der Zeit dafür, dass 2009 die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Mitarbeiter aus den neuen EU-Ländern gilt, zumindest in Branchen mit dringendem Bedarf wie dem Tourismus", so die ÖHV-Präsidenten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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