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Österreich im Rampenlicht

17.02.2006

Jede Saison setzt neue Impulse, und die ÖW stellte diese auf der austrian travel business (atb) vor.
Als größte Verkaufsmesse heimischer Touristikanbieter zeigte die atb ganz Österreich auf einen Blick.

In 290 Ausstellungskojen präsentierten 500 touristische und tourismusaffine Unternehmen alle Informationen rund um die umfassende Angebotsvielfalt der Alpenrepublik“, freute sich Dr. Arthur Oberascher, Geschäftsführer der Österreich Werbung. Weiters kamen 800 Einkäufer und über 150 Medienvertreter aus rund 60 Nationen zur 31. atb.
Wie bereits im Jahr 2004 integrierte sich 2006 die Donau Börse in einem eigenständigen Bereich wieder als zweite Messe in das atb-Geschehen. Rund 50 Aussteller aus Deutschland, Österreich, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien-Montenegro und Rumänien zeigten dem Messepublikum spezielle touristische Angebote rund um den Donaustrom.
Gute Tourismusbilanz
Österreichs Tourismusindustrie zieht 2005 mit 29,3 Mio. Ankünften (plus 3 Prozent) und 119,2 Mio. Nächtigungen (plus 1,7 Prozent) eine positive Bilanz. Der Druck zu stärkerer Internationalisierung und mittel- und langfristigen Strategien sowie zur besseren Qualifizierung der Tourismusmitarbeiter nehme aber zu, mahnte Arthur Oberascher im Tenor mit dem Obmann der Bundessparte Tourismus in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Hans Schenner.
„Einen großartigen Start“ habe die laufende Wintersaison 2005/06
hingelegt, was ein Plus von 5 bis 6 Prozent bei den Ankünften erwarten lasse, erklärte dazu Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Auch das Gesamtjahr 2005 sei eines der
erfolgreichsten der letzten Jahre gewesen. Die Tourismusumsätze seien nach vorläufigen Schätzungen um mindestens 3,5 Prozent gestiegen.
Dies verdeutliche die wichtige Rolle des Tourismus als einer der „treibenden Wirtschaftsfaktoren“ für die heimische Wirtschaft, da dieser alleine einen Anteil von 8,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) einnehme, so Bartenstein. Die gesamte Tourismus- und Freizeitwirtschaft liefere 16,3 Prozent des BIP.
Weltweit Nr. 10
Weltweit liege Österreich im Tourismus-Ranking – gemessen an den Ankünften 2004 – an der zehnten Stelle. Europaweit sei die heimische Tourismusindustrie gut platziert. Aber es brauche eine „nachhaltige Tourismusstrategie“, die sich nicht nur an den Nächtigungszuwächsen messe. Die neue Messlatte liege in der Optimierung der Wertschöpfung im österreichischen Tourismus, führte Bartenstein weiter aus.

„Langfristig könne sich jedenfalls nur nachhaltiger Tourismus
behaupten“, der sich als wirtschaftlich, sozial und ökologisch vertretbar verstehe. Es gelte, sich am Ganzjahrestourismus mit wetterunabhängigen Angeboten, an Qualität und an der Erschließung neuer Märkte zu orientieren.
Koordination der Ferien
WKÖ-Obmann Hans Schenner formulierte die Perspektiven für den europäischen Tourismus im Hinblick auf die Bedeutung der klein- und mittelständischen Betriebe für den Arbeitsmarkt. Allein in Österreich gebe es 91.000 Betriebe im Bereich der Tourismus- und Freizeitindustrie und rund 160.000 unselbstständig Beschäftigte im Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Mit mehr Qualifizierung im Diensteistungssektor und durch die Forcierung des Ganzjahrestourismus über u. a. „eine vorausschauende europaweite Koordination der Ferien“ könnte man negative Effekte in der saisonalen Beschäftigung abfedern. Auch gelte es, eine Entlastung der touristischen Infrastruktur nicht aus den Augen zu verlieren.
Ein weiteres drängendes Problem sieht Schenner in den Einreisebestimmungen für Europa und in der europäischen Visaproblematik. Schenner forderte die EU-25 zu einem einheitlichen Vorgehen auf, auch um Boden bei den Marktanteilen am Welttourismus zu halten. Auf Europa entfällt derzeit 55 Prozent des weltweiten Tourismus.
Mehr Internationalisierung
Die internationale Entwicklung auf den Konkurrenzmärkten zwinge die heimische Tourismuswirtschaft zu neuen Strategien, und diese könnten nur in der Internationalisierung liegen, so das Credo des ÖW-Chefs Arthur Oberascher. Es gelte, einen nachhaltigen Ansatz zu verfolgen und die „kulturelle Intelligenz“ in den heimischen Betrieben zu schärfen. Österreichs „Fähigkeit im Umgang mit weniger vertrauten Kulturen noch mehr zu verstärken“, sieht Oberascher als die tourismuspolitische Aufgabe der nächsten Jahre. Was die Wertschätzung der ausländischen Gäste, die Ausweitung der Fremdsprachenkenntnisse in den Tourismusbetrieben, zugeschnitten auf die Reisenden der neuen Quellmärkte, betreffe, aber auch den Abbau von Vorurteilen, vor allem gegenüber Gästen aus den neuen EU-Ländern.
atb wird zentraleuropäisch
Einen strategischen Schritt in puncto Internationalisierung legt die „austrian travel business“-Messe ATB für das Jahr 2007 vor. So soll sie zu einer zentraleuropäischen Tourismusfachmesse mit neuem Namen in Wien ausgebaut werden. Das Konzept sei ein klares Signal für
mehr überregionale Zusammenarbeit und für den Tourismusstandort Österreich, so die Verantwortlichen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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